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Konzert-Bericht
 
Party electronique

Kele

Hamburg, Prinzenbarhalle
21.05.2010
Kele
Letztes Jahr im Februar hatten Bloc Party an gleicher Stelle ein überraschend gutes Konzert gegeben. Das Docks war ausverkauft, die Stimmung - sowohl auf als auch vor der Bühne - bestens. Jetzt, im Mai 2010, sind wir zwar auch im Docks, allerdings nur im halben - denn offiziell ist dies heute Abend die Prinzenbarhalle, in der der Bloc Party-Frontmann Kele Okereke sein sechstes Konzert seiner bisherigen Solo-Tour bestreitet. Dass die normale und charmante Prinzenbar für diesen Rahmen zu klein und das Docks zu groß gewesen wäre, sollte sich als gute Entscheidung herausstellen. (Das Docks ist die große Halle mit Eingang auf der Reeperbahn, die Prinzenbar ein kleiner schmucker Raum auf der Rückseite des Docks. Die Prinzenbarhalle hat den normalen Prinzenbar-Eingang, führt aber in die halb abgetrennte Halle des Docks.)
"The Boxer", Keles Solo-Album, wird erst im Juni 2010 zu haben sein, dennoch präsentiert er seine Songs schonmal vorab live und lädt damit zugleich zur Dance Rock Party - denn wer sich bereits mit dem auf seiner MySpace-Seite zu findenden Track "Tenderoni" befasst hat, der konnte schon in etwa ahnen, was hier aufgeboten wird. Wo es im Rahmen von Bloc Party bisher immer nur dezent elektronische Spielereien gab, geht es bei Kele solo schon eher in die andere Richtung - viel Elektronik und wenig Rock. "Walk Tall", der erste Song des Abends, ist auch direkt ein erstes Ausrufezeichen. Stampfende Beats, der Gesang mit etwas militärischem Einschlag, Keles Mitstreiter (eine Dame an Keyboards, ein Kollege ebenfalls an Keyboards und zusätzlich an Gitarre und Bass, sowie ein Drummer) bedienen hier alles, was elektronische Sounds hervorbringt. Das legt sich teilweise im Laufe des Abends wieder, denn der Drummer sitzt größtenteils hinter seinem richtigen Schlagzeug, ab und zu sind auch Gitarren und Bass zu hören. Kele selbst beschränkt sich bei den meisten Songs auf den Gesang und hat die Hände frei, um ein wenig auf der Bühne herumzutanzen. Wenn er dann zur Abwechslung doch zur Gitarre greift und das selbst kommentiert ("Oh, eine Gitarre - die habe ich ja lange nicht gesehen!"), dann klingt es auch auch schonmal ein wenig nach Bloc Party - nur ohne die anderen drei Kollegen.
Apropos Bloc Party: So ganz auf die Songs seiner anderen Band mochte er dann doch nicht verzichten - so gab es in der Mitte des Konzertes nach der Ankündigung, dass es jetzt "etwas altes" geben würde, ein Bloc Party-Medley. Richtig - ein Medley. Was man normalerweise nur von abgehalfterten Schlagertypen beim x-ten Comeback-Versuch zu hören bekommt. Ganz so schlimm war es dann doch nicht, denn "Blue Light" und "One More Chance" wurden einem elektronischen Remix unterzogen - das war zwar Bloc Party, aber im Kele-Modus. Nicht verkehrt, und das brachte natürlich auch entsprechend Stimmung in die Prinzenbarhalle. Die Stimmung an sich war größtenteils in Ordnung, viele Bloc Party-Anhänger mussten sich wohl erst an den neuen Sound gewöhnen, die Songs waren natürlich fast alle noch unbekannt, aber wenn man sich darauf einlässt, dann war es schon eine kleine Party mit guter Electro-Musik. (Zeit für ein kurzes Geburtstagsständchen war dann auch noch, nachdem Kele ein Zettel aus dem Publikum gereicht wurde, worauf er gebeten wurde, einem gewissen Stephan zu gratulieren.)
Surfempfehlung:
www.myspace.com/iamkele
www.iamkele.com
Text: -David Bluhm-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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