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Die volle Dröhnung

Converge
Integrity/ The Plight

Hamburg, Knust
30.07.2008

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Converge
Zwei Jahre ist es her, dass Converge mit "No Heroes" ihr letztes Studio-Album veröffentlichten. Erst jetzt schafften sie es nach Hamburg. Und wurden sehnlichst erwartet. Denn trotz Hitze im Norden und dem Wacken Open Air in Sichtweite standen die Massen schon frühzeitig vor dem Knust und warteten bei Wurst, Bier und Sonnenschein auf ihre Helden aus Boston. Die Betonung liegt auf "vor", denn bei The Plight war noch kaum jemand im Club. Deren Sänger Aliskull nutzte das eiskalt aus und tobte, tanzte und feierte einfach alleine vor der verwaisten Bühne, während seine Musikanten auf der Bühne deftig Gas gaben und ihren groovigen Mix aus Hardcore, Punkrock und ein wenig Metal zum Besten gaben. Gute Sache und ein richtig guter Opener.
Nachdem bei Coliseum dann zwar ein paar mehr Zuschauer lauschten und die Kentucky-Bande einen soliden Auftritt absolvierte, kam mit Integrity lebende Geschichte auf die Bühne. Und es stellte sich die Frage, ob es die alten Clevelander nach ihren Auflösungen, Umbenennungen und Wiedervereinigungen wohl noch drauf hätten. Antwort: Jein. Denn zwar hatte das Ganze schon ordentlich Wumms, es groovte mächtig monton aus den Boxen und der immer noch kleine, aber doch schwitzendere Mob hatte ganz offensichtlich Spaß. Doch irgendwie wirkte die Band nicht so motiviert und nicht so leidenschaftlich bei der Sache, wie man es sich gewünscht und erhofft hatte. Integrity schienen sich auf ihrem zugegeben legendärem Ruf ein wenig auszuruhen und spielte ein viel zu routiniertes und trotz einiger Böller unspektakuläres Hardcore-Set herunter. Schade.
Routine oder zu wenig Leidenschaft wird es bei Converge vermutlich niemals geben. Und gab es auch diesmal nicht. Der Boston-Vierer machte von Anfang klar, was Sache ist und das war eine Menge. Schon Jacob Bannon alleine wäre den Eintritt wert gewesen. Denn dieser kleine Typ lebte die Musik, er lebte den Moment und er riss einfach jeden mit. Dabei machte er nur drei Dinge: Entweder rannte und sprang er vor lauter Adrenalin unruhig über die Bühne oder er schrie und röhrte in sein Mikrofon oder er hielt dieses in die ersten Reihen, damit das Publikum für ihn schrie und röhrte. Flankiert wurde der Fronter von einem anfangs etwas vom nicht ganz perfekten Sound genervten Nate Newton am Bass und einem vom ersten Moment beeindruckenden Kurt Ballou an der Gitarre, der mit seinem alten Suicidal Tendencies-Shirt sympathisch bodenständig aussah. Dazu machte Ben Koller seine Scherzchen an der Schießbude und gab dem Ganzen einen extra-fetten Groove. Es lärmte, es dröhnte, es begeisterte. Denn vielleicht hat man Converge tatsächlich schon besser gesehen – ein Erlebnis war auch diese Show.

Die Band spielte sich einmal durch ihre Karriere und brachte mit Lieblingen wie "Eagles Become Vulturers" oder "Black Cloud" die Leute zum Toben, baute aber natürlich auch immer wieder aktuelle "No Heroes"-Nummern ein. Zwischendurch gab es zwar keine große Reden, aber regelmäßig nette Grüße und Danksagungen von der Bühne, einen Schluck aus der Pulle – und den nächsten Brocken. Eine gute Dreiviertelstunde ging das so und gerade, als es zu anstrengend wurde, fand das reguläre Set auch schon sein perfekt getimtes Ende. Zeit zum Durchatmen, frische Luft holen, Schweiß abwischen. Doch erst nach einer nur als beeindruckend zu bezeichnenden Version von "Jane Doe" als eindrucksvolle Zugabe verlagerte sich das Geschehen wieder vor das Knust und der erste Hamburg-Gig von Converge war Geschichte. Tatsächlich.

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Surfempfehlung:
www.convergecult.com
www.myspace.com/converge
www.myspace.com/integrity
www.coliseumsoundsystem.com
www.myspace.com/theplight
Text: -Mathias Frank-
Foto: -Mathias Frank-

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