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Konzert-Bericht
 
Nur scheinbar unspektakulär

Lee Ranaldo And The Dust

Köln, Gebäude 9
13.11.2013
Lee Ranaldo
Abtauchen mit Lee Ranaldo: Die vielen leidenschaftlichen, persönlich gefärbten Ansagen, mit denen der frühere Sonic-Youth-Gitarrist vor 15 Monaten bei seinem fabelhaften letzten Gastspiel an gleicher Stelle auch zwischen den Songs beeindruckt hatte, fehlen bei seiner Rückkehr ins leider nur recht spärlich besuchte Kölner Gebäude 9. Stattdessen lässt der grundsympathische amerikanische Gitarrentüftler samt seiner exzellenten Band The Dust lieber die Musik für sich sprechen.
Rund 90 Minuten lang verschmelzen Ranaldo und seine drei Mitstreiter (darunter sein einmal mehr permanent freudestrahlender Sonic-Youth-Buddy Steve Shelley am Schlagzeug) Experimental- , Classic- und Prog-Rock zu einer faszinierenden Einheit und unterstreichen dabei eindrucksvoll, dass die ausufernden, mit dunkel schimmernden Melodien und epischen Soli vollgestopften Songs der aktuellen LP-Großtat "Last Night On Earth" wie gemacht sind für die Konzertbühne. Auch deshalb bleiben Rückgriffe auf das letztjährige Album "Between The Times And The Tides" an diesem Abend die Ausnahme, und auf die an anderen Abenden der aktuellen Europa-Tournee gespielten Coverversionen wie "Everybody's Been Burned" (The Byrds) oder "She Cracked" (The Modern Lovers) verzichten die vier komplett.

Dafür glänzt gleich der Opener "Lecce, Leaving" mit mehrfachen Tempo- und Stimmungswechseln, später am Abend durchbrechen Songs wie das psychedelisch umwehte "The Rising Tide" oder der Rausschmeißer "Blackt Out" die ominöse Zehn-Minuten-Marke und geben den Musikern viel Raum, sich ganz in ihrer Musik zu verlieren und hochkonzentriert zu improvisieren. Nur das bei der Zugabe gespielte "Late Descent #2", auf der neuen Platte ein willkommener Ausreißer, will live nicht so recht zünden - vielleicht auch, weil die vier es anders als die anderen Songs bislang nur sehr selten gespielt haben.

Doch auch wenn der Auftritt nicht ganz so aufrührerisch ist wie Ranaldos letzten Konzert im Gebäude 9 und das Bühnengebaren der oft im Halbkreis einander zugewandt stehenden Musiker den ganzen Abend über unscheinbar, ja unspektakulär bleibt - ihre Musik ist alles andere als das.
Surfempfehlung:
www.leeranaldo.com
Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Carsten Wohlfeld-

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