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Popstars

Linkin Park
Emil Bulls

Hamburg, Docks
28.02.2003
Linkin Park
Das Licht ist noch an. Aus der Konserve beschallen die Red Hot Chili Peppers den Saal. In den vorderen Reihen wird man langsam ungeduldig. Jemand ruft den Namen der Band. Kurze Zeit später tönt er Schlachtruf-artig aus Hunderten von Kehlen. Und zwar in einer Tonhöhe, die man eher auf einer Justin Timberlake-Show denn auf einem Rock-Konzert erwartet. Kleine Mädchen und ihre Papas bevölkern den vorderen Bereich des Docks. "Kommt jetzt die Sesamstraße?" fragt ein Mitzwanziger an der Bar. Das Licht geht aus, Jubel, Kreischen, hysterische Anfälle. Die Popstars sind da. Linkin Park!
Von solch einem Empfang hätten die Emil Bulls nur träumen können. Zwar spielten auch sie vor vollem Haus und zwar ist die Stimmung auch bei ihnen nicht wirklich schlecht. Doch wenn "nur Mädchen unter zwölf" (Zitat von Sänger Christ) vor der Bühne sind, die noch nie etwas von der gerade spielenden Formation gehört haben, ist es nicht einfach, eine richtige Bulls-Party zu feiern. Die Münchner taten auf der mit LP-Podesten und -Boxen zugestellten Bühne ihr Bestes, spielten laute, druckvolle Versionen von "Smells Like Rock'n'Roll" oder "Mirror (Me)" und Nummern vom im Mai kommenden Album "Porcelain" (Christ: "Wollt ihr neue Songs? Ihr kennt ja nicht mal die alten!"), konnten ein paar wackere Leutchen zum Tanzen animieren und ernteten den größten Applaus, als sie den Headliner ankündigten. Im April sind sie auf Tour.
Ja, Linkin Park machen kommerziell taugliche und erfolgreiche Musik. Sie sind ein Platin-Act (weltweit haben sie 13 Millionen "Hybrid Theory"-Alben verkauft), heimsten Grammys und MTV-Awards ein und machen in den Augen vieler lediglich Pop-Metal. Aber sie sind echt. Und Girlies hin oder her, diese Deutschland-exklusive Show im lange ausverkauften Docks war schlicht gut. Punkt. Los ging es mit dem "Meterora"-Dreierpack "Don't Stay", der neuen Single "Somewhere I Belong" und "Living From You". Schnell wird klar, dass sich Linkin Park treu geblieben sind, die Stücke überzeugen mit harten Gitarren, wütenden Raps, melodischen Gesängen und diesem sympathischen Pop-Appeal, der Linkin Park ausmacht. Die neuen Nummern wurden gebührend abgefeiert, man mochte die Songs. Doch man wollte die Hits! Die kamen in Form des nächsten Dreiers: "Papercut", "Points Of Authority" und "Runaway", allesamt von Debüt. Die Mädchen flippten aus, die Eltern verschwanden Richtung Theke, die Rocker versuchten einen Pit zu mobilisieren und die Band freute sich über so viel Begeisterung.

Drummer Rob Bourdon und Keayboarder Jospeh Hahn thronten mit ihren Instrumenten auf hohen Podesten über allen, Gitarrist Brad Delson und Bassmann David Farrell spielten souverän und meistens im Hintergrund, während die Vokalisten Mike Shinoda und Chester Bennington natürlich stets im Rampenlicht standen und über die am Bühnerand stehenden Metal-Kisten turnten. Griff Shinoda, zuständig für die Raps, häufig zur Gitarre, konnte Womanizer Chester Bennington wiedereinmal mit seinen beeindruckenden Wechseln zwischen wüsten Schreien und wundervoll sauberen Gesängen glänzen. Die Jungs hatten sichtlich Spaß auf der Bühne, suchten immer wieder den Kontakt zum Publikum, schüttelten Hände und verschenkten verschwitzte Handtücher. Wie es Popstars eben so tun. Und obwohl der Bass manchmal zu laut oder die Stimmen zu leise waren, auch der Sound war überwiegend okay.

Nach "Crawling" und "In The End" war nach gut 45 Minuten das Spektakel allerdings erst mal zu Ende. Kurze Pause, die Mädels konnten ihre Stimmbänder schonen und Mama und Papa freuten sich auf den Heimweg. Mit dem "Meteora"-Song "Easier To Run" und "A Place In My Head" von der "Hybrid"-Scheibe geht es weiter. Das alte Bild. Zum Abschied dann der erste Hit: "One Step Closer", zum Teil in der "Reanimation"-Version gespielt. Gänsehaut, Power, Jubel. Spätestens jetzt war allen Anwesenden klar, dass Linkin Park ihren Erfolg verdienen.

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Text: -Mathias Frank-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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