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Ohne Cille - mit Sex, Drugs & Rock N Roll

Dúné
Ginger Ninja

Köln, Luxor
18.01.2011
Dúné
Dass Quotenmädel Cecilie "Cille" Dyrberg Dúné vor Kurzem verlassen hat, ist sehbar, hörbar und spürbar. Vor allem Letzteres, denn die sechs Jungs scheinen die Chance genutzt zu haben, die Zügel mal ein bisschen fahren zu lassen. Die 22-jährige durfte oft genug Anstandsdame spielen und bremste ihre Männer bei gelegentlichen Eskapaden gerne mal ab, darüber hat selbst die Band gewitzelt. Dass Dúné seit November ebendiese Aufseherfunktion und eine Menge Östrogen abgehen, ist nicht nur daran erkennbar, dass die vormaligen Energydrinks gegen Bier eingetauscht wurden.
Ginger Ninja
Doch bevor die jetzt sechsköpfige Truppe das Luxor rocken durfte, wurden die Kölner Fans mit noch einer Neuheit konfrontiert: Einer Vorband. Bisher waren die kölsche Jecken Einzelauftritte ihrer Helden gewohnt, aber für die diesjährige Mini-Ausgabe einer Wintertour in Deutschland haben Dúné sich die ebenfalls dänischen Ginger Ninja dazugeholt. Die machen nicht nur mit kuriosem Namen, sondern auch überzeugender Live-Show auf sich aufmerksam. Und wackeligem Deutsch. Denn nachdem in der Muttersprache noch ein paar Anweisungen an die Technik geschickt wurden, wird Hit "Sunshine" dann auch mit "Sonnenschein" angesagt, und allein dafür wird das Quartett totgejubelt. Neben bunten Synth-Teppichen, die bei Dúné-Publikum ja ohnehin auf Wohlwollen treffen, können Ginger Ninja mit epischen Chören auch stimmliche Qualitäten beweisen: Klarer als Henrik Hamiltons Gesang gibt's nicht, an diesem Abend sitzt jeder Ton.

Gut 30 Minuten später hat es sich auch schon ausgesungen, die Ninjas ziehen unter Kreischen und Pfeifen von der Bühne und machen Platz für den Umbau. Ungeduldig werden die Fans an diesem Abend nicht, eine weitere halbe Stunde wird ohne Murren hingenommen und dann geht es los: Jetzt wird sich nicht mehr nur vereinzelt behelfsmäßiges Tempo in den Gehörgang gestopft - das Geschrei ist ohrenbetäubend. Die sechs jungen Männer des Hauptacts kommen nach und nach auf die Bühne und setzen in "The Last Dinosaur In Congo" ein; als Letzter schreitet Mattias nach vorne und ergreift das Mikro. Und wer jetzt verwirrt "Männer!?" fragt: Oh ja, das sind sie mittlerweile. Dúné sind erwachsen geworden, nicht nur physisch.

Vom 300 Fans packenden MTC wurde auf das 500 Besuchern Platz bietende Luxor upgedatet, Red Bull wurde gegen Bier eingetauscht, zahlreiche Tattoos sind dazugekommen und statt unschuldigem Weiß trägt Front-Engel Mattias heute sündiges Schwarz. Die der Band seit jeher eigene Souveränität wurde perfektioniert, es wird mehr improvisiert, mehr genossen. Denn dass dieses Sextett Spaß an der Arbeit hat, steht außer Frage, die Setlist spielt sich wie von selbst. Und das ist eine Setlist, die sich sehen lassen kann.

Nach dem Opener kommen mit "Bloodlines" und "Heiress Of Valentina" gleich zwei Songs, bei denen man auf seine Füße achten sollte, die sind später grün und blau. Auch beim gelungenen Medley aus "Speed" und "Blast Beat" wird gepogt bis zum Abwinken, Kracher wie "Everybody Fights The Lust" und "Victim Of The City" tun ihr Übriges. Binnen Kurzem herrscht im kleinen Luxor große Hitze, und die wird nicht nur vom Sound angepeitscht. Auch Mattias findet, Drummer Malte sei der "luckiest man in the room". Der dürfe sich nämlich den Arsch des Frontmanns angucken, anderthalb Stunden, jeden verdammten Tag. Dass Danny sich irgendwann das Shirt vom Leib reißt und Ole in bemerkenswerter roter Leoparden-Leggins über die Bühne fegt, ist schon nichts besonderes mehr, das gehört zum Programm.

Nach anderthalb Stunden Powerplay macht sich dann nochmal der lange Aufenthalt in Berlin bemerkbar und Mattias schließt mit den Worten "Liebe Damen und Herren, Mädchen und Jungs, unsere Ambition is to make love!". Sagte er und sprang zu einem Stage Dive in die Menge, bevor man passender Weise mit "Time To Leave" in die so gar nicht heiße Kölner Nacht entlassen wird. Auffallend: Kein einziges Wort zu Cecilie.
Surfempfehlung:
www.dunesite.com
www.myspace.com/dunesite
www.gingerninja.de
www.myspace.com/gingerninjamyspace
Text: -Lisa Schmitz-
Fotos: -Lisa Schmitz-


 
 

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