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Konzert-Archiv

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Konzert-Bericht
 
Instrumentalmusik mit Stimme

Carrera

München, Orangehouse
04.10.2002
Carrera & Markus Acher
Carrera präsentieren ihre erste CD im Münchner Orangehouse und dass dies ein besonderes Konzert werden würde, war schon alleine deshalb klar, da Markus Acher (The Notwist) und Christian Neuburger (Slut) gekommen waren, um ihren Gastauftritten auf der Veröffentlichung eine gemeinsame Live-Performance folgen zu lassen. Besonderst häufig wird derartiges nicht zu hören sein, da beide mit ihren eigenen Bands ständig unterwegs sind - genau wie Aido Abay, der gleich zwei mal auf Carrera zu hören ist, heute aber einen Auftritt mit seiner Band Blackmail absolviert.
Für beide ist eine derartige Kooperation eher die Ausnahme und ihre Bereitschaft Carrera gelegentlich eine Stimme zu verleihen, hat vor allem persönliche Gründe. Beide kennen einen der beteiligten Musiker, und hier bot sich endlich einmal die Möglichkeit, etwas zusammen zu machen, meint Acher, den eine gemeinsame Vorliebe für Hardcore und Punk in früheren Zeiten mit Teilen der Band verbindet. Den eigentlich schon fertigen Tracks noch einen Gesangspart zu verpassen war - anders als man meinen könnte - vergleichsweise problemlos, meint Christian. Die Musik ist zwar unglaublich intensiv, aber zwischen den Tönen ist noch genug Platz, dem ganzen eine Stimme zu geben. Carrera ist eine Instrumentalband, die irgendwie schon eine Stimme hat. Die beiden sind - Acher sogar erkältet und direkt von der Tour - in den kleinen Club gekommen, um dort vor einem doch recht überschaubaren Publikum einen einzigen Song vorzutragen; von einer süddeutschen Szene, die diese Kooperation befördern würde, wollen beide dennoch nichts wissen, sind sogar zufrieden über deren Absenz. Man ist befreundet und macht mal was zusammen, eine Münchner Schule aber gibt es nicht.
Carrera & Christian Neuburger
Carrera stehen schon auf der Bühne und die beiden Gastsänger verlassen das Auditorium jeweils nur kurz, um ihren Beitrag zum Konzert zu leisten. Das klassische Stromgitarren-Quartett versieht das Material ihrer Debüt-Scheibe mit deutlich schrofferen Texturen und teils ist der Vortrag deutlich druckvoller. Die beiden Gitarristen führen vor ihren Marshall-Türmen veitstanzartige Verrenkungen auf und auch in den ersten Publikumsreihen werden bei manchem Stück wilde Sprünge vollführt, während weiter hinten die Köpfe im Takt zur Musik nicken. Die Auftritte der Gastsänger stechen gar nicht besonders heraus und spätestens als die Songs gespielt werden, die auf der Platte mit dem Gesang von Blackmailsänger Aido versehen sind, ist klar, dass die Band auch ohne Vokalunterstützung bestens zurecht kommt. Gesprochen wird oben wie unten wenig, die meisten Stücke gehen beinahe in einander über und Ansagen sind wohl nicht die Stärke der vergleichsweise introvertiert wirkenden Musiker - und wozu auch, Instrumentalmusik verlangt eben nicht nach Entertainertum. Gegen Ende des Auftritts werden dann auch noch einige neue Stücke gespielt, die dem eher rockigen Gitarrensound mit fast schon folkigen Akkordwechseln eine neue Wendung geben. Hoffentlich, so wird angekündigt, erscheinen die auf einer geplanten zweiten Veröffentlichung. Hoffentlich!
Text: -Dirk Ducar-
Fotos: -Dirk Ducar-


 
 

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