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Konzert-Bericht
 
Zeit für Luft und Regen

Konni Kass

Quarantine Concerts, Kopenhagen
04.04.2020
Konni Kass
Kurz vorab: Hierbei handelt es sich nicht um einen üblichen Konzertbericht, sondern eine Berichterstattung über Quarantäne-Konzerte im Rahmen der andauernden Corona-Situation.

Lange Zeit war es still um die ursprünglich von den Färöer-Inseln stammende, aber inzwischen in Kopenhagen residierende Songwriterin Konni Kass. Auf dem Reeperbahn Festival 2018 und dem Eurosonic Festival 2019 überraschte sie mit einem brillanten Live-Set, bei dem sie - ganz alleine mit ihrem Drummer Ingvaldur Høgjaard Petersen - die Songs ihrer bis dahin erschienenen LPs "Surrender" und "Haphe" in faszinierenden, elektronisch geprägten Live-Versionen präsentierte. Immerhin erwuchs aus dem Hamburg-Besuch ein Plattenvertrag mit dem legendären Kultlabel Clouds Hill - aber danach zog sich Konny für ein Medizin-Studium nach Kopenhagen zurück.

Dummerweise hatte sie gerade im Januar dieses Studium mit einem Doktortitel abgeschlossen und vorgehabt, mit neuem Songmaterial, das sie während der Auszeit geschrieben hatte, nun auf Tour zu gehen, als dann eben Corona dazwischen kam. Erst am 21. Februar postete sie ihre "Comeback-Ankündigung", stimmte die Fans darauf ein, dass sie nun ihre ganze Aufmerksamkeit der Musik zu widmen gedenke und avisierte eine erste Single für den Sommer. Im nächsten Post vom 03.04. kündigte sie dann bereits ihren "Downtime"-Livestream aus dem heimischen Wohnzimmer in Kopenhagen an. Als es dann so weit war, wurde auch schnell deutlich, dass es hierbei dann nur um eine Solo-Show gehen konnte. Zwar hat Konni in ihrer Studentenwohnung kein Klavier, hatte aber zumindest ein Keyboard mit einem schönen E-Piano-Sound auftreiben können und einen kleinen Korg-Synthesizer, den sie dafür genutzt hatte, in der Quarantäne-Auszeit einige neue Pads zu basteln, die sie im Folgenden beim Vortrag mit einband.

Gleich Eingangs erklärte sie entschuldigend, dass sie ein wenig nervös sei, da solche Stream-Produktionen für sie keineswegs alltägliche Routine seien und dieses schließlich ihr erstes Konzert seit zwei Jahren sei. Dann ging es los mit einem neuen Song namens "Air", den sie bei einem Aufenthalt auf Island geschrieben habe, da sie neue Umgebung immer zum Schreiben neuer Songs inspiriere. Wie nicht anders zu erwarten, handelt es sich dabei um eine atmosphärische Ballade, mit der Konni tatsächlich den Eindruck erweckte, die kühle Luft der Insel musikalisch emulieren zu wollen (auch wenn es in dem Song eher um das Luftholen als Metapher geht). Um der Wahrheit die Ehre zu lassen: Natürlich waren dann alle Songs - darunter auch ältere Nummern wie "Surrender", "Time" oder "Dear Friend" im Wesentlichen als atmosphärische Balladen arrangiert. Anders wäre das in diesem Format ja schließlich nicht möglich gewesen. Auch irgendwelche Referenzen aus Konnis Jazz-Vergangenheit - allen voran etwaige Saxophon-Eskapaden - mussten hier hintanstehen.

Freilich erwies sich dieses Treatment dann durchaus als vorteilhaft, denn während Konni Kass sich ja insbesondere als Klangkünstlerin und Live-Performerin einen Namen gemacht hat, sind es schließlich letztlich ihre harmonisch und melodiös anspruchsvoll ausgerichteten und eigentlich klassisch strukturierten Songs, die die Basis ihres Tuns ausmachen. Das gilt auch für den Track "Rain" - einem weiteren Song, der sich nicht auf ihrer LP "Haphe" befindet -, in dem Konni dieses Mal die Elemente Feuer und Wasser (Regen) als Inspirationsquelle heranzieht und der unter dem Strich im Prinzip eigentlich sogar als klassischer Torchsong durchgehen könnte. Einen emotionalen Abschluss setzte die sympathisch bescheiden und auf charmante Weise zurückhaltend agierende Künstlerin dann mit "Dear Friend", einem Song, den ihre Mutter besonders zu schätzen weiß.

Konni Kass
Auch wenn der Zeitpunkt für Konnis Comeback als Live-Performerin ja nun wirklich nicht blöder hätte ausfallen können, war es natürlich doch schön zu erfahren, dass es mit der musikalischen Laufbahn nun weiter gehen wird. Das neue Album ist für den Herbst angedacht, während eine erste Single bereits im Sommer erscheinen soll.
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Text: -Ullrich Maurer-
Fotos: -Konni Kass / Screenshot-


 
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