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Die Retter des Rock?

Modest Mouse
Love As Laughter

Frankfurt/Main, Cooky's
10.11.2000
Viel ist über die Band aus dem Nordwesten der USA geschrieben worden. Besonders in ihrer Heimat genießt die Truppe um Sänger Isaac Brock spätestens seit der Veröffentlichung ihres letzten Albums "The Moon & Antarctica" eine Art Kultstatus. Ihre ersten Platten haben sie zudem auf so wichtigen Labels wie K-Records oder Sub Pop veröffentlicht, sind mittlerweile aber bei Matador gelandet. Manche Kommentatoren scheuten sich nicht, die neue Platte in einem Atemzug mit R.E.M's "Document" und Nirvana's "Nevermind" zu nennen. Und zumindest letztere Einschätzung stimmt, was einen bestimmten Aspekt anbetrifft: Modest Mouse rocken!
Um dies unter Beweis zu stellen, waren sie ins Frankfurter Cooky's gekommen. In die Höhle des Löwen sozusagen, denn Frankfurt ist, was Rock-Acts anbetrifft, kein leichtes Pflaster. Glücklicherweise hatte der Club sich gegen zehn mit hauptsächlich amerikanischem Publikum gut gefüllt und Love As Laughter spielten den Anheizer. Die Band um Frontmann Sam Jayne (ex-Lync, ex-Beck-Mitstreiter) spielte amerikanischen Alternativ-Rock, geradlinig, grungig, laut und manchmal etwas schräg. Das Publikum ist freudig gespannt, die Stimmung schon zu Beginn ausgelassen. Love As Laughter machten ihre Sache jedenfalls sehr gut, es war eigentlich schade, daß sie schon nach recht kurzem Set die Bühne verliessen. Nach kurzer Umbaupause betraten dann Isaac Brock, Eric Judy und Jeremiah Green die Bühne. Das Publikum war schon jetzt euphorisch.

Modest Mouse begannen ihren Gig mit dem Song "Trucker Atlas" von ihrem vorletzten Album "The Lonesome Crowded West" und hatten so einen Einstieg gefunden, der die Linie für die knapp zwei Stunden währenden Show vorgeben sollte. Es folgte ein wohlkalkulierter Mix, zumeist Songs der letzten beiden Alben, die alle eines gemeinsam haben, nämlich die enorme Wucht, die der frickelige Gitarrenrock des Trios live entfaltet. Isaac Brocks Stimme wehklagte, Wut brach heraus und doch führen die Songs nie geradlinig zum Ende, vielmehr gehen sie Umwege, werden plötzlich leiser, fast balladesk, um dann wieder in einem furios rockenden Finale zu Ende zu gehen. Brock brüllt in den Tonabnehmer seiner Gitarre, springt herum - eine grandiose Rockshow eben. Und genau hier zeigen sich Qualitäten, die Modest Mouse problemlos in eine Liga mit z.B Built To Spill oder Pavement katapultieren. Ob das schon die Rettung des Rock ist, kann bezweifelt werden, nichtsdestotrotz ein wunderschöner Abend mit aufregenden, aufwühlenden Songs, der leider viel zu früh zu Ende ging. Modest Mouse durften nichteinmal eine Zugabe spielen, weil die Dance-Community bereits in Massen vor dem Club stand. So ist das in Frankfurt! Schade eigentlich und ich muß unweigerlich an einen Song von Tobacco denken, in dem es heißt "...I'am dancing to Robert Forster in my kitchen, while your're out in the clubs on ecstasy". Dem ist nichts hinzuzufügen.

Text: -Carsten Wilhelm-


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