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Konzert-Bericht
 
Auf dem Gipfel des Synth-Pop

Bear In Heaven

Berlin, Festsaal Kreuzberg
12.06.2012
Bear In Heaven
Was Au Palais an diesem verregneten Abend verwehrt blieb, schafften Bear In Heaven im Anschluss mit ihrem Set ohne jegliche Mühe - vor einer dicht gedrängten Meute im Festsaal Kreuzberg spielen. Im Mittelfeld des Line-Ups, genau zwischen den Kollegen von Au Palais und Peaking Lights, spielte das Trio aus New York mit seinem Synth-Pop zum Tanz auf, gab sich unheimlich entspannt und fühlte sich zwischen den bunt blinkenden Neon-Röhren der Bühnendekoration sichtlich wohl. Die beste Ausgangsposition, um selbiges Gefühl auch bei den Zuschauern zu wecken.
Einer der größten Pluspunkte, den die Band neben des spielerischen Könnens mit ihrer Show einzuheimsen vermochte, war die ausgesprochen gute Klangqualität, die jeden einzelnen Song bis zum Verstummen der Instrumente begleiten sollte. Gut ausbalanciert und mit dem nötigen Volumen gestärkt, erreichten die Lieder ein klangliches Niveau, das sich verblüffend nah am Studio-Sound bewegte und zudem von einem stimmlich bermerkenswert gut aufgelegten Jon Philpot abgerundet wurde. Dessen Energiereserven konnten selbst nicht durch engagierte Tanzeinlagen getrübt werden, die er neben seiner Arbeit am Synthesizer und an der Gitarre in seinen Bewegungsablauf einstreute.

Die überdeutliche, vokale Gymnastik und die unterschwellig immer von einem Hauch Dramatik begleiteten Gesten erinnerten dabei teilweise ein wenig an Musical-Darstellungen, wobei das stets auf den Lippen sitzende Lächeln zum Glück nicht einstudiert, sondern natürlich wirkte. So dauerte es angesichts dieser demonstrativ ausgelebten Freude nicht lange, bis das Publikum mitzog und sich spürbar schnell davon anstecken ließ.

Mit einem Set, das stark an das Song-Repertoire des letzten Albums der Band "I Love You, It's Cool" angelehnt war, fiel es dann auch nicht schwer, den darauf zum Vorschein kommenden Esprit und ein gewisses Maß an Selbstzufriedenheit für eine gute, volle Stunde im Raum wahrzunehmen. Während Sänger Jon Philpot zwischen Phasen aus Konzentration und völligem Losgelöstsein zu schwanken schien, bei denen er jeweils seiner Rolle als Zugpferd der Band treu blieb, sorgten die restlichen zwei Drittel der Band dauerhaft und penibel für gut sitzende Töne, denen sie jeweils durch ihre eigene Spielart Charakter verliehen.

Bear In Heaven verbrachten ihre kostbare Zeit auf der Bühne lieber mit Spielen als mit geschwungenen Reden, was wiederum bewirkte, dass sich die jeweiligen Stücke ohne qualvolle Unterbrechungen aneinander reihten und das Konzert selbst ohne Abstriche in dynamischer Hinsicht sein volles Potenzial ausschöpfte. Zwei Zugaben gewährten die New Yorker ihrem Berliner Publikum noch, bevor sie sich der tickenden Uhr geschlagen geben und die Bühnenbretter räumen mussten, die sie ganze sechzig Minuten mit viel Einsatz zum verzückten Knarren gebracht haben. We Love You, You're Cool!
Surfempfehlung:
www.bearinheaven.com
www.myspace.com/bearinheaven
www.twitter.com/BearInHeaven
www.facebook.com/BearInHeaven
Text: -Annett Bonkowski-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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