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Konzert-Bericht
 
Von ehrlichen Männern, Sommerkleidern und dem Morgen danach!

Monsters Of Soul
Superpunk/ Erobique/ Bazooka Cain

Hamburg, Schlachthof
17.03.2002
Superpunk
Länger schon fristet der erdig erlesene Soul in der Hansestadt ein unverdientes Schattendasein. Elbschnitten und Hamburger Berg-Steiger vergnügen sich zu allerlei Buntem, während legendäre Soulnächte auf dem Kiez den Bach heruntergehen. Hilfe zur Selbsthilfe kam im letzten Jahr völlig unverhofft und trug den Namen Superpunk. Northern Soul mit einer konsumerablen Portion Punkrock versehen, augenzwinkernde Gesellschaftskritik und vor allem immer ein geöffnetes Frischgetränk in der Nähe waren die Koordinaten, zwischen denen sich "Wasser Marsch!" bewegte.
Frei nach dem Motto "Wir lieben die Sixties-Scheiben, aber weil wir sie nicht wirklich nachspielen können, fügen wir eben unseren Style dazu..." gab man der gemeinsamen Tournee mit "Monsters of Soul" einen wahrhaft doppeldeutigen Titel. Bazooka Cain durften den Abend mit ihrer luftig-leichten Mischung aus Easy Listening trifft französichen Frühling eröffnen. Das reichte immerhin um den hinteren Reihen ein interessiertes "Mhmmm" abzuringen und den Sommerkleidern direkt vor der Bühne den Winterstaub abzuschütteln.

Nein, man war nicht mehr ganz alleine auf der Bühne. Den Tourabschluß-Abend hatten Erobique aka Carsten Meyer und Freunde zur Freude vieler schon im voraus zu feiern begonnen. Elektrifizierter Soul, die Schweineorgel ständig als Ausdruck des Guten und die Wellen der Begeisterung legten an Höhe zu. Eine kurze Umbaupause tat dann ihr übriges, um den prall gefüllten Schlachthof endgültig auf den spät beginnenden (23.45) Höhepunkt des Abends zusteuern zu lassen. Superpunk starteten vom ersten Moment an durch, hangelten sich quer durch altes, wie neues Material. Wilde Szenen vor der Bühne zu den "Neuen Zähnen für meinen Bruder und mich", dem ehrlichen Mann, den man nicht auf seine Knie zwingen kann oder der Arbeiterhymne "Auf ein Wort Herr Fabrikant" waren untrügliche Zeichen von außerordentlichem Wohlbefinden im Saal.

All das funktionierte auch auf der Bühne in einer angenehm humorigen Verpackung. Den Klassenfeind der Lächerlichkeit preiszugeben ist das heißblütig erspielte Ziel und Hamburgs Konzertgemeinde wußte es mit anhaltend lautstarken Beifallsbekundungen zu danken. Wenn ein solcher Abend dann auch noch mit einer wunderbaren Party-On Version des Maxine Nightingale Klassikers "Right Back Where We Started From" zu Ende geht, ist alles nur erdenkliche getan, um dem Wochenendausklang einen ganz besonderen Glanz zu verleihen. Sowie dem anschließenden Chill seine ureigensten Ohrwürmer, die auch am Morgen danach noch lange nicht verflogen sind.
Text: -Michael Kellenbenz-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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