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Konzert-Bericht
 
Nochtgeschichte

Sophie Auster

Hamburg, Nochtwache
18.11.2019

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Sophie Auster
"History Happens At Night" nannte Sophie Auster die Fortsetzung ihrer im letzten Jahr begonnenen Europatournee, auf der sie dann an Orten spielte, an denen sie zuvor noch nicht aufgetreten war - wozu erstaunlicherweise auch Hamburg zählte. Dessen ungewiss, wie die Musik der New Yorkerin denn wohl in der Hansestadt ankommen würde, zeigte Sophie sich erfreut über den Umstand, dass die überschaubar große Nochtwache (sozusagen der Keller des größeren Nochtspeichers) in der Bernhard-Nocht-Straße in der nähe des Elbufers recht gut mit Fans gefüllt war, als sie dann kurz vor 21 Uhr mit ihren beiden Musikern die Bühne erklomm und sich mit dem Song "On My Way" von ihrem vorletzten Album "Dogs & Men" in ihr Programm stürzte.
Das ist in dem Fall wörtlich zu nehmen, denn die bekennende "Rampensau" Sophie Auster betrachtet die Bühne als ihre persönliche Spielkiste und nutzte die - im Vergleich zu der letzten, in größeren Venues gebuchten Tour - ungewohnte Nähe zum Publikum, um gleich alle performerischen Hemmungen fahren zu lassen. So stellte sie gleich zu Beginn den Mikro-Ständer in die Ecke und griff sich das Mikrophon, um dann mit großen Gesten und einer ebenso großen Begeisterung ihr Songmaterial hingebungsvoll auszuleben. Und da sie das eben so gerne macht, nahm man Sophie die theatralischen Gesten und die expressive Mimik auch gar nicht übel. Mag sein, dass das alles auf der letzten Tour etwas besser orchestriert und durchgeplant war, aber sicherlich war diese Show um einiges intensiver.

Da Sophie in diesem Fall nicht mit einer großen Band, sondern alleine mit Keyboarderin/Sängerin/E-Bassistin Marie Davy und Drummer Chris Farr angereist war (der zudem statt einer Bassdrum einen aufgestellten Reisekoffer implementierte), waren die Arrangements fast schon zwangsläufig auf originelle Weise dem Setting angepasst worden. Dabei agierten die Musiker so lebhaft und vielseitig miteinander, dass gar nicht auffiel, dass es gar keine Gitarren zu hören gab, bis Sophie gegen Ende der Show dann selbst ein Mal kurz für "Rising Sun" zur Akustischen griff. Die anderen Tracks wiesen dann gerne auch mal ungewohnt poppige Vibes auf - was natürlich bei Songs, die eh schon poppig angelegt sind - beispielsweise bei dem Annie Lennox-Cover "Walking On Broken Glass" - weniger auffiel als bei Songs wie "Bad Manners", die im Studio ja ganz anders klingen. Ein Großteil des Programmes ging dann auch gerne mal in Richtung Soul (das Queen-Cover "Cool Kid" etwa), Torchsong a la "Tom Collins" und im Falle der neuen Tracks "If I Could" und ansatzweise auch "Leave The Door Open" in Richtung Club-Pop. Im Prinzip ist das dann eigentlich auch jene Art von cooler Popmusik, nach der Sophie Auster bislang immer noch ergebnisoffen sucht.

Nett war dann auch, dass wieder der Artpop-Titel "Run Run Run" von der EP "Red Weather" den Weg auf die Setlist fand - denn der passt hervorragend zu solch einem Setting und als Bonbon gab es - neben den "History"-Titeln - auch noch das Cover "Baby It's You" von den Shirelles, wie Sophie deutlich machte (denn der Song ist auch von Adele, den Beatles sowie Gott und der Welt gecovert worden). Zu ihrem Stück "Dance With Me" stieg Sophie von der Bühne herunter, Hi-Fivte die Umstehenden und versuchte, dem Namen des Tracks alle Ehre zu machen und die Fans zum Mitmachen zu bewegen und zur Zugabe nahm sie diese auch noch mit zum Party-Machen in "Mexico", wodurch dann endgültig Bewegung in die Sache kam. Kleinere technische Probleme wurden dabei mit Kommetaren wie "Don't Worry, I'm from Brooklyn", weggelächelt.

Der emotionale Höhepunkt des Abends kam aber aus einer ganz anderen Richtung. Sichtlich gerührt erzählte Sophie als Einleitung zu ihrem Song "Mary Janes" (in dem es um Schuhe und nicht um Mädchen geht) davon, wie sie von einem Fan kontaktiert worden sei, der den Text des Songs für eine Performance seines Sohnes mit einer Schülerband haben wollte. "Den Song habe ich ja für mich geschrieben, um mich selbst zum weitermachen als Songwriterin motivieren zu können - denn das ist ja gar nicht so leicht", erzählte Sophie, "als ich dann die Performance sah, hatte ich Tränen in den Augen, denn davon war ich echt gerührt." Nach der Show stand Sophie noch für die Fans bereit, um Autogramme zu geben, aber auch um Vinyls und CDs zu verticken; was sie auf der letzten Tour schlicht vergessen hatte.

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Surfempfehlung:
www.facebook.com/SophieAusterMusic
www.sophieaustermusic.com
www.youtube.com/watch?v=ZgS6QjLqF9c
www.youtube.com/watch?v=l38dkV784BU
www.youtube.com/watch?v=6gIUYAxXRyA
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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