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Konzert-Bericht
 
Sympathie und Arroganz

Suede
Doves/ The Shining

Düsseldorf, Stahlwerk
25.10.2002
Suede
Der Radiosender EinsLive hatte zu seiner Nacht in Düsseldorf geladen und in der schönen "Radiokonzert"-Reihe drei großartige Bands von der Insel in das Düsseldorfer Stahlwerk geholt, um die Nacht durchzurocken. Soviel vorweg: Es hat geklappt. Allerdings mit Arroganz auf der einen und Sympathie auf der anderen Seite. Das Stahlwerk war erstaunlicherweise nicht komplett gefüllt, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch.
Pünktlich um 21.00 Uhr betraten The Shining die Bühne und durften in den kommenden 45 Minuten das Publikum beschallen - Sänger Duncan Baxter schrie sich in bester "Ist mir doch alles egal - hauptsache mein Bier wird nachgefüllt"-Haltung durch den Set, begleitet von einer klasse Rhythmus-Truppe, die den Songs vom Album "True Skies" ordentlich Pfeffer und Groove unter den Allerwertesten mitgab. Man konnte viele mitwippende Menschen beobachten - das war schließlich auch das erklärte Ziel von Bassist Simon Jones, wie er Gaesteliste.de neulich im Interview mitteilte: "Ich halte es für sehr wichtig, einen guten Groove in der Musik zu haben. Wenn ich eine Band live sehe, will ich, dass sie mich zum Tanzen anregt, ich will mich zur Musik bewegen können." Das haben sie auf jeden Fall geschafft, und von einigen Seiten aus dem Auditorium waren immer wieder die Worte Led Zeppelin, The Verve und Stone Roses als musikalische Orientierung zu hören.

Nach kurzer Umbaupause folgten dann unter großem Applaus die Doves, die wieder einmal beweisen konnten, dass sie ihren opulenten Pop auch live perfekt umsetzen können, ohne die Songs dabei kleiner werden zu lassen. "There Goes The Fear" wurde mit der obligatorischen Performance-Einlage der kompletten Band beendet, "Words" lautstark bejubelt und überhaupt schien das gesamte Stahlwerk die Songs auswendig zu können. Obwohl es die ersten technischen Probleme mit dem Sound auf der Bühne gab, und obwohl die netten Hintergrund-Filmchen manchmal ein wenig von der Musik abgelenkt haben, legten die Doves eine mitreißende Show mit viel Sympathie hin.

Dann kam die Band, auf die wohl alle mit Spannung gewartet hatten: Suede. Ansager Ingo Schmoll hatte mal wieder seine Hausaufgaben nicht gemacht, und kündigte den Gig als den ersten in Deutschland seit drei Jahren an. Seltsam nur, dass sie vor kurzem erst in Hamburg und Berlin gespielt hatten. Egal, das Publikum tobte und Suede begannen zunächst gemäßigt mit "Europe Is Our Playground", und schon beim zweiten Song musste man damit rechnen, dass der Gig nicht besonders lang dauern würde, denn Sänger Brett Anderson haderte andauernd mit den Technikern, mal war ein Instrument zu leise, dann wieder zu laut, dann konnte er sich selbst nicht hören und so weiter. Die Probleme konnten glücklicherweise schnell behoben werden, damit die Band neue Songs wie "Positivity", das großartige "Obsessions", "Lost In TV", "Beautiful Loser" präsentieren konnte, und alte Hits wie "Animal Nitrate", "Trash", "Filmstar", "She's In Fashion", "Metal Mickey" aus den Boxen drücken konnte. Überhaupt warteten Suede mit einem höchstgradig rockenden Sound auf, was nicht zuletzt auf Neuzugang Alex Lee (ex-Strangelove) an Gitarre und Keyboard zurückzuführen war. Brett Anderson legte ja schon immer eine gute Portion Arroganz an den Tag, besonders auf der Bühne, aber in Düsseldorf war es dann doch einen Tick zuviel. Wie unter Starkstrom stehend rannte er über die Bühne, schmetterte bissige Kommentare ins Publikum, versuchte sich in recht peinlichen Sing-A-Long-Aktionen, die das Publikum aber nicht so recht mitmachen wollte. "Oceans", diese schöne, ruhige, versteckte Nummer vom aktuellen Album "A New Morning", wurde zwar als erste Zugabe alleine von Brett - bewaffnet mit Akustik-Gitarre - dargeboten, kam aber leider etwas abgehetzt und ohne Tiefgang daher. Schade. Anschließend noch die "Beautiful Ones" und dann war Schluss mit dem Radiokonzert. Bleibt zu hoffen, dass Brett in den folgenden Headline-Shows im November bessere Laune hat.
Surfempfehlung:
www.suede.net
www.essentialsuede.com
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www.theshiningarehere.com
Text: -David Bluhm-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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