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Attacke in Kreuzberg

Massive Attack

Berlin, Tempodrom
02.05.2003
Massive Attack
Massive Attack hatten sich wahrlich keinen ruhigen Tag für das erste ihrer drei Berlin-Konzerte ausgesucht. Während draußen, wenige Straßenecken weiter, wie jedes Jahr zum ersten Mai die Steine flogen, hatten die Briten im restlos ausverkauften Tempodrom leichtes Spiel. Das Publikum war ihnen von Beginn an gewogen! Überhaupt, das Publikum: Mit Massive Attack ist das ja so eine Sache. Es gibt wohl kaum eine Combo, bei der der Begriff "Konsensband" so sehr zutrifft wie in diesem Falle. Ein Phänomen wie sonst nur die Red Hot Chili Peppers oder die Pet Shop Boys. Man kennt das aus dem eigenen Bekanntenkreis. Leute, die sich eigentlich keine Spur für Musik interessieren, haben zumindest eine Chili Peppers-CD und "Mezzanine" von Massive Attack im mageren CD-Regal. Zwar zwischen Simply Red und Bryan Adams einsortiert, aber immerhin.
"Coole Musik für uncoole Leute" hieß es einmal zum Thema Massive Attack in einer Plattenkritik. An diesem ersten Mai jedoch war das Publikum genau richtig. Bunt, offen und vor allem gut gelaunt. Und gespannt, denn Massive Attacks Musik steht und fällt mit der Akustik im Saal und die war, soviel sei vorweggeschickt, hervorragend. Wer vermutet hatte, Massive Attack würden in erster Linie ihr neues Album "100th Window" vorstellen, sah sich getäuscht. Denn obwohl vom ursprünglichen Trio eigentlich nur noch Robert Del Naja dabei ist, gab es an diesem Abend einen wummernden Trip durch das ganze Schaffen dieser großartigen Band. Da gab es das wunderbare "Karmacoma" von der "Protection"-Platte, im übrigen von Tricky selbst vorgetragen und auch die Hits von "Mezzanine" durften an diesem Abend nicht fehlen. "Teardrop" etwa oder das herzzereissende "Angel". Im Zugabenblock gab es dann noch den vielleicht schönsten Massive Attack-Song überhaupt. "Unfinished Sympathy" vom Debüt "Blue Lines". Der Song hat immerhin schon zwölf Jahre auf dem Buckel und ist und bleibt ein Stück Popgeschichte. Das Berliner Publikum war jedenfalls hin und weg. Nach circa zwei Stunden und zig Zugaben war dieses außergewöhnliche Konzert zu Ende. Massive Attack mussten Kraft tanken für zwei weitere ausverkaufte Konzerte in Berlin. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass Trip Hop noch lange nicht tot ist. Und solange Massive Attack oder eine Beth Gibbons noch solche Alben vorlegen wie "100th Window" oder "Out Of Season", braucht man sich in dieser Hinsicht keine Sorgen zu machen. Und wie war kürzlich in einer deutschen Tageszeitung zu lesen: "Dank Trip Hop ist die Fahrstuhlmusik der westlichen Welt heute eine ganze Ecke cooler." Dem ist nichts hinzuzufügen.
Surfempfehlung:
www.massiveattack.co.uk
www.100thwindow.com
Text: -Carsten Wilhelm-
Foto: -Pressefreigabe-

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