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Bibi is back!

Olli Schulz & Home Of The Lame

Wolfsburg, Hallenbad
09.02.2010
Olli Schulz
Keine Vorband, sondern einen Vorfilm gibt es auf der laufenden Olli Schulz-Tour zu bewundern. Dabei sollte man sich von Ollis koketter Tiefstapelei, der Film sei "scheiße gefilmt" und der Ton eigentlich kaum verständlich, nicht verunsichern lassen. Was man da zu sehen bekommt, kann einem einem dennoch das Blut in den Adern gefrieren lassen: So bekannte Rockheroen wie Slanzy Gambler, Rassel Loh und natürlich Gitarrenlegende Nails Lippers, dessen Verhalten die Bibi McBenson Band dereinst entzweite, zelebrieren Sex Rock allererster Güte und gehen dabei vor die Hunde. Will heißen: Sie fahren zu ihrem Reunion-Konzert nach Wien, essen zu alte Mettbrötchen, verlieren Geld an Glücksspielautomaten an Autobahnraststätten und sind schon vor dem Konzert so lattenstramm, dass nach vier Songs schicht ist. Und wer soll schuld sein an all dem Elend? Na klar, die ganzen Wichser da draußen, allen voran Dr. Helmut Kohl. Vielleicht hätte Bibi, der übrigens eine gewisse Ähnlichkeit mit Olli Schulz hat, doch lieber die Disko "Bibis Paradise" in einem riesigen Buffalo-Turnschuh aufmachen sollen...
Olli Schulz erwies sich wenig später als routinierter wie spontaner Entertainer, dem in Sachen ironisch-gekonnter und einsichtsreicher Ansagen allerhöchstens noch Bernd Begemann das Wasser reichen kann. Schlagkräftig unterstützt durch Felix Gebhards Home Of The Lame bekam das ca. zu 2/3 gefüllte Nichtschwimmer-Becken des Wolfsburger Hallenbads einen amerikanisch-dominierten Rocksound geboten, der von virtuos eingearbeiteten Zitaten lebte und unheimlich gut klang. Dreh- und Angelpunkt des zweistündigen Konzerts war Ollis aktuelles und wohl reifstes Album "Es brennt so schön", das mit wenigen Ausnahmen (darunter "Mach den Bibo") komplett dargeboten wurde.

Zwischendurch zeigte der Exil-Hamburger einmal mehr, dass er auch problemlos nur mit der Akustikgitarre den Laden zusammenhalten kann und dass das nächste Album den ein oder anderen einen Hit haben wird: Ob "Nachts, wenn der Affe schreit" jedoch Titelsong der nächsten Jungle Camp-Eskapaden wird? Nun ja.

Olli Schulz
Dass Olli Schulz in der Tat fantastische Songs schreiben kann, bewiesen zu guter Letzt auch das wunderbare, im Mittelteil in bester Wilco-Tradition zerhackte "Isabell" und ein bezauberndes "Bloß Freunde": "Die Leute denken, wir sind betrunken. Dabei sind wir bloß Freunde." - Jeff Tweedy hätte es nicht besser sagen können.
Surfempfehlung:
www.ollischulz.com
www.myspace.com/ollischulz
www.myspace.com/homeofthelame
Text: -Christian Spieß-
Fotos: -Julia Kullmann-


 
 

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