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Zehn nackte Frisösen

iLiKETRAiNS

Frankfurt, Brotfabrik
15.04.2008

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iLiKETRAiNS
Dass man als tourende Band nicht sicher vor Verbrechen ist, mussten iLiKETRAiNS vor einigen Tagen am eigenen Leib erfahren. In den frühen Morgenstunden wurden sie auf einer Autobahn in Norditalien von angeblichen Polizisten gestoppt, die vorgaben, eine Routinekontrolle durchzuführen. Statt jedoch nach Waffen, Drogen oder Falschgeld zu suchen, machten sich die falschen Ordnungshüter mit den gesamten Einnahmen der Tour auf und davon – immerhin über 2.000 Euro. Nach den Erlebnissen in Italien ging es für die Band jedoch gleich weiter nach Deutschland, auf den von Gaesteliste.de präsentierten Teil der Europatour. So ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, dass sich die Band am zweiten Abend in Frankfurt mehrfach bedankt, wie freundlich sie jedes Mal in Deutschland empfangen werden. Schließlich wurden sie hier bislang noch nicht das Opfer von Trickbetrügern.
Das Konzert in der Brotfabrik ist als Doppelheadlinershow geplant – auf Grund des starken Interesses an Get Well Soon in den vergangenen Wochen ist aber schnell klar, dass sie als letzte Band auftreten werden. Und so nehmen iLiKETRAiNS bei diesem düster-melancholischen Paket den Platz des Edelsupports ein. Pünktlich um viertel nach acht geht das Licht aus, das Intro erklingt, auf der Leinwand im Hintergrund lodern die Flammen und die Band beginnt zu spielen. Sehr weit sollen sie aber nicht kommen: "Call off your witch hunt, this time the French are not to blame" singt Sänger und Gitarrist Dave Martin mit düsterer Stimme – nur um unmittelbar danach abzubrechen und festzustellen, dass seine Gitarre definitiv nicht funktioniert. Im Raum wird es heller, und es folgen einige hektische Minuten. Während im Hintergrund mit Klebeband hantiert wird und immer wieder einige finstere Akkorde zur Probe erklingen, versucht sich der von dem Zwischenfall eher amüsierte Rest der Band in Kommunikation mit dem Publikum. "Hi", sagt Gitarrist Guy Bannister (übrigens das einzige Bandmitglied ohne Vollbart), "kennt jemand eine Geschichte, die er erzählen kann?" Dabei stehen die eigentlichen Geschichtenerzähler bereits auf der Bühne: Schließlich basiert fast jedes Lied der Band auf einem historischen Vorfall, und die Geschichten vom Scheitern der Hauptfiguren werden mit passenden Videoprojektionen hinter der Bühne begleitet. Diese kommen dann auch wieder zum Einsatz, nachdem die technischen Probleme behoben worden sind. "Jetzt wo das geklärt ist, werde ich von nun an eine Menge Spaß haben", kündigt Dave Martin an. Richtig gehört. Spaß! Denn obwohl es so gar nicht zu der dunklen Atmosphäre passt, die wohl Teil jedes iLiKETRAiNS-Konzerts ist, präsentiert sich die Band im relativ hell beleuchteten Konzertsaal sehr aufgeschlossen, manchmal sogar geradezu lustig. "Wir sind es nicht gewohnt zu spielen, wenn es draußen noch hell ist", witzeln sie zwischendurch. "Tageslicht bekommt uns nicht, wir verfallen da draußen zu Staub."

Im Laufe des Konzerts kommt es zu einem weiteren Zwischenfall. Während der Rest der Band "Death Of An Idealist" anstimmt, deutet Bassist Alistair Bowis dem Frontmann an, dass er sich gerade im falschen Lied befindet. Dieser bemerkt seinen Fehler schnell, bricht dann aber doch das Lied ab. "Warte, das muss ich erklären", meint er, und erzählt, dass er den richtigen Liedtitel nur nicht entziffern konnte, weil seine Setlist auf ein Stück Brot geschrieben sei - das beschriebene Brötchen (schließlich findet das Konzert in einer Brotfabrik statt) hält er als Beweis in die Luft. Mit beeindruckenden Finale aus dem Antarktis-Drama "Terra Nova" und dem neunminütigen "Spencer Perceval" wird es gegen Ende dann aber doch noch einmal ernst, bevor die Band nach gut einer Stunde Spielzeit ohne Zugaben von der Bühne verschwindet, um Platz für Get Well Soon zu machen.

Trotz der amüsanten Zwischenfälle haben iLiKETRAiNS an diesem Abend wohl doch einigen Leuten das Fürchten gelehrt: "Ich dachte immer, wir wären eine melancholische Band, aber jetzt komme ich mir wie eine Mallorca-Band vor!", sagt Get Well Soon-Frontmann Konstantin Gropper später mit Hinblick auf den Co-Headliner des Abends. "Das nächste Lied heißt 'Zehn nackte Frisösen!'".

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Surfempfehlung:
www.iliketrains.co.uk
www.myspace.com/iliketrains
www.youtube.com/iLiKETRAiNSofficial
www.konzerttagebuch.de/search/?q=iliketrains
Text: -Christina Ocklenburg-
Foto: -Christoph Menningen-


 
 

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