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Party nach Maß

Geowulf

Brooklyn, Baby's Alright
21.08.2019

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Geowulf
Die Musiker und anderen Künstler pfeifen es schon seit Jahren von den Dächern: Brooklyn ist das neue Village, was die kulturelle Szene in NYC betrifft. Nicht zuletzt aufgrund der um sich greifenden Gentrifizierung befinden sich heutzutage fast alle wesentlichen Clubs und Venues für kleinere, aber maßgebliche musikalische Events in Brooklyn - genauer gesagt im Stadtteil Williamsburg - mit prächtigem Blick auf die Skyline Manhattans: Etwa die Music Hall Of Williamsburg, der Rough Trade Shop NYC, die legendäre Knitting Factory oder eben auch Baby's Alright, wo Geowulf nun ihr NY-Live-Debüt feierten.
Ursprünglich kommen Toma Banjanin und Star Kendrick, die ihr gemeinsames Projekt Geowulf nennen, aus Australien. Da das jedoch etwas weit ab vom Schuss ist, operieren beide seit geraumer Zeit von London aus (übrigens mit verschiedenen Projekten: Toma ist in Personalunion auch der kreative Motor der Psychedelia-Band Tempesst). Wie so einige Acts, die sich auf die anstehenden Herbst-Veranstaltungen vorbereiten, nutzten nun auch Geowulf die Gelegenheit, das neue Material vor dem unvoreingenommenem nordamerikanischen Publikum auf einer kurzen Tour durch die USA und Kanada anzutesten. In dem Fall geht es um das zweite Geowulf-Album "My Resignation", das erst Ende Oktober erscheinen wird. Zusammen mit zwei Musikern aus London präsentierten Star und Toma das Material auf ihrer ersten Headliner-Tour in Amerika in Form eines komprimierten Showcase Settings (was auch mit der Praxis der Clubs in NYC zusammenhängt, mehrere Gigs an einem Abend zu buchen). Oft touren Star und Toma als reines Duo und überraschten deswegen mit einem ziemlich druckvollen Band-Sound, der weniger die auf den LP-Produktionen zu beobachtenden, üppigen Pop Arrangements, sondern die Hooklines und Grooves der Kompositionen betonte. Zwar spielte Star auch akustischer Gitarre - aber das ebenfalls mitgebrachte Omnichord kam nur punktuell zum Einsatz, wodurch der Sound deutlich entschlackter als auf Konserve rüberkam; denn auf Einspielungen etwa der Keyboardparts der Produktionen wurde bewusst verzichtet. Besonders Toma schien es zu gefallen, die Gitarre vergleichsweise laut aufdrehen zu können. Sein T-Shirt trug die Aufschrift "Do Your Best Jagger" - was immer das zu bedeuten haben könnte.
Die Sache mit dem unvoreingenommenen US-Publikum musste hier allerdings relativiert werden, da Geowulf in dem gut gefüllten Club von einer Schar vorwiegend jugendlicher, weiblicher und vor allen Dingen hysterischer Fans empfangen wurde, die die Band mit frenetischen Beifallsstürmen feierte. Das war dann eher eine Party nach Maß als eine reguläre Konzertveranstaltung. Müßig zu mutmaßen, dass Star und Toma auf diese Weise auch das Telefonbuch rezitieren hätten können und ähnlich bejubelt worden wären. Tatsächlich spielten die ob der Stimmung leicht irritierten Australier aber ein Set, das zum Großteil eben aus den neuen Songs bestand, die nur von knappen Ansagen unterbrochen wurden - wie z.B. dem mit einer Surf-Twang-Gitarre befeuerten Opener "I Want You Tonight", die bereits als Single erschienene Nummer "Round & Round" oder "He's 31". Wie bereits erwähnt, wurden auch diese neuen Songs von den Fans gefeiert wie die älteren "Hits" (Geowulf beendeten das Set etwa mit ihrem Durchbruch-Song "Saltwater"), so dass gar nicht auszumachen war, wie die neuen Songs im Vergleich zu den älteren ankamen - es scheint jedoch so zu sein, dass Geowulf mit dem neuen Album einen sicheren Hit in der Tasche haben. Was eigentlich nicht verwunderlich ist, denn die Scheibe enthält eine ganze Reihe brillanter Dreampop-Songs. Davon dann aber zu geeigneter Zeit später mehr. Als Live-Act überzeugte die Band aber bereits jetzt auf jeden Fall - nicht zuletzt, weil die Songs in spielfreudig erweiterten Live-Versionen dargeboten wurden. Wollen wir mal hoffen, dass die Band in diesem Format auch mal den Weg auf unsere Bühnen findet.

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Surfempfehlung:
www.facebook.com/geowulfmusic
geowulf.bandcamp.com
www.instagram.com/geowulfmusic
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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