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Konzert-Bericht
 
Pop mit blauen Augen

Wir sind Helden
Tele

Hamburg, Molotow/ Krefeld, Kulturfabrik
02.04.2003/ 11.04.2003
Wir sind Helden
"Wir wollen ins Molotow!" - das sagte Helden-Sängerin Judith vor etwa vier Monaten, als die Band in der Tanzhalle St. Pauli ihre Debüt-EP vorstellte. Damals kamen höchstens 100 Leute, vor allem von der Presse, und ein paar, die in der taz Hamburg einen schwärmerischen Artikel über die Band gelesen hatten. Bei einer Apfelschorle erzählte Judith hinterher von den Zukunftsplänen ihrer Combo.
"Wir wollen ins Molotow" sagten jetzt einige Dutzend Menschen, die nicht mehr hineinkamen, weil die Aussicht auf ein Wir-sind-Helden-Konzert den Laden komplett ausverkauft hatte. Für die mittlerweile vergriffene Debüt-EP werden bei eBay Höchstpreise geboten, die erste Single hielt sich wochenlang tapfer in den Charts, bald kommt die zweite. Die Band, die vor wenigen Monaten kaum jemand kannte, hilft heute schon Kollegen wie Tele, die im Vorprogramm mit ihrem romantischen, freundlichen Pop gut ankamen, auf die Sprünge.
"Ist das so?" spielen die Helden als ersten Song, und von den ersten paar Takten der ungemein eingängigen Uptempo-Nummer hat man das Gefühl, routinierte Hasen vor sich zu haben. Die Band spielt flott, frisch und auf den Punkt, das Timing ist erstklassig. Gleich danach folgen "Denkmal" und der Hit "Guten Tag" von der Debüt-EP, sowie die kommende Single "Müssen nur wollen". Pop mit großen Buchstaben und blauen, wachen Augen. Intelligent und trotzdem schlicht, tanzbar und trotzdem nachdenklich. Gut gelaunte, quirlige Songs stehen im Vordergrund, nur "Du erkennst mich nicht wieder" und "Die Zeit heilt alle Wunder", der verzweifeltste, traurigste und schönste Song, den die deutschsprachige Popmusik in den letzten Jahren hervorgebracht hat, drosseln kurz das Tempo. Der Charme, den diese Band und ihre wunderbar geradeaus gedachten Songs haben, erlaubt keinen frühen Feierabend. Sie müssen so lange Zugaben geben, bis ihnen das Material ausgeht und sie noch einmal "Ist das so?" und "Guten Tag" spielen. Hinterher geht es am Merchandising-Stand zu wie am C&A-Grabbeltisch beim Winterschlussverkauf. Die schönste Zusammenfassung des Abends findet sich einen Tag später im Gästebuch der Wir-sind-Helden-Webseite: "Hamburg ist verliebt."

...ein paar Tage später in Krefeld...

Schon bei den ersten Takten des Konzertes ist klar: Da stehen wirklich Helden auf der Bühne. Der erste Song "Ist das so?" fesselt die Zuhörer an das Geschehen auf der Bühne. Die Musik, die da den Kufa-Besuchern um die Ohren schoss, klang wie von alten Hasen gespielt. Das Verhalten der Band auf der Bühne war indes erfrischend und alles andere als vorgeplant. Trotzdem stimmte das Timing, kein Ton ging daneben. Und dass die Helden ihre erste Single "Guten Tag" schon als dritten Song spielten, zeugte von Vertrauen ins eigene Können. Die Rechnung ging auf: Nachdem der Hit gespielt war, konnte sich das Publikum auf weitere große Taten der Berliner einlassen.

"Das klingt wie Tocotronic", dachte einer der Zuschauer laut, als die Helden den Rest ihres noch nicht ganz fertigen Albums präsentierten. Und hatte damit gar nicht so Unrecht. Der Sound der Helden hat wirklich viel mit den Bands der Hamburger Schule zu tun. Nur die Texte sind frecher auf den Punkt gebracht. Wir sind Helden schreien raus, was sie nervt und reden nicht lange um den heißen Brei rum. Vergleiche mit den nervigen Punk-Krawallern von Mia hinken da eher. Die Musik der Band ist gut gelaunt, quirlige Songs stehen im Vordergrund. Nur "Du erkennst mich nicht wieder" und "Die Zeit heilt alle Wunder" drosselten kurz das Tempo und stimmten nachdenklich. "Ein wirklich großartiges Konzert in Krefeld, das wirklich Spaß gemacht hat", konnte man schon am Morgen nach dem Konzert im Gästebuch auf der Homepage der Band nachlesen. Ein Satz, der vielen anderen Konzertbesuchern aus der Seele sprach.

Surfempfehlung:
www.wirsindhelden.com
www.tapeterecords.de/tele/tele.htm
Text: -Christian Zeiser (H) / Esther Mai (KR)-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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