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Reingefallen

Nothingface
Armstrong

Hamburg, Logo
08.06.2003
Nothingface
Das war schon ein kleiner Schock, den jeder Besucher noch vor dem Betreten des Logos erlebte. 15 Euro stand dann groß an der Tür. 15 Euro Eintritt für Nothingface. Eine Band, die das erste Mal in Deutschland spielt und die hier wirklich niemand kennt. Das Resultat war dann auch vernichtend. "Da sind gerade vier Leute drin", berichtete Armstrong-Drummer Ingo beim Klönschnack vor der Tür. Das war zirka 20 Minuten vor Beginn der Show. "Aber wir werden trotzdem unseren Spaß haben", war er sich sicher. Nicht sicher waren sich die Besucher, wer auf die verrückte Idee gekommen ist, einen solchen Eintrittspreis zu verlangen. Auf jeden Fall war es klassisches Eigentor.
Armstrong
Als Armstrong dann pünktlich um neun Uhr mit "Fire King" loslegten, hatten sich vielleicht 25 Leutchen ins Logo verirrt. Das ist schade. Hätte die Band, die jüngst die Gaesteliste.de-Lesercharts anführte und mit "My Secret Story" eine beindruckende zweite EP am Start hat, doch einiges mehr an Zuschauern verdient. Atmosphäre kam so natürlich keine auf. "Meine Güte, ist das eine Stimmung hier", stellte Sänger Oliver dann auch leicht enttäuscht fest. "Man kann eben nicht immer Glück haben." Aber das norddeutsche Trio ließ sich davon nicht wirklich entmutigen und rockte 30 Minuten ihren fetten Stoner-Party-Metal-Mix in den verwaisten Club. Das Ganze klang live wie eine Mischung aus Kyuss, Danzig und - dank der leicht angeschlagenen Stimme von Oliver ("Wir haben gestern etwas länger gefeiert...") - Motörhead. Denn nicht selten röhrte der Frontmann wie Lemmy Kilmister persönlich. Dazu gab es wuchtige Drums, einen ungemein treibenden Bass, tolle Songs und eigentlich hätte alles so schön sein können. Obwohl, unter diesen Umständen war das dann schon ein sehr gelungener Gig.
Nothingface konnten einem dann wirklich leid tun. Kamen sie doch extra aus dem fernen Washington nach Hamburg, um nach Auftritten bei Rock am Ring und Rock im Park ihren ersten Club-Gig in Deutschland zu spielen. Und dann kommt keiner. Doch ähnlich wie die Vorband machten auch Sänger Matt Holt, Gitarrist Tom Maxwell, Bassist Jerry Montano und Schlagzeuger Tommy Sickles, die in den Staaten schon vor System Of A Down und Biohazard spielten, das Beste daraus und rockten einfach munter drauf los. Und tatsächlich, ihre mal an Slipknot, mal an Pantera und mal an Incubus erinnernden Songs kamen an. Nicht, dass sich jemand zum Tanzen vor die Bühne bewegte, aber hier und da wurde schon mal laut gejubelt. Und die Band dankte es mit einer energiegeladenen Show. Doch leider, und da gab es die nächste große Enttäuschung, war nach einer knappen Dreiviertelstunde schon wieder Schluss. Die Rufe nach einer Zugabe blieben ungehört. Die Band bedankte sich, schnappte sich ihre Handtücher und der Abend war zu Ende. Ein Abend, den man trotz zweier verdammt guter Bands und zwei ebenso guter Shows als wirklichen Reinfall bezeichnen muss.
Surfempfehlung:
www.nothingface.net
www.armstrongrocks.de
Text: -Mathias Frank-
Fotos: -Pressefreigabe / Mathias Frank-


 
 

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