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Clearasil statt Marihuana

Emil Bulls
Sincere

Hamburg, Logo
24.04.2003
Emil Bulls
Auf der Logo-Homepage steht als Konzertinfo: NuMetal from Bavaria. Okay, Bayern stimmt. Aber NuMetal sind die Bulls ja nun nur bedingt. Natürlich gibt es Parallelen zu Bands wie den Deftones, aber schon mit der zweiten, überaus fantastischen "Porcelain"-Scheibe hat es die Combo geschafft, sich ihre kleine Emil-Nische zu schaffen und gehört spätestens jetzt zu den hoffnungsvollsten und interessantesten Hartwurst-Bands der Republik.
Schon beim belgischen Support Sincere war es voll. Massen an kleinen Kiddies mit so putzigen "Bitte nicht füttern"-Shirts lümmelten sich vor der Bühne. Ähnlich wie schon bei Linkin Park darf kaum jemand von ihnen wählen. Dafür drehten sie ihre Zigaretten, dass sie - voll cool ey! - wie ein Joint aussehen. Allerdings duftete es mehr nach Clearasil als nach Marihuana. Sincere war das aber egal, sie bretterten sich durch ihr 30-Minuten-Set, spielten angegrungten Nu-Rock mit ein ganz klein wenig Punk und sagten witzige Dinge wie "Nach dem nächsten Song gehen wir zurück nach Belgien, wo jeder kleine Kinder vergewaltigt." Wirklich aufregend waren weder Songs noch Show. Vorband eben.

Anders die Emil Bulls. Aber das war wohl schon vorher klar. Denn wenn die Bayern kommen, dann kommen sie gewaltig. Bei einem Sound, der so perfekt gemischt und Songs, die so perfekt gespielt wurden, dass jede Nummer Konserven-Qualität hatte, wurde eine fette Donnerstagabend-Party gefeiert. Und zu einer fetten Donnerstagabend-Party gehört Alkohol. Dachten sich jedenfalls die Kiddies und verlangten stets nach mehr Jägermeister, der vor der Show von einer recht unterhaltsamen, nur vielleicht etwas zu lange agierenden Human Beatbox (die Großraumdisco-like die Stimmung anheizte: "Seid ihr bereit für die Emil Bulls?") und später auch von Ober-Emil Christ an die ersten Reihen verteilt wurde. Allerdings tat es der Vokalist nur widerwillig. "Je mehr ihr trinkt, desto weniger bekomme ich." Der Mann hat Sorgen...

Das Album erscheint zwar erst am 12. Mai, doch trotzdem wurden neue Kracher wie "40 Days", "No Hay Banda" oder "Lava" genauso zum Anlass genommen, sich an die Logo-Decke zu hängen, wie Nummern vom Debüt "Angel Delivery Service". Und zwar ohne Pause. Denn das ist ja da Schöne an den jungen Leuten, sie tanzen und tanzen und werden nicht müde. Sehr zur Freude der Band. "Ziemlich heiß hier. Wir sollten das nächste Mal in einem Stadion spielen." Nein, das wäre nicht gut. Die Emil Bulls sind einem kleinen, engen Club schon verdammt gut aufgehoben. Aber es ist zu befürchten, dass sie mit "Porcelain" dem Logo entwachsen. Der Band wäre es zu gönnen.
Surfempfehlung:
www.emilbulls.de
www.sinceremusic.com
Text: -Mathias Frank-
Foto: -Mathias Frank-

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