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Besonders besonders

Pearl Jam
Ben Harper & The Relentless 7

Berlin, Wuhlheide
30.06.2010
Pearl Jam
Es stand schon vorher klar, dass dieses keine gewöhnliche Pearl Jam-Show werden würden. Dass es nur ein Konzert geben wird. Nein. Tränen und große Gefühle waren schon vorher sicher. Denn vor exakt zehn Jahren starben in Roskilde neun Menschen. Während Pearl Jam auf der Bühne standen. Heute stehen sie in der Wuhlheide in Berlin. Wie eigentlich jedes Jahr. Doch diesmal kämpft Eddie Vedder mit den Tränen. Stone Gossard nimmt sein Sänger in den Arm, nachdem er an die Tragödie und die Toten gedacht. Er erzählt über die Angehörigen, er leidet und die Massen tun es mit ihm. Es ist der emotionale Höhepunkt des Abends.
Das erste Mal ticken die Leute am Ende von Ben Harper aus. Der hat mit seinen Relentless 7 einen soliden, einen souveränen, aber sicher keinen berauschenden Gig gespielt, ehe er sich einen besonderen Gast auf die Bühne holt. Eddie Vedder persönlich kommt dazu und gemeinsam covern sie "Under Pressure" von Queen. Und sie alle reißen die Augen auf, jaulen vor Glück, schütteln sich und ihre Endorphine. Die wenigen Berliner, die Massen aus der ganzen Republik, aus ganz Europa. Ein globales Phänomen. "Er ist nur ein Mensch", möchte man den vielleicht 17.000 Leuten zurufen. "Ja, er ist Eddie, aber ihr müsst nicht weinen, weil er für euch singt!". Aber sie hören nicht.

Die Band Pearl Jam ist fantastisch, sie großartig, sie gehört in die persönlichen Top 3. Und wird hier auch immer bleiben. Aber was mal wieder in Berlin passiert, ist eigentlich zu viel. Zu viel Liebe, zu viel Euphorie, zu viel Demut.

Pearl Jam spielen eine mal wieder unglaublich gute Show. Mit "Long Road" legen sie los, spielen sich dann durche ihre Platten, von früher ("Why Go", "Elderly Woman Behind The Counter In A Small Town", "Even Flow") bis heute ("Johnny Guitar" und "Gonna See My Friend" feiern ihre Europa-Premieren) und was so dazwischen lag ("Immortality", "Do The Evolution", "Given To Fly"). Es ist fantastisch und die Demut und die Euphorie packen einen zwar nicht, aber sie stören auch nicht mehr. Weil Pearl Jam die ganze Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Mit einem charmanten Auftreten, mit wenigen, aber gekonnt platzierten Ansagen, mit wunderbarer Musik. Und eben einer starken, aber sicher nicht sensationellen Setlist.

Zur Zugabe wird es noch stärker. Legendär, weil das erste Mal live gespielt, kommt ihr P.I.L.-Cover "Public Image", aufregend fällt auch "Kick Out The Jams" aus. Weil sich hier Peter Buck von R.E.M. zu Pearl Jam auf die Bühne gesellt. Zwischendrin das tolle "The Fixer" oder "Spin The Black Circle". Und nach einer ganz starken, ganz dunklen Version von "Black" dann Eddie am Gedenken. "Wir denken heute nicht mehr als sonst an die Tragödie. Wir denken jeden Tag daran." Gänsehaut, Tränen. Ein paar Spacken schreien während der Schweigeminute. "Come Back" ist der sentimentale Abschluss. Mit "Alive" und - natürlich - "Yellow Ledbetter" darf, soll und muss ein letztes Mal gefeiert werden. Wird es. Man sieht sich nächsten Jahr.
Surfempfehlung:
www.pearljam.com
www.myspace.com/tenclub
www.benharper.com
www.myspace.com/benharper
Text: -Mathias Frank-
Foto: -Danny Clinch-


 
 

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