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Konzert-Bericht
 
New Order rules!

New Order
Arthur Baker

Köln, Palladium
16.11.2001

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New Order
"Salford Rules" stand da auf den Verstärkern von Bassist Peter "Hooky" Hook - im Grunde sind New Order, eine der einflußreichsten englischen Bands der 80er Jahre, immer noch dieselben geblieben: Sänger und Gitarrist Bernard Sumner trifft live immer noch nicht alle Töne, Hooky hat immer noch die XL-Gitarren-Riemen, damit ihm der Baß immer schön auf Kniehöhe hängt und Drummer Stephen Morris wechselt immer noch vom "richtigen" Schlagwerk zu den elektronischen Helfern und sie sind immer noch Fußball-Fans. Die Musik ist natürlich auch noch gleich geblieben, nämlich: Umwerfend. Genau wie dieses Konzert im gefüllten Kölner Palladium.
Arthur Baker, Star-DJ und Produzent, durfte als "unsichtbares" Vorgramm auftreten, indem er einige Club-Tunes präsentierte, darunter auch einige New Order Songs. Baker hatte ja bereits in den 80ern u.a. dem Song "Confusion" ein Club-Gewand verpaßt, und diese Version wurde ein voller Erfolg. Jetzt durfte er also wieder ran, aber die knapp 90 Minuten, in denen er das Palladium beschallte, waren teilweise doch recht gewöhnungsbedürftig - das fanden auch einige Fans, die daraufhin demonstrativ das Konzert-Ticket in die Höhe hielten mit der Aussage: Cut the crap! Wir wollen jetzt endlich New Order!

Die kamen dann auch gut gelaunt unter tosendem Applaus auf die Bühne - der letzte Auftritt im Vorprogramm von Robbie Williams war ja kein großer Erfolg. "Crystal" als Opener der Show war eine gute Wahl, doch schon mit dem zweiten Song wurde klar, daß dieser Abend eine wunderbare Zeitreise werden würde: "Transmission" aus Joy Division Zeiten, gefolgt von "Regret" und "Ceremony" bis hin zur aktuellen Single "60 Miles An Hour". Da wurden die musikalischen Jahre nur so durcheinander gewürfelt, aber alle Songs behielten immer die gleich hohe Qualität. Zwar wies Sumner immer wieder darauf hin, daß die Band wohl etwas geschlaucht ist, weil sie am Abend zuvor in Berlin noch mächtig Party gemacht hat, aber das fiel nicht besonders auf - es gab viele Ansagen, wie immer mit einer gehörigen Portion Ironie, und auch sonst schien die Band (live unterstützt an der Gitarre und den Keyboards von Phil Cunningham) genauso großen Spaß gehabt zu haben wie das Publikum. Den Text vergessen zu haben konnte Sumner auch nicht als Ausrede geltend machen, denn zwei Flatscreens standen zu seinen Füßen, um telepromptermäßig die so oft mitgesungenen Zeilen zu präsentieren. Mit "Your Silent Face" ging es wieder Richtung Vergangenheit, mit dem Joy Division Klassiker "Atmosphere" noch ein Stück weiter zurück, um mit "Close Range" zu einer aufgemotzten Version von "Touched By The Hand Of God", mit Arthur Baker im Hintergrund an den Turntables und Sequencern. Was dann folgte, war einfach unbeschreiblich: "Bizarre Love Triangle", "True Faith", "Temptation" und als letzter Song vor der Zugabe eine umwerfende Version von "Love Will Tear Us Apart", angekündigt von Sumner als "very special song". Ja, dieser Song ist wirklich etwas besonderes, das spürte jeder im Publikum. Seine Band-Kollegen waren schon von der Bühne gegangen, als Hooky alleine mit seinem Baß noch einmal die Melodie erklingen ließ, um dann auch erstmal zu verschwinden.

Kurze Zeit später wurde das Palladium mit "Rock The Shack" amtlich durchgeschüttelt, bevor dann die bekannten Drum-Sounds von "Blue Monday" ertönten (Sumner: "Der vorige Song war voll mit Gitarren, der nächste ist voll mit Keyboards."). Eigentlich ist nach diesem Klassiker jedes New Order Konzert beendet, aber diesmal gab es als Rausschmeißer "Ruined In A Day" zu hören. Ein schöner Abschluß eines umwerfenden Konzerts.

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Text: -David Bluhm-
Foto: -David Bluhm-


 
 

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