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Konzert-Bericht
 
Gefühle, Gesten und Tattoos

Cousteau

Köln, Gebäude 9
10.10.2002

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Cousteau
Es war schon eine recht gewagte Sache: Cousteau, diese elegante Band, die man allzu leicht in die Tindersticks-Ecke drückt, geht auf große Tour, alleine, ohne Support. So also auch an einem kalten Donnerstag im fast-schon-Winter in Köln, wo sie mit ihrer herzerwärmenden Musik die Temperaturen zu erhöhen hoffte - was auch fast gelungen ist. "Fast" deswegen, weil es im Gebäude 9 vor allem im Winter immer ungemütlich ist, vor allem, wenn nur recht wenig Menschen zum Konzert erscheinen, so leider auch an diesem Tag. Aber die Anwesenden konnten sich dennoch an den großen Melodien Cousteaus erfreuen.
Auf Platte arbeitet die Band viel mit perfekt inszenierter Tristesse und dazugehörigen, schmachtenden Streicher-Einsätzen, live kann man natürlich kein großes Orchester mitbringen, also werden die Parts auf Gitarre bzw. Keyboard verlagert, was auch Sinn macht und sehr gut gelungen ist. Gitarrist Robin Brown meisterte diese Aufgabe vor allem bei "The Last Good Day Of The Year" perfekt, trotz der Tatsache, dass er grippegeschwächt war und deswegen von Sänger Liam McKahey scherzhaft als fauler Sack bezeichnet wurde, weil er wegen der Erkältung seine Backing Vocals nicht bringen konnte - diesen Part übernahm den Abend über Bassist Joe Peet. Überhaupt war die Band in bester Laune, Liam musste direkt beim zweiten Song mit einem Lachkrampf ringen, als sich Drummer Craig Vear charmant verspielte. Davey Ray Moor, der Hauptsongschreiber und Pianist der Band, konnte leider nicht bei diesem Spaß dabei sein, aber er wird sicherlich sehr große Freude über seinen Nachwuchs haben, den er zur Zeit zu Hause bei der Familie hüten und pflegen darf. Für ihn eingesprungen ist Dan Moore, ein alter Bekannter der Band, der bereits auf der letzten Amerika-Tour mit dabei war und bestens eingespielt war. Der Schwerpunkt bei der Song-Auswahl lag natürlich auf den Stücken der aktuellen Scheibe "Sirena", besonders hervorzuheben sind hierbei "Nothing So Bad" und das heftigst vom Publikum gefeierte "Talking To Myself". Dazu gesellten sich einige Songs des Vorgänger-Albums, bevor dann im Zugabenblock u.a. auf Zuruf aus dem Publikum "(Damn These) Hungry Times" und "She Don't Hear Your Prayer" gespielt wurden. In einem kleinen Club wäre dieses Konzert sicherlich besser angekommen, denn die Songs verlangen einfach nach einer sehr intimen Atmosphäre, Liam McKahey schien öfters mit seinen Gefühlen, Gesten und Tattoos (die zu dem ein oder anderen Schmunzeln im Publikum anregten) recht alleine auf der Bühne zu sein. Trotzdem war es ein sehr schöner Abend mit Cousteau.

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Surfempfehlung:
www.cousteau.tv
Text: -David Bluhm-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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