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Konzert-Bericht
 
Smart, nicht rotzig

The Murder Capital
Junior Brother

Münster, Gleis 22
04.02.2020

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The Murder Capital
"Vertraue der Leidenschaft" - mit diesem simplen Motto haben sich The Murder Capital letztes Jahr an die Spitze der an Highlights derzeit nun wahrlich nicht armen Musikszene Dublins katapultiert. Nach packenden Auftritten in Hamburg, Berlin und Köln im November vergangenen Jahres kehrte das das irische Quintett nun Anfang Februar noch einmal auf die deutschen Clubbühnen zurück. Wir waren beim Gastspiel des gar nicht gar nicht mehr so geheimen Geheimtipps in Münster dabei.
Zuerst einmal steht der kleine Bruder auf der Bühne. Ronan Kealy ist Junior Brother und braucht für seine eindringlich-energiegeladene, gerne auch mal augezwinkernd schräge Alternativ-Version von Folk nicht mehr als Stimme, Akustikgitarre und ein mit Füßen getretenes Tamburin, um bei seinem kurzen Supportset zu unterstreichen, dass die von ihm genannten Einflüsse - Slint, Andy Irvine, Joanna Newsom, John Martyn - durchaus ein stimmiges Ganzes ergeben können. Lustig auch, wie er im breitesten irischen Akzent erzählt, er stamme aus Münster - und tatsächlich, sein Heimatort Killarney liegt in der irischen Provinz Munster. Das Gleis 22-Publikum ist begeistert!
Mit ihrem Debütalbum "When I Have Fears" haben The Murder Capital letztes Jahr bereits die Post-Punk-Szene aufgemischt, jetzt zeigen James McGovern, Damien Tuit, Cathal Roper, Gabriel Paschal Blake und Diarmuid Brennan auf der kleinen Bühne des Gleis 22 mit einem packenden Auftritt, dass sie den Wirbel, der zuletzt um sie veranstaltet wurde, auch wert sind. Anders als ihre Brüder im Geiste, die offenbar etwas tourmüden Fontaines D.C., für die Konzerte zuletzt eher Pflicht als Kür waren, fesseln The Murder Capital an diesem kalten Dienstagabend vom ersten Ton an, wenn sie mit Herz und Leidenschaft auf den Spuren alter Helden wie Echo And The Bunnymen, Joy Division und New Model Army wandeln und dabei brillant mit Licht und Schatten hantieren. Melancholisch, aber nie hoffnungslos klingen die Songs, mit denen sie eine ordentliche Portion juveniler Wut trotz ohrenbetäubender Lautstärke wuchtig, aber nie übertrieben brachial in düstere Eindringlichkeit kanalisiert und gleich beim Opener "Green And Blue" für Gänsehautfeeling sorgen.

Trotz einer bisweilen herrlich wilden Bühnenshow - Sänger McGovern hechtet am Ende sogar kopfüber ins Publikum und lässt sich auf Händen durch den Saal tragen - bleibt der Gossencharme, den Seelenverwandte wie Idles oder Shame in ihren frühen Tagen (und auf der Gleis-Bühne) gerne an den Tag gelegt haben, hier außen vor. Wo andere Acts große Rock'n'Roll-Gesten bemühen müssen, um gehört zu werden, fesseln The Murder Capital lieber mit Köpfchen und Charisma und begeistern ihr Publikum in Münster dabei so sehr, dass nach "Feeling Fades" noch nicht einmal mehr eine Zugabe hermuss. Diese Band, das wird an diesem Abend schnell klar, ist smart, nicht rotzig.

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Surfempfehlung:
themurdercapital.com
www.facebook.com/MurdrCapitalBand
twitter.com/MurderCapital_
www.instagram.com/themurdercapital
www.facebook.com/juniorbrother.1
juniorbrother.bandcamp.com
Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Carsten Wohlfeld-


 
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