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Konzert-Bericht
 
Gewinn fürs Ohr

Elbow

Berlin, Astra
28.05.2009

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Elbow
Insgeheim hat man es doch schon im Vorfeld geahnt. Wenn Elbow den Weg nach Berlin antreten, um dort ihr einziges Club-Konzert dieses Jahr zu spielen, dann kann dabei nur ein Abend voller wunderbarer Momente herauskommen. Die frischgebackenen Gewinner gleich zweier Ivor Novello Awards hielten zu diesem besonderen Anlass auch etliche musikalische Kostproben im Hinterstübchen bereit, um die Zuschauer im Berliner Astra ein wenig zu verzaubern.
Trotz der angekündigten Radioübertragung, die pünktlich um 21.06 Uhr starten sollte, verzögerte sich der Beginn der Show um ein paar Minuten, die die Vorfreude nur noch steigern konnten. Falls jemand doch leichten Groll wegen der kleinen Wartezeit hegen sollte, dann war dieser spätestens beim Opener "Starlings" wie weggeblasen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Überraschung Nummer eins des Abends war nämlich, dass sich Elbow tatkräftige Unterstützung des Babelsberger Filmorchesters geholt hatten, das zusammen mit den Herren aus Manchester einen fulminanten Trompetenklang erzeugte. Die Ohren waren daraufhin für alles weitere gespitzt und die Band spielte sich mit äußerster Präzision durch die ersten drei Songs, die identisch mit den ersten Titeln ihres aktuellen Albums "The Seldom Seen Kid" waren. Besonders stimmungsvoll ging es bei "Mirrorball" zu, währendessen das Astra passenderweise in ein Meer aus nicht stillstehend wollenden Lichtern getaucht wurde. Ein durchaus angenehm eingesetzer Effekt, der zusammen mit Guy Garveys warmer und gefühlvoller Stimme sicherlich für die eine oder andere Gänsehaut sorgte und die behagliche Atmosphäre verstärkte.

Diese blieb auch während des gesamten Konzerts bestehen und das war nicht zuletzt der herzlichen Interaktion zwischen Guy Garvey und dem Publikum zu verdanken, die sowohl verbal als auch gestikulativ stattfand. Da wurde während der Songs vereinzelten Personen im Raum liebevoll zugewunken, zugezwinkert oder verschmitzt zugelächelt oder zwischendurch öfters mal nachgefragt, ob sich denn alle wohlfühlen. Ja, und man hatte dabei wirklich den Eindruck, dass Elbow es dem Publikum gerne so angenehm wie möglich machen wollten. Auch was die Setlist angeht, sorgten sie dafür, dass man die Lippen entzückt erst zu einem "Oh" und dann galant zu einem "Ah" und wieder zurück formte. Ob kraftvoll und dynamisch interpretierte Songs wie "Leaders Of The Free World", "Mexican Standoff" oder "Grounds For Divorce" oder leidenschaftliche und warmherzige Interpretationen von "The Loneliness Of A Tower Crane Driver" oder "Newborn", jeder Moment schien einen besonderen Platz einzunehmen, jedes gesungene Wort konnte nachempfunden werden.

Elbow gelingt es auf so vielschichtige Weise ihre Hörer zu berühren, sowohl mit ihren empfindsamen und eloquenten Texten als auch mit der Art und Weise, wie diese musikalisch begleitet und stimmlich zum Ausdruck gebracht werden. So fühlt es sich nicht selten so an, als ob einem Guy Garvey direkt aus der Seele spricht oder zumindest tröstend zur Seite steht. Wen verwundert es da, wenn Fans in Anlehnung an die erste Textzeile in "One Day Like This" begeistert ein Plakat schwenken und ihn aufrufen, doch bis in den Morgen mit ihnen ein Gläschen zu trinken? So freundlich und bodenständig wie er ist, würde man es ihm glatt zutrauen. Auch wenn die Live-Umsetzung der Lieder mit einem Streichquartett und zusätzlichen Bläsern dem Auftritt noch mehr Gehalt und Glanz verliehen hat, man wäre selbst ohne all das nicht minder beeindruckt nach Hause gegangen. Und doch musste man irgendwann den letzten Ton verstreichen lassen, jedoch mit der Gewissheit das nächste Mal wieder dabei zu sein.

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Surfempfehlung:
www.elbow.co.uk
www.myspace.com/elbowmusic
Text: -Annett Bonkowski-
Foto: -Annett Bonkowski-


 
 

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