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Konzert-Bericht
 
Dresscode: Gänsehaut-Anzug

The National

London, Roundhouse
26.06.2013
The National
Weil The National seltsamer- und sträflicherweise nicht für das alljährliche Glastonbury Festival berücksichtigt worden sind, und weil sie sowieso gerade in Europa unterwegs waren, um vor allem die großartigen Songs des neuen Albums "Trouble Will Find Me" live vorzustellen, haben Matt Berninger & Co. dankenswerterweise noch einen relativ kleinen Gig im Londoner Roundhouse (Kapazität ca. 3.300) eingerichtet. Der Andrang war groß, weil jeder die Band noch einmal im kleinen Rahmen sehen wollte, bevor es im Winter direkt zwei Mal in den Alexandra Palace geht. Die Ticket Touts dürften aber leer ausgegangen sein, weil man seinen Ticketgutschein bzw. die Bestellbestätigung samt Ausweis und Kreditkarte an der Kasse verifizieren und gegen ein Plastik-Armband eintauschen musste, das einem letztendlich den Eintritt in das runde Vergnügen ermöglicht.
Nachdem die Local Natives (auch durch Unterstützung bei einem Song von The Nationals Aaron Dessner) durchaus mit ihren großen Melodien und Gesten überzeugen und das Publikum gut einstimmen konnten, waren schon bald Live-Bilder aus dem Backstage-Bereich auf dem Bühnen-Hintergrund zu sehen - dort waren sie also, The National, kurz bevor sie die Bühne betreten. Der größte Jubel brandete auf, sobald Matt Berninger zu sehen war. Dann ging die melancholische Musik-Reise auch schon mit "I Should Live In Salt" los - Berninger in der Mitte, wie immer am Mirko-Ständer klebend, jede Text-Zeile, sei sie noch so klein, wird durchlebt. Eingerahmt von Aaron und Bryce Dessner an Gitarren und Keyboards, Scott und Bryan Devendorf an Bass und Drums. Dazu bei einigen Songs auch noch Bläser. Und was für Songs. Alles im Grunde Hits, aber vorwiegend für die Melancholie Charts. "Bloodbuzz Ohio", "Secret Meeting", "Demons" und "Afraid Of Everyone" - das wohlige Kribbeln will gar nicht mehr aufhören, besonders nicht, wenn es zum großen Finale bei "Squalor Victoria" geht, wo alle Instrumente und Gefühle ausbrechen wollen. Fantastisch. Ruhig geht es mit "I Need My Girl" weiter - dazu lässt Matt Berininger verlauten, dass er textlich in diesem Song mal nicht so viel hasst. Außer sich selbst vielleicht. Es sei sowieso gesund, sich ab und zu mal zu hassen - bevor es jemand anderer macht. Notiert.
The National
Weiter geht es zum Schluss-Teil des Hauptsets mit "Pink Rabbits", "England", "Graceless" und "Fake Empire" - alles vorgetragen mit großartiger Technik. The National haben vermutlich nie besser als jetzt geklungen. Die Songs besitzen auf Konserve bereits eine ungeheure Tiefe, live auf der Bühne kommt noch eine weitere Dimension hinzu - die Songs leben, seufzen, reißen mit, Band, Publikum, alle zusammen. Alle freuen sich über die Zugaben: "Heavenfaced", "Humiliation", "Mr. November", "Terrible Love". Bei "Mr. November" stürtzt sich Matt Berninger mit einem erstaunlich langen Mikro-Kabel in die Menge, ist fast auf der Toilette verschwunden und bahnt sich seinen Weg Richtung Mischpult und wieder zurück auf die Bühne. "I won't fuck us over, I'm Mr. November" schallt es währenddessen ins Roundhouse. Nein, hat er nicht. Besonders nicht, als sich die Band zum letzten Song, "Vanderlyle Crybaby Geeks", an den Bühnenrand stellt und mehr oder weniger dem Publikum den Gesang überlässt. Wie viel Gänsehaut passt auf einen Menschen?
Surfempfehlung:
www.americanmary.com
www.facebook.com/thenationalofficial
twitter.com/The_National
4ad.com/artists/thenational‎
www.thelocalnatives.com
Text: -David Bluhm-
Fotos: -David Bluhm-


 
 

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