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Konzert-Bericht
 
Krasser Abriss

Steiner & Madlaina
Dave Eleanor

Köln, Yuca Club
21.10.2019

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Steiner & Madlaina
Bei ihrer letzten Show in Köln hatten Nora Steiner und Madlaina Pollina noch Madlainas Bruder Julian - besser bekannt unter seinem Künstlernamen Faber - als Support-Act dabei, der weiland damals noch unbetitelte, neue Songs ausprobierte, die sich - wie "Das Boot ist voll" - nun auf dessen neuem Album wiederfinden. Diesen Coup konnten die Freundinnen aus Zürich und ihre Band natürlich nicht wiederholen. Dennoch waren Steiner & Madlaina frohen Mutes in die Domstadt gefahren, denn sie hatten gewiss eine gute Erinnerung an das begeisterte Kölner Publikum von ihrem letzten Besuch mitgenommen, das Steiner & Madlaina im kleinen Tsunami-Club schon damals frenetisch feierte und praktisch alle bekannten Songs mitgesungen hatte. Wohlweislich war man auf der aktuellen Tour in den viel größeren Yuca Club ausgewichen - doch auch dieser platzte nun aus allen Nähten. Es scheint, dass Steiner & Madlaina in Köln ihre aktuelle Fan-Hochburg haben.
Ebenfalls als Support auf der letzten Tour dabei gewesen war der Schweizer Kollege Tony Carshey - und die Tradition, befreundete Landsleute auf diese Weise zu fördern, setzten Steiner & Madlaina auch auf der aktuellen Tour fort. Den Support macht dieses Mal Dave Eleanor aus Bern. Dieser agierte zwar bemüht, nicht aber besonders erfolgreich mit seinen rein elektronischen Keyboard- und Computer-Sounds und tendenziell eher gedämpft angelegtem, englischsprachigen Männerschmerz-Songmaterial im 80s E-Pop-Stil. Ob das beabsichtigt war oder nicht: Die Stimmung für Steiner & Madlaina anheizen konnte Eleanor mit diesem Ansatz natürlich nicht. Zugute halten muss man ihm, dass er seine Keyboard-Sounds recht originell harsch am Rande der Übersteuerung mit einer gewissen Rauheit inszenierte und dass er mit einem überraschenden, charmanten Song auf Schweizerdeutsch unerwartete Abwechslung ins ansonsten eher eintönige, lineare Geschehen brachte.
Dass das Kölner Publikum gut bei Stimme ist, hatten Steiner & Madlaina ja - wie gesagt - ja bereits auf dem Schirm. Dennoch waren die Mädels dann doch überrascht, mit welchem Enthusiasmus und welcher Lautstärke dann tatsächlich jeder halbwegs bekannte Song mitgesungen wurde. Bei "Wünsch mir Glück", "Ich werd nie gehen" und "Herz voraus" war das dann so, dass das Publikum vielleicht sogar stimmgewaltiger agierte als Steiner & Madlaina selbst. "Soll ich denn jetzt überhaupt noch mitsingen?", fragte Madlaina dann sichtlich berührt, "ich würde ja auch gerne mal zuhören." Damit war dann erst Schluss, als mit "Ciao Bella" der erste von mehreren neuen Songs angestimmt wurde. "Tut mir leid, dass wir jetzt was neues spielen", meinte Madlaina einleitend, "aber wie ich euch kenne , kennt ihr den Song ja womöglich auch schon von den Festivals im Sommer." Es folgten dann aber mit "Denk was du willst", "Klischee" und "So schön wie heute" auch noch "echte" neue Songs. Musikalisch lagen diese dann ganz auf der bisherigen Steiner & Madlaina-Linie - es fiel dann jedoch auf, dass es sich hierbei ausschließlich um deutschsprachige Songs handelte. Ggf. haben die Damen also hier eine grundsätzliche Entscheidung getroffen - obwohl die englischsprachigen Tracks und jeweils einer auf italienisch und griechisch durchaus noch zum Programm gehörten. Abgerundet wurde die Setlist dann noch durch die EP-Titel "Hometown" und "Alles ist möglich".

Nachdem es mit "Heile Welt" noch einen neuen Song gegeben hatte, lud Madlaina zur Greatest Hits-Party ein: "So, jetzt sind wir fertig mit den neuen Songs", kündigte sie dann "Das schöne Leben" an, "beim nächsten Song könnt ihr dann wieder mitsingen. Das wird bestimmt ein Abriss." Das wurde es dann auch - wobei es beim folgenden "Prost Hawaii" fast noch turbulenter zu ging, weil hier Nora die Gitarre zur Seite legte und sich mit voller Inbrunst - und vollem Körpereinsatz - als Belterin und Croonerin betätigte. "Kann man euch mieten?", fragte Nora nach dem Song dann interessiert ins Auditorium und ließ das Licht einschalten, um das Publikum in Anschein nehmen zu können. Nach den Feuerzeugen und Handy-Lichtern für das Finale brauchten Steiner & Madlaina dann nicht mehr lange zu fragen. Kein Wunder, dass es dem Publikum dann auch noch gelang, die Band für mehrere Zugaben aus dem Backstage-Bereich zu locken, obwohl die Curfew-Zeit eigentlich schon überschritten war. Das war dann mal eine Show, die dem Publikum und den Künstlern gleichermaßen viel Spaß gemacht hatte. "Köln ist krass", fasste Madlaina das Geschehen treffend zusammen, "das nächste Mal bleiben wir dann einfach hier".

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Surfempfehlung:
www.steiner-madlaina.com
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www.youtube.com/watch?v=WMAJEPdYWdQ
www.youtube.com/watch?v=fnx2D1YcL9E
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-

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