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Electronic Performers

Air
Sebastien Tellier

Köln, Palladium
22.09.2001
Air
Der Abend ihres Kölner Konzertes hätte für Air nicht passender sein können: Draußen ist es dunkel und neben der Kälte verrät einem auch noch der Regen, daß es eventuell Herbst geworden sein könnte. Kurz: Es ist ungemütlich da draußen und das nicht nur, weil sich das Palladium im wenig romantischen Gewerbegebiet von Köln-Mülheim befindet. Unter diesen Umständen begeben sich die Menschen doch gerne in eine gut beheizte und gefüllte Konzerthalle, um stimmungsvoller Musik zu lauschen.
Air
Zwar ist die Aufnahmefähigkeit beim Support Sebastien Tellier nicht ganz so überwältigend, doch auch der Mann kann mit seinen Klangepen aus Elektrosounds und Klassik überzeugen. Der Zuspruch ist überraschend positiv.

Als Haupt-Act wird man wohl keine Schwierigkeiten haben, das Publikum bei Laune zu halten. Besagter Act ist für die Tour von den zwei Fricklern Jean-Benoit Dunckel und Nicolas Godin auf eine Liveband von insgesamt fünf Leuten angewachsen. Air setzen ihren Sound mit Hilfe vom amerikanischen Singer/Songwriter Jason Falkner am Baß, mit dem ehemaligen Redd Kross-Schlagzeuger Brian Reitzell und einem zweiten Keyboarder namens James Rotundi um. Dunckel bedient gleichzeitig drei Keyboards, während Godin abwechselnd Akustik- und E-Gitarre einsetzt. Nicht zuletzt daran wird es liegen, daß sich der ein- oder andere Zuhörer eher an ein Rockkonzert erinnert fühlen und sich zudem fragen wird, was denn mit der Band los ist, die so sanften, besinnlichen Elektrosound auf ihren Alben abliefert. Dennoch kann sich keiner über mangelnden Enthusiasmus beklagen, da die Überraschung bestens zu funktionieren scheint. Godin freut sich und übernimmt zudem die ohnehin eher reduzierte Kommunikation. "Dieser Song handelt von Sex!" erklärt er mit seinem charmanten Akzent in einer der wenigen Ansagen. Gut, daß wir darüber gesprochen haben, unter Umständen hätte das vielleicht niemand gemerkt.

Air
Die Gesangspassagen teilen sich Godin, Dunckel und Falkner, wobei letztere eher statisch und unbewegt an ihren Instrumenten verharren. Dunckel besitzt in seinem schwarzen Ledermantel, eingehüllt in künstlichen Nebel und grelles Licht die Ausstrahlung eines Bösewichts in einem James Bond Film. Zu einem wirklichen Erlebnis wird "Kelly Watch The Stars", bei dem zwei Elektro-Schlagzeuge eingesetzt werden und für einen äußerst interessanten Drum'n'Bass-Rhythmus sorgen. Das Stück wird auf eine Länge jenseits der bekannten Radiosingle ausgeweitet und in diesem Zusammenhang klingt die Angelegenheit wirklich nach dem verträumten Albumsound. Da wundert es auch kaum, daß die sportlichen Zigaretten durchs Publikum kreisen. Solche Momente gehören allerdings nicht zum überwiegenden Teil dieses Abends und der kreativen Umsetzung des Albums durch die Band gebührt alle Achtung. Und wenn die Verabschiedung in Form einer extralangen Version von "Sexy Boy", allerdings ohne derart stimmlich verfremdeten Gesang, stattfindet, kann auch niemand wirklich traurig über das Ende sein.
Text: -Laura Scheiter-
Fotos: -David Bluhm-

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