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Zukunft

Japandroids
Saboteur

Hamburg, Molotow
09.02.2010
Japandroids
Japandroids sind ja einer der Hypebands 2009 überhaupt. Mit ihrem ganz famosen, wenngleich etwas kurzen Garage Punk-Album "Post-Nothing" haben sie es in die Top 50-Jahresliste vieler ernsthafter Musikmagazine geschafft. Und das zu Recht. Mit ihrem Song "Young Hearts Spark Fire" hatten sie für viele Musikfreunde die Sommerhymne des letzten Jahres geschrieben. Deshalb wurde es auch Zeit, dass die beiden endlich mal nach Deutschland kommen, auch wenn das Wetter in Hamburg derzeit natürlich nicht besonders sommerlich ist.
Doch bei aller Vorfreude auf den Hauptact gehörte die Bühne zunächst ein mal Saboteur aus besagter Hansestadt. Der eine oder andere kennt Saboteur vielleicht, weil der umtriebige Alex Tsitsigias - seinerseits bekannt durch Bands wie Schrottgrenze und Das Bierbeben - hier auch schon mal seine Finger im Spiel hatte. Selbstverständlich war dieser auch im Publikum anwesend, um seine Jungs zu unterstützen. Aber das hatten diese überhaupt nicht nötig: Saboteur spielen hervorragenden schrammeligen Indierock der guten alten amerikanischen Schule der 1990er Jahre. Vom ersten Akkord an konnte man hier die Vorbilder heraushören: Pavement, ein wenig Dinosaur Jr, vor allem aber Sonic Youth und Guided By Voices. Da gab es wunderschöne Hooklines, Sänger und Bassist Peter hat eine gute Stimme und er und seine drei Mitstreiter hatten sichtlich sichtlich Spaß, im gut gefüllten Molotow aufzutreten.

Songs wie das tolle "Love Spreader" gehen direkt ins Ohr und in den Bauch, ufern aber auch gerne mal in lärmige Dissonanzen aus, genau so, wie man das eben mag. Schön zu wissen, dass diese ausgesprochen talentierte Band bei einem kompetenten Label wie die Defiance Records untergekommen ist. Das dort erschienende Album mit dem schönen Titel "A Place Where Painters Meet" sollte man sich dringend zulegen und sich auf mehr von den Jungs freuen.

Danach betraten Brian King und David Prowse - zusammen Japandroids - die niedrige Bühne des Molotow. Und eines machten sie von vornherein klar: Sie wollen nicht gehen, bevor der Laden nicht am Kochen ist. Das gab sogleich Sympathiepunkte. Überhaupt machten David und Brian einen unglaublich netten Eindruck: Freundliche und witzige Ansagen meist seitens Brians, jugendlicher Ungestüm nicht nur in der Musik, sondern auch in der Show und dazu eine gesunde Portion augenzwinkernder Größenwahn. Der Ventilator, der sonst dafür zuständig ist, Brians Haare für coole Posen durchzuwirbeln, kam leider nicht so stark zur Geltung, wie man es vielleicht aus den Videos der Band kennt. Aber Brian war vermutlich auch kürzlich beim Friseur, seine Frisur war nämlich auch einfach nicht mehr lang genug. Dafür konnte man spüren, dass die Japandroids sehr dankbar waren, vor so einem guten Publikum zu spielen, was in Hamburg schließlich auch nicht jeder Band vergönnt ist.

Es wurden selbstverständlich alle Songs vom Album gespielt, was bei gerade mal acht Stücken aber auch das Mindeste ist. Besonders bei den potenziellen Hits "Wet Hair", "The Boys Are Leaving Town" und "Sovereignty" ging es vor der Bühne ordentlich rund, wie sich das gehört. "Wet Hair" wurde von Brian sogar extra nochmal angestimmt, nachdem der Song eigentlich schon zu Ende war. Die Begründung: Bis dahin hatten David und er das Stück einfach noch nicht hart genug gerockt. Es ist schon erstaunlich, was für Lärm gerade mal zwei Leute mit zwei Instrumenten zu erzeugen in der Lage sind, aber dass das funktionieren kann, weiß man spätestens seit den White Stripes. Dazu gab es auch neue Songs zu hören, die dieses Jahr schrittweise auf mehreren 7-Inch-Singles veröffentlicht werden sollen. Der Höhepunkt des Abends war aber, und das war von Anfang an klar, natürlich "Young Hearts Spark Fire" dicht gefolgt vom übergroßen "Crazy/Forever", der Quasi-Ballade des Albums.

Am Ende des Sets wollte das Publikum die beiden gar nicht mehr gehen lassen - aber das ist nun mal der Preis, wenn eine Band erst so wenige Songs im Repertoire hat. Das Konzert jedenfalls verspricht Großes für die Zukunft. Zwei tolle Platten, zwei tolle Bands, ein toller Abend.
Surfempfehlung:
www.japandroids.com
www.myspace.com/japandroids
www.lastfm.de/music/Japandroids
de.wikipedia.org/wiki/Japandroids
www.myspace.com/saboteurrr
Text: -Felix Maliers-
Foto: -Pressefreigabe-

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