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Ohne C64 keine Welle

Welle:Erdball

Duisburg, Pulp
25.03.2010

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Welle:Erdball
Die Menge gröhlt, klatscht und jubelt. Die Zuschauer im Eventschloss Pulp haben noch lange nicht genug - sie wollen Welle:Erdball noch nicht von der Bühne lassen. "23, 23..."-Rufe hallen durch die Grotte. Die Fans fordern den Song so nachdrücklich, dass Sänger Honey die Schlagzeile der morgigen Zeitung schon vor sich sieht: "Kleine Elekto-Band in Duisburg von wütenden Fans getötet, weil sie '23' nicht spielen wollte". Also gibt Honey besser nach, drückt ein paar Knöpfchen, bis der C64 schließlich die gewünschten Töne ausspuckt.
Zwei Stunden zuvor: Um 19.40 Uhr betreten Honey und A.L.F. die Bühne und beginnen mit ihrer Show. Noch liegt der größte Teil der Bühne hinter einem roten Vorhang. Er verhüllt die Bühnenaccessoires, die Welle:Erdball zu jeder guten Bühnenshow brauchen. Als er endlich langsam zur Seite gleitet, gibt er den Blick auf zwei große Spielarcaden-Automaten, mit den Namen der weiblichen Welle:Erdball-Mitglieder Plastique und Frl. Venus versehen, frei. Sie rahmen den Platz von Keyboarder A.L.F. ein. Große Paravents, von hinten beleuchtet, hinter denen sich die beiden Damen während der Show umkleiden, runden die Szenerie ab.

Was nun folgt, ist eine Huldigung des C64 - Welle:Erdball lieben den kleinen, alten Personal-Computer, der ihren Sound so unverwechselbar macht. Und genau das erwartet das Publikum auch in den kommenden zwei Stunden: Minimal-elektronische Klänge, ein Querschnitt durch über 15 Jahre Bandgeschichte, in einem ganz eigenen Sound. Und mit einer ganz eigenen Art der Inszenierung. Honey, der sein Publikum wie immer siezt, stapelt tief, fordert das Publikum auf, sparsam mit Applaus zu sein. Er geizt jedoch auch nicht mit drastischen Worten. So ruft er bei der Ankündigung zum Welle-Song "Mensch aus Glas" zu sorgfältigerem Umgang mit persönlichen Daten im Internet auf. Kaum hat der Song begonnen, halten Plastique und Frl. Venus, rechts und links von der Bühne auf Drehpodesten stehend, Schilder mit den Worten "Kaufen", "Konsumieren", "Vermehre Dich" und "Schlaf weiter" in die Höhe.

Welle:Erdball versorgen das Publikum im Pulp nicht nur mit Musik, sondern auch mit den dazu passenden Bildern. Sie schwingen Fahnen mit dem Welle:Erdball-Logo zu "Hoch die Fahnen" oder lassen Honey auf das nicht mehr wegzudenkende Stahlfass zu "Arbeit adelt" einschlagen. Welle:Erdball betrachten sich eben nicht als Band, sondern als Künstler im Allgemeinen. Bei ihnen muss das Gesamtkonzept stimmen. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, diese Maxime gilt offenbar auch während des Konzertes. So wirft Plastique bei ihrem Song "Ich bin aus Plastik" einen riesigen Herz-Lolli von der Bühne. Ein C64 fliegt ebenfalls in die Menge. Und zu "Starfighter F-104 G" lässt Honey Papierflieger über die Köpfe der Zuschauer gleiten. Die würden umso besser fliegen, je wärmer es sei. Als der erste einmal quer durch die Halle gleitet ist auch dem Frontmann klar - im Zuschauerraum ist es verdammt heiß. Dass sich weder die Temperatur noch die Stimmung abkühlt, dafür sorgen Welle:Erdball mit "Wo kommen all die Geister her?". Dann ist erstmal Schluss, die Band verlässt die Bühne. Bis sie schließlich von der lautstark Zugabe fordernden Menge zurückgerufen wird. Es folgen weitere Highlights wie "Monoton + Minimal" und "Lass uns ein Computer sein", bevor endlich das lange und ausdauernd geforderte "23" erklingt. Mit "Alles Lüge" und "Es geht voran" endet dann, nach mehreren vergeblichen Anläufen die Show zu beenden, dieses wunderbare Konzert. Zurück bleiben nach über zwei Stunden Konzert-Genuss viele glückliche Menschen, die bei der anschließenden Party noch bis in die Morgenstunden im Pulp weitertanzen.

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Surfempfehlung:
www.welle-erdball.info
www.myspace.com/funkbereit
Text: -Regine Krüßmann / Esther Mai-
Foto: -Esther Mai-

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