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Black Moon Rising

Laura Carbone

Bonn, Harmonie
12.10.2019

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Laura Carbone
Im Rahmen der aktuellen Crossroads-Serie des WDR Rockpalastes durfte nun auch Laura Carbone aus Berlin mit ihrer international besetzten Band aufspielen. Nun ist das bei Laura manchmal nicht ganz einfach festzustellen, ob ihr das Geschehen auf der Bühne auch Spaß macht - da sie ihre Musik schon sehr ernst nimmt -, aber zumindest, was das spielfreudige Ausarbeiten der Live-Versionen betraf (und das eine oder andere Lächeln, das sich die Gute dann doch nicht verkneifen konnte), ist dann doch davon auszugehen, dass Laura und ihre Musiker in Bonn nicht nur bei den Rausschmeißern wie "Heavy Heavy" oder "Swans", sondern auch bei schleppenden Blues-Krachern wie "Who's Gonna Save You" oder "Cellophane Skin" auf ihre Kosten kamen.
Für eine Rockpalast-Aufzeichnung war das Konzert dann erstaunlich kontrastreich und düster, für eine Laura Carbone-Show erstaunlich farbenfroh und hell ausgeleuchtet. Das wirkte sich dann aber durchaus förderlich aus, denn obwohl Laura natürlich nicht darauf verzichtete, die rabenschwarzen Nachtschattensongs ihrer beiden Veröffentlichungen "Sirens" und "Empty Sea" mit der nötigen dramatischen Konsequenz darzubieten, schadete es natürlich keineswegs, dass man dann zur Abwechslung auch mal etwas sehen konnte. Das Kamerateam des Rockpalast hatte dabei witzigerweise Schwierigkeiten, sich auf das Geschehen einzustellen - zum einen, weil Lauras Scheitel für manche Kameraeinstellungen einfach auf der falschen Seite saß und zum anderen, weil die üblichen Regieanweisungen dazu führten, dass sich die Kameraleute bei jeder Möglichkeit, zu der Gitarrist Mark Lewis ohne oder mit Bottleneck zu einem Solo hätte ansetzen können, auf diesen konzentrierte, wodurch Laura selbst öfter als an dieser Stelle im Allgemeinen üblich für das "normale" Publikum zu sehen war. Eigenartigerweise schien das viele Leute nicht zu interessieren: Obwohl sich vor der Bühne die Hardcore-Fans von Laura & Co. in Trance spielen ließen, brüllten im hinteren Teil des Auditoriums und im Bar-Bereich zahlreiche Leute in persönlichen Unterhaltungen um die Wette (was angesichts dessen, dass es hier um eine Rockshow ging, dann doch etwas eigenartig erschien).
Dass es hier kein neues Material zu hören gab, obwohl "The Empty Sea" inzwischen schon deutlich mehr als ein Jahr auf dem Buckel hat, ist erklärlich, denn seit der Veröffentlichung des Albums ist Laura fast ständig unterwegs (im März auch in den USA). Eines wurde jedoch deutlich: Laura und ihre Musiker sind mittlerweile an ihrem Material gewachsen und gehen wie selbstverständlich in den Performances auf. Dabei geht es weder darum, möglichst viel Druck auf die Fahrbahn zu bekommen (obwohl es bei der Zugabe mit "Crisis" fast schon punkig wurde), noch um virtuose Feinsinnigkeiten, sondern die Atmosphäre der Songs im inspirierten, organischen Miteinander auszuschöpfen. So manches, was bei den Studioversionen lediglich angedeutet wurde, kommt heutzutage zu voller Blüte. Dabei kommt das Material heutzutage weniger psychedelisch, als vielmehr bluesig rockig rüber. Gelegentlich - etwa bei Songs wie "Tangerine Tree" oder "Lullaby" - weichen Laura und ihre Musiker auch mal von der Maxime der totalen musikalischen Düsternis ab und zeigen, dass sie auch mal sehr feinfühlig, fast sentimental oder sogar poppig agieren können. Dass Laura dabei unaufgeregt cool bleibt, gehört zum Konzept, denn schließlich geht es ja um Rockmusik. Um eines freilich geht es nicht: Um stilistische Prinzipienreiterei. Ausgerechnet beim Leipziger Wave-Gothic-Treffen etwa trat Laura zuletzt in einem weißen Anzug an, von dem in Bonn zumindest noch weiße Stiefel übrig geblieben waren. Es ist halt nur mal so, dass in der von Laura in "Swans" besungenen Neumondphase wenig Licht im Spiel ist. Depressiv oder desolat sind Lauras Konzerte - und schon gar nicht das in der Harmonie - deswegen noch lange nicht. Eher schon auf dramatische Weise mitreißend. Und darauf kommt es dann ja auch an.

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Surfempfehlung:
www.lauracarbone.com
www.facebook.com/lauracarboneofficial
www.instagram.com/lauracarbone_
www.youtube.com/watch?v=zDsz8Mz1hjo
www.youtube.com/watch?v=3GM54kv8Xg8
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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