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Konzert-Bericht
 
Versteckter Spaß

The Gaslight Anthem
Chuck Ragan

Hamburg, Große Freiheit 36
27.10.2010
The Gaslight Anthem
Bei Konzerten von The Gaslight Anthem hat man nicht nur dabei, sondern auch pünktlich zu sein. Weil es immer mehr als nur die Jungs aus Jersey zu erleben gibt. Beim letzten Mal in Hamburg zum Beispiel hätten Zuspätkommer unter anderem Frank Turner verpasst. Diesmal macht sogar Chuck Ragan den Anheizer. Und das ist ja schon für sich ein Pflichtbesuch, logisch. Doch natürlich wäre die Große Freiheit 36 auch ohne Vorbands ausverkauft. Seit Ewigkeiten. Und auch ohne den Hot Water Music-Sänger wäre es am Ende ein toller Abend geworden. So aber wurde er noch toller.
Chuck Ragan
Das Laden ist voll, die Spannung spürbar, die Welt hat auf The Gaslight Anthem gewartet und viel kann nicht schief gehen. Weil die Platten des Headliners einfach zu gut sind, weil die Jungs selbst zu nett sind, weil die Zuschauer einfach Bock auf Rock N Roll haben. Und ein nicht gerade kleiner Teil derer drängelt sich schon frühzeitig nach vorne und in Position. Weil eben Chuck Ragan kommt. Doch wie wird es laufen? Wird er auch den großen Club begeistern können? Nach kleinen Gigs vor wenigen bis einigen hundert Leutchen steht er nur vor vielleicht 1.300 Gesichtern. Und macht seine Sache mal wieder ausgezeichnet. Am Ende hat er sie mal wieder alle in seinen Bann gezogen. Von der ersten Reihe bis zum Balkon wird dem Mann der verdiente Respekt entgegen gebracht. Und das nicht nur, weil seine Lieder so toll sind, sondern weil man ihm - heute frisch rasiert und meistens wieder mit Geigenspieler Jon Gaut an seiner Seite - einfach den Spaß abnimmt und zu jeder Sekunde spürt, dass dieser Typ da oben gerade nichts anderes machen möchte, als "The Boat" und "For Brocken Ears" und "The Trench" all seine anderen Songs zu spielen. 45 Minuten durfte er das tun. 45 Minuten spielte er Mundharmonika und Gitarre, schwitze und sang er, dankte wie gewohnt den anderen Bands des Abends und 45 Minuten begeisterte er die Menge.
The Gaslight Anthem betreten dann zu "Hells Bells" die Bühne. Auf dieser hängt eine Pauli-Flagge, am Schlüsselbund von Gitarrist Alex Rosamilia baumelt der dazu passenden Anhänger. Das scheint aber keine Masche zu sein, der Typ steht echt auf den Club. Was ihn für die Jungs und Mädels im Publikum natürlich nicht unsympathischer macht. Im Mittelpunkt aber natürlich Fallon. Der Boss, der Sänger. Der Nicht-Entertainer. Das ist dann - neben dem nicht immer wirklichen guten Sound - auch der größte Kritikpunkt an diesem Abend. Die Band spielt nur. Sie spielt super und toll, aber sie macht nichts anderes, sie lebt nicht so wirklich, sie unterhält nicht, sie zeigt keine ähnliche Leidenschaft wie Chuck Ragan. Interaktion gibt es nur selten. Weder untereinander, noch mit dem Publikum. Kurz wird über Ragan, Krokodile und Florida gelacht, manchmal wird sich bedankt. Und das war es. Klar, die Band galt noch nie als großer Showact, aber so reserviert wie diesmal hat man sie dann auch nicht erlebt.

Musikalisch aber natürlich gab es hier nichts zu meckern. Im Gegenteil. Denn auch wenn sich manch Fan von damals sicher ein bisschen mehr "Sink Or Swim" gewünscht hätte, gab es natürlich Hit auf Hit. Die letzten beiden Platten wurden nahezu komplett gespielt, die Band spielte und spielte und wurde nicht von der Bühne gelassen. Und weil sie auch nicht ging, glauben wir einfach mal, dass sie mehr Spaß hatte, als sie uns durch ihr Auftreten gezeigt hat.

Surfempfehlung:
www.gaslightanthem.com
www.myspace.com/thegaslightanthem
www.chuckraganmusic.com
www.myspace.com/chuckragan
Text: -Mathias Frank-
Fotos: -Mathias Frank-


 
 

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