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Explosions In The Sky

Köln, Kulturkirche
21.05.2008
Explosions In The Sky
Ein außergewöhnlicher Ort für ein außergewöhnliches Konzert. Die Kulturkirche ist nämlich eine völlig normale Kirche, mit Gottesdiensten und allem was dazu gehört - nur manchmal ist da halt noch mehr als nur die Gemeinde und eine Orgel zu hören. In regelmäßigen Abständen werden die Kirchenbänke heraus, und Bierstände hineingetragen, der Altar verhangen und eine PA aufgebaut. Dann verwandelt sich das Gotteshaus in einen magischen Ort der anderen Art. Denn die besondere Wirkung eines Ortes auf die Musik, die in ihm gespielt wird, halte ich für unzweifelhaft.
Eingeleitet wurde der Abend von Eluvium aka Matthew Cooper. Ein Musiker, der es schafft, mit Hilfe einer Gitarre und einer raffinierten Looptechnik enorme Ambient-Gitarrenwände aufzubauen. Leider schien das Publikum in dem Moment nicht so richtig aufnahmefähig für diese Form der Meditation. Und zugegebener Maßen, muss man sich wirklich in die Musik fallen lassen, um ihr wahres Potential zu spüren, oder sie schon sehr genau von zu Hause kennen. Doch wenn der ganze Saal eigentlich nur auf einen wesentlich lauteren und dynamischeren Hauptact wartet, ist es ziemlich schwierig, sich fallen zu lassen.
Explosions In The Sky
Vor recht genau einem Jahr waren Explosion In The Sky schon einmal in Köln - in einem ziemlich vollen Gebäude 9. Damals war die Band nur "auf einen Sprung" in Deutschland und kündigte an, noch mal richtig wieder zu kommen. Dieser Zeitpunkt war jetzt. Und tatsächlich merkte man der Band an, dass sie das Jahr wohl hauptsächlich mit spielen verbracht hat. Alles saß perfekt, jeder Ton, jede Pause - einfach alles. Und sogar noch mehr. Denn wo sich sonst leicht einmal Abnutzungserscheinungen bemerkbar machen, zeigten sich EITS voller Elan und Spielfreude. Wenn man sich ein bisschen in eine Band hineinversetzt, die über einen längeren Zeitraum ein Konzert nach dem anderen gibt, ist das alles andere als selbstverständlich. Schnell kann es passieren, dass den Musikern die Songs zu den Ohren hinaus kommen, dass man lieber neue Lieder schreiben würde als immer wieder die ollen Kamellen zu spielen. Doch genau von diesem Überdruss, für den ich vollstes Verständnis gehabt hätte, war absolut nichts zu spüren.

Alle Lieder wurden gespielt, als ginge es um alles. Sie bekamen dadurch etwas elementares, was ihrem Charakter ganz und gar entsprach. Da war es dann auch nicht schlimm, dass sie mehr oder minder gleich klangen. Denn das ist das Kreuz, dass EITS zu tragen haben. Die Banddemokratie formt die Lieder zu immer ähnlicheren Gebilden. Es gibt laut und leise, ruhig und dynamisch, Akkorde und Melodien und das in immer ähnlicher Abfolge. Und doch ist es gut, wenn es so entschlossen ist, wenn sich ein Song in den nächsten fügt und alles in einem riesigen Ganzen aufgeht. Ich bin überzeugt, dass die besondere Ausstrahlung der Kirche ihren Teil dazu beigetragen hat, die Band zu Höchstleistungen anzuspornen. Besonders erwähnenswert ist auch, dass sie es geschafft haben das Sprichwort vom "Aufhören wenn es am Schönsten ist" zu belegen. Denn nach "First Breath After Coma" und "Your Hand In Mine" gab es eigentlich nichts mehr hinzuzufügen und die Band tat gut daran, den flehenden Zugabe-Rufen nicht nachzugeben.

Eine Sache, die mich faszinierte, ohne wirklich etwas zur Sache zu tun: Alle Bandmitglieder hatten auf der Innenseite des linken Armes die gleiche Tätowierung. Wenn uns das was lehrt, dann wohl, dass in nächster Zeit keine Wechsel in der Besetzung geplant sind.

Surfempfehlung:
www.explosionsinthesky.com
www.explosionsinthesky.de
www.myspace.com/explosionsinthesky
Text: -Stefan Claudius-
Fotos: -Stefan Claudius-


 
 

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