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Konzert-Bericht
 
Zurück auf dem Dancefloor

The Rapture

Hamburg, Knust
09.11.2011
The Rapture
Vor dem Konzert konnte man auf verschiedenen Websites noch lesen, dass die DFA-Label-Kollegen Prinzhorn Dance School The Rapture auf ihrer Tour als Support begleiten würden. Im Knust selbst konnte man dann jedoch verwundert feststellen, dass es zumindest kein Merchandise von Prinzhorn Dance School zu kaufen gab. Doch nach und nach erhärtete sich der Verdacht, dass es am Mittwochabend überhaupt keine Vorband geben würde. Dementsprechend ungeduldig wurde das nicht mehr ganz junge Publikum (man bedenke, dass "House Of Jealous Lovers" vor ziemlich genau neun Jahren erschien...), als um 22:00 Uhr immer noch kein Musiker die Bühne betreten hatte. Divenalarm? Prinzhorn Dance School tauchten jedenfalls nicht mehr auf - sehr zur Erleichterung der arbeitenden Bevölkerung übrigens. Schließlich wollte diese nach über einer Stunde sinnloser Warterei - der Konzertbeginn war mit 21:00 Uhr angegeben - auch irgendwann mal nach Hause.
Doch kaum erklingen die ersten Takte des Sets von The Rapture, ist der Ärger auch schon wieder verflogen. Obwohl die Band das Konzert mit Songs von ihrem neuen Album "In The Grace Of Your Love" eröffnet, kommt sofort Bewegung ins Publikum - sie haben es eben immer noch drauf. Selbst der eher schüchterne Sänger Luke Jenner ist bei bester Laune, wenngleich ihn das nicht gerade zum gesprächigsten Frontmann aller Zeiten macht. Beim Tanzen auf der Bühne schlabbert sein viel zu großes weißes T-Shirt um seinen schmalen Körper, was ihm trotz des mittlerweile erkennbar fortgeschrittenen Alters eine sympathisch-jugendliche Aura verleiht.

Auch die neuen Stücke sind erwachsener geworden: Vielleicht einen Tick eingängiger, weniger gebrochen - und vor allem mit jeder Menge Saxophoneinlagen: Ein Instrument, das nach jahrelanger Verdammnis im Jahr 2011 scheinbar gerade ein Comeback feiert. Das von Gabriel Andruzzi bediente Saxophon ist gleichzeitig auch derjenige Faktor, der The Raptures Musik noch einmal ein ganzes Stück Dance- und House-lastiger macht, als sie es ohnehin schon immer war. Das Publikum weiß das natürlich zu schätzen - erst recht, als die Band mit "Olio" - natürlich in der "Echoes"-Version - nochmal mehr Fahrt aufnimmt. Plötzlich die Kuhglocke. Auf einmal ist es wieder 2003. Andruzzi muss das Saxophon beiseite gelegt haben. Wir sind jung. Die Kuhglocke ist laut. Bier und Schnaps fließen in Strömen. Es ist brütend heiß im Knust. Wie wird das Ding eigentlich verstärkt? Wir schwitzen. Die Masse bebt. Ist die Kuhglocke wirklich so laut? Alles tanzt. Es gibt kein Halten mehr: "House Of... Jealous Lovers!" kreischt Luke. Die Party ist eröffnet.

Es ist immer wieder erstaunlich, zu erleben, was ein einziges Lied in hunderten von Menschen gleichzeitig auslösen kann. Das gilt Mittwochnacht für das Publikum im Knust. Das galt aber auch schon damals, im Jahr 2002, als plötzlich eine ganze Szene definiert wurde. Mit einer Kuhglocke als Erkennungszeichen. Schön, dass The Rapture nach einer schwierigen Phase ihren Spaß an der Musik wiedergefunden haben und diesen Moment der Verzückung, damals 2002, 2003, einfach so zurückholen und auf das Publikum übertragen können. Luke Jenner jedenfalls trägt den ganzen Abend über ein Dauergrinsen im Gesicht. Auch stimmlich ist er in Topform: Was auf Platte immer gequält, gepresst, jaulend, leidend klingt, geht dem Sänger in Wirklichkeit völlig ohne Anstrengung von den Lippen.

Selbstverständlich werden somit die alten Hits wie "Olio", "Whoo! Alright, Yeah... Uh Huh" und natürlich "House Of Jealous Lovers", das auch nach acht bis neun Jahren nichts von seiner Strahlkraft verloren hat, vom Publikum am meisten abgefeiert. Doch auch einige der neuen Nummern kommen ausgezeichnet an: Allen voran natürlich das eingängige "In The Grace Of Your Love". Nach nur etwa einer Stunde ist die mitreißende Show leider bereits vorbei. Entschädigt werden wir dafür jedoch mit einer herrlich ausgedehnten Version der ohnehin schon sechsminütigen Knaller-Single "How Deep Is Your Love?". The Rapture sind zurück auf dem Dancefloor. Und das ist gut so.
Surfempfehlung:
therapturemusic.com
www.myspace.com/therapture
www.lastfm.de/music/The+Rapture
indiepedia.de/index.php?title=The_Rapture
www.facebook.com/pages/The-Rapture/133896639724
Text: -Felix Maliers-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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