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Konzert-Bericht
 
Melancholie im Doppelpack

Grandaddy
Eskobar

Frankfurt/Main, Cooky's
06.12.2000
Eskobar
Was für ein prächtiges Nikolauspräsent hatte sich das Label V2 da ausgedacht. Zwei Bands, die bei allen offensichtlichen Unterschieden doch immerhin eines gemeinsam haben. Beide haben dieses Jahr wundervolle und vielbeachtete Alben veröffentlicht und so war die Spannung spürbar, inwieweit die Liveumsetzung wohl gelingen wird. Der Club war gut gefüllt und dank der freundlichen Tourmanagerin ist dieser Bericht nicht bereits am Eingang gescheitert. Allerlei rockmusikalische Prominenz (Daniel Riedl von Rekord und Zac von Readymade) hatte sich eingefunden und sie und das übrige Publikum sollten, so viel sei verraten, nicht enttäuscht werden.
Das junge schwedische Trio Eskobar hatte sich um zwei Musiker verstärkt, was der Umsetzung ihrer Debutplatte sicherlich gut tat. Die Band bot ihre melancholischen Popsongs durchaus charmant und gekonnt dar. Sänger Daniel trug dazu ein Mick Jagger - Shirt. Glam-Rock Pose eben, trotzdem niemals peinlich! Freundliche junge Menschen jedenfalls, von denen man sicherlich noch einiges erwarten kann.
Grandaddy
Nach kurzer Umbaupause betraten dann die Mannen um Grandaddy-Mastermind Jason Lytle die Bühne. Im Hintergrund sorgte ein eigens mitgebrachter Projektor für die passende visuelle Untermalung. Windräder, japanische Hochgeschwindigkeitszüge und animierte Tiere bevölkerten die Szenerie, ohne zu sehr von den manchmal sphärischen Klängen abzulenken. Jason Lytle verschanzte sich sich hinter seinen diversen Keyboards, der Gitarrist benutzte nicht weniger als 8 Effektgeräte. Die bange Frage, wie es gelingen sollte, die Klangvielfalt des hervorragenden Albums "The Sophtware Slump" live umzusetzen, erledigte sich schon nach wenigen Takten. Der Sound war angenehm warm und dicht, Jason Lytle's Stimme traumhaft schräg. Melancholisch relaxt und wie die Musik manchmal sehr pavementig! Und nur am Rande sei erwähnt, daß es die alte Grandaddy-Single "AM 180" in punkto Hitpotenzial problemlos mit Pavement's "Cut your hair" aufnehmen kann. Apropos Haarschnitt! Der Merchandise-Mann bekam während der Show vom Gitarristen die Haare geschnitten, was angesichts der vorherigen Hartmut Engler-Frisur auch geboten erschien. Das Publikum war jedenfalls begeistert. Sänger Jason Lytle gönnte sich derweil einen guten Schluck Jack Daniels, was dem weiteren Verlauf des Abends aber nicht geschadet hat. Grandaddy spielten ihr Set jedenfalls unglaublich entspannt zu Ende. Was bleibt, ist die Erinnerung an einen wunderbaren, stimmungsvollen Abend und die melancholische Sehnsucht nach mehr!
Text: -Carsten Wilhelm-
Fotos: -Stefan Claudius-


 
 

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