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Würfelspiel

Pet Shop Boys

Köln, Palladium
24.06.2009
Pet Shop Boys
Die Atmosphäre im Kölner Palladium droht zu kippen. Während die 4.000 Besucher die erste Viertelstunde noch geduldig warteten, sind nun erste ungeduldige Pfiffe zu hören. Sie wollen endlich sehen, wofür sie teils einen sehr weiten Weg auf sich genommen haben: Die Pet Shop Boys. Doch noch immer huschen Helfer über die Bühne und bauen aus weißen Würfeln riesige Wände. Die Geduld der Fans wird auf eine harte Probe gestellt. Denn erst rund eine Dreiviertelstunde nachdem der Support Das gezeichnete Ich die Bühne verlassen hat, wird die Musik wieder lauter. Das Hallenlicht erlischt.
Violett angestrahlter Nebel wabert über die Bühne, auf den Würfeln sind Projektionen zu sehen - dann ein vertrauter Beat. "Heart-Beat". Tänzerinnen mit bunten, transparenten Würfeln auf dem Kopf bewegen sich zum Sound der 80er Jahre. Dann öffnen sich zwei Türen in der Würfelwand: Neil Tennant und Chris Lowe stehen endlich auf der Bühne.

Doch so richtig versöhnt sind nur die Fans, die einen Platz in den ersten Reihen oder auf den Balkonen ergattert haben. Nur sie, und einige groß gewachsene Menschen, können sehen, was auf der Bühne vor sich geht. Trotzdem applaudieren die Zuschauer frenetisch, als sich der Song dem Ende entgegen neigt. Sicht hin oder her - die Pet Shop Boys sind endlich da...

Mit ihren großen Hits allein könnte das britische Duo ein ganzes Konzert bestreiten - sie wären jedoch nicht die Pet Shop Boys, wenn ihnen das genügen würde. Schließlich haben sie im März 2009 mit "Yes" ein weiteres Studio-Album veröffentlicht. Und das wollen sie den Fans auch gerne live präsentieren. "Wir spielen keine Konzerte, wir wollen richtige Events schaffen", hatten Neil Tennant und Chris Lowe im Vorfeld ihrer Tournee angekündigt. Und wie immer ist die Bühnenshow von der ersten bis zur letzten Minute straff durchchoreografiert - die Würfelthematik wird immer wieder in den Videosequenzen aufgegriffen, die den Blick von den Musikern weg auf die Leinwand ziehen. Eine Explosion an Farben und Formen. Nur leider ist dies nicht von allen Besuchern gut zu sehen. Sie recken die Hälse, spannen ihren Körper an, um die viel zu niedrige Bühne zu sehen. Und vergessen dabei völlig, dass sie zum Feiern und Tanzen ins Palladium gekommen sind. So bleibt die Atmosphäre gespannt, freundlich - ausgelassene Konzerte sehen jedoch anders aus.

16 Klassiker wie "Go West", "Always On My Mind", "Se A Vida E" oder "It's A Sin" spielen die Pet Shop Boys für ihre Fans. Und sechs neue Nummern, die gut ankommen. Wer alles mitbekommen will, muss sich anstrengen - die Boys sampeln und mixen, schaffen eine einzigartige Live-Atmosphäre. So singen sie "Go West" über den Beat von "Paninaro" und mischen alte Songs gekonnt ineinander.

Männer in weißen Kitteln mit Baustellenhelm auf dem Kopf verschieben die anfangs aufgebauten Würfel immer wieder in unterschiedliche Positionen - just so, dass die Tänzer- und Sängerinnen, sowie die Videoprojektionen gut zu sehen sind. Die Pet Shop Boys sind auch noch da - doch die Hauptakteure werden immer wieder zum Nebenschauplatz degradiert.

Zum Schluss feuern die sie dann ihre Hits ab: "It's A Sin", "Being Boring" und "West End Girls" bringen schließlich doch noch etwas Bewegung ins ausverkaufte Palladium.

Fazit: Höchstpunktzahl für die großartigen Pet Shop Boys und ihre erstklassige Inszenierung. Trotzdem verlässt niemand richtig glücklich die Halle: Den meisten war der Sound zu leise und zu scheppernd und die Bühne hätte auch höher liegen können. Wer einen Platz hinter der Säule hatte, konnte zwar tanzen, aber nichts sehen. Die meisten Zuschauer sind sich daher einig: Die Pet Shop Boys würden sie immer wieder sehen wollen. Aber bitte nicht mehr im Palladium.
Surfempfehlung:
www.petshopboys.co.uk
de.wikipedia.org/wiki/Pet_Shop_Boys
www.petshopboys.de
Text: -Esther Mai-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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