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Alles Andere als Käse: Frau Antjes hochmusikalische Töchter & Co.

Krezip
Deadline

Köln, Prime Club
15.11.2001
Krezip
Über die durch und durch sympathischen Muziek-Meisjes war an dieser Stelle schon des Öfteren zu lesen. Aus gutem Grund: In den Niederlanden bereits kultischer verehrt, als irgendwo sonst die Sugarbabes (denen sie vermutlich in jeder Disziplin überlegen sind), haben sich die fünf Teens aus Tilburg durch fleissigstes Touren und ihre so überraschend versierte, wie auch leidenschaftliche Bühnenpräsenz auch in Deutschland schon eine glühende Anhängerschaft aufgebaut. Diewelche an diesem Abend in Köln mit Deadline aus Berlin sogar noch eine weitere mehr als nur ein bißchen hörenswerte Nachwuchsband geboten bekam.
Über diese Deadline ist bislang übrigens im Netzdernetze bislang rein gar nichts zu erfahren. Die Band wurde just von WEA gesigned (auch Krezips Brötchenreicher) und wird im Frühjahr eine EP rausbringen - read about it first on www.gaesteliste.de ;-) Aber auch ohne auch nur ein Tönchen von den vier Sympathen aus der Hauptstadt vorab zu kennen, fiel doch positivst auf, welche Melodiefülle die Deadliner da am Start haben. Die Musik hat Jottseidank trotz der Kopfsocke des Sängers nicht das Geringste mit Rap oder Nü Metal zu tun. Hier halndelt es sich um handgemachte, melodische gitarrenbasierte Musik im Spannungsfeld zwischen Pop und Rock, der man unter Kopfhörer auf die Bude rücken könnte, die aber genausogut ohne zu nerven vom Autoradio rezipiert werden könnte.

Die Ansagen waren bei dem Gejohle im vollbesetzten Prime Club mehrheitlich unverständlich, die teilweise wirklich spontan ohrwurmigen Songs hiessen aber irgendwas in der Richtung von "Everlasting Joke", "7.000 Miles" sowie "16-50" und "She". Bei letzterer Nummer fiel ganz besonders die wirklich schöne, bisweilen ins jodelnde’ umkippende Kopfstimme des Sängers auf. Und der Rest der Band rockte halt ohne Ende. Humor ha'm die Großstadtkids auch noch: Weil's anfangs etwas gedämpft losging, heizten Deadline das nun wirklich nicht metallurgische Publikum an: "Für den ersten Stagediver gibt es eine CD gratis". Worauf sich die versammelte Schnittmenge aus pubertierenden Niederländern und rheinischen Lokalmatadoren nicht lange bitten ließ und alsbald Pioniere auf ihren Händen wogen und tanzen ließ. Fazit: Eine der besseren Vorgruppen, die ich mir jemals nichtsahnend eingehandelt habe. Machen neugierig auf mehr.

Doch nun Krezip. Bereits zum zweiten Mal dieses Jahr im Prime Club. Und wieder unterstützt von reichlich niederländischen Fans. Schön für sie, zur Not wär's aber auch ohne gegangen. Und ihre Jugend täuscht. Jacqueline (voc) und Anne (guit) Goevaert sowie Annelies Kuijsters (key), Thijs Romeijn (dr) und Joost van Haaren (bss) sind technisch überaus versierte Techniker. Was damit zu tun haben könnte, daß sie - kaum der Schulbank entwachsen - mit Ausnahme von Anne sämtlich an der "Rock Academy" in Tilburg Musik studieren. Davon bekam das Publikum im Kölner Prime(l) Club zwar nicht die Theorie, aber jede Menge Praxis mit: Die Songs sind ohnehin schon von (der bislang einzigen Debüt-)CD eine wahre Freude, live aber erkennt's sich noch ein bißchen leichter, wie abwechslungsreich jeder einzelne Song gestaltet ist, wie phantastisch gekonnt der Satzgesang. Die recht punkige Energie und die wundervoll variationsreichen Baßfiguren gemahnen sogar bisweilen an The Police! Anne Goevart beispielsweise ist heute siebzehn, und mit 13 zum bereits bestehenden Bandprojekt ihrer Schwester gestossen (so alt werden die meisten skandinavischen Side-Projekte zeitlebens nicht ;-). Reife trotz der relativen Jugend also. Die das Kölner Publikum in Form von zauberhaften Versionen von u.a. "Happy Now", dem Hit "Won't Cry", dem Heavy-Kracher "All Unsaid" sowie natürlich den durchaus auch vorkommenden hypnotischen Piano-Balladen "I Would Stay", "Everything And More" sowie als Zugabe "Fine" geniessen konnte, wobei sich letztgenannte Nummer wirklich hinter überhaupt gar nichts in dieser Richtung zu verstecken braucht. Ach ja, und ein Ausblick auf künftige Großtaten wurde auch vereinzelt gegeben, so etwa mit den bislang unveröffentlichten "Gentle".

Watch out for this young Dutch band!

Text: -Klaus Reckert-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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