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Vorgeschmack

Muse

Köln, Gloria Theater
07.09.2003

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Muse
Knapp zwei Wochen vor Veröffentlichung ihres neuen Albums, "Absolution" (übrigens ein sehr wichtiges Album für die britische Rockmusik), boten Muse ihren Fans die Möglichkeit, bereits einige der neuen Stücke live zu hören - Matthew Bellamy, Dominic Howard, Chris Wolstenholme standen für eine Hand voll Showcases in Amsterdam, Brüssel, Paris, Mailand und Köln auf der Bühne. Um es zu einem besonderen Event zu machen, wurden relativ kleine Venues ausgesucht, Tickets gab es keine zu kaufen, denn der Eintritt war kostenlos. Zumindest für die hartnäckigen Fans, die sich bereits zu früher Stunde vor dem Eingang versammelten. Etwas einfacher hatten es da diejenigen, die bereits im Vorfeld bei Verlosungs-Aktionen diverser Magazine (u.a. auch auf Gaesteliste.de) Tickets gewinnen konnten. Egal wie man letztendlich hineingekommen ist, es war auf jeden Fall die Mühe wert.
Muse fackelten nicht lange und starteten direkt durch mit "Hysteria" vom neuen Album - ein großartiger Konzert-Opener, der direkt mal die Richtung anzeigte, in die es an diesem Abend gehen sollte: Immer geradeaus. Gut gelaunt ging es direkt mit dem Meisterstück "Butterflies & Hurricanes" weiter, ein Lied, das laut Aussage von Bassist Chris der definitive Muse-Song überhaupt ist - darin enthalten ist einfach alles, was die Band musikalisch ausmacht: Die lauten, rockigen Passagen, die Melodien und auch die leisen, Balladen-mäßigen Elemente. Und das alles in einem Song. Im Anschluss daran folgten "Bliss", "Sing For Absolution", das ebenso definitive Muse-Stück "Citizen Erased", "Blackout" und schließlich die aktuelle Single "Time Is Running Out", das entsprechend vom Publikum gefeiert wurde. Überhaupt waren die Anwesenden im Gloria Theater in bester Spring- und Mitsing-Laune, was sich beim anschließenden "Plug In Baby" sehr deutlich zeigte. Das neue Stück "Thoughts Of An Dying Atheist", sowie "New Born" und "Stockholm Syndrome" beendeten die offizielle Show. Auf der einen Seite waren alle glücklich und zufrieden, weil sowohl die alten als auch die neuen Stücke bestens angekommen waren, aber auf der anderen Seite standen gerade mal knapp 60 Minuten Spielzeit auf dem Plan. Lautstark wurde nach Zugaben gerufen, die Mischpult- und Lightshow-Techniker schauten sich auch mit einem großen Fragezeichen im Gesicht an, hatten teilweise schon die Stecker gezogen, als Muse dann doch erneut auf der Bühne erschienen. Da Muse nicht besonders häufig Zugaben spielen, durfte das Publikum entscheiden, was gespielt werden sollte. "Muscle Museum" vom Debüt "Showbiz" wurde von allen Seiten gerufen, und auch prompt gespielt - die Gefahr bei nicht geprobten Stücken besteht natürlich darin, den ein oder anderen falschen Ton zu treffen, was bei "Muscle Museum" an einer Stelle etwas zum Vorschein kam. Anschließend stand die Wahl zwischen "Hyper Music" und "Micro Cuts" - wobei ersteres den größeren Applaus erhielt und somit auch gespielt wurde. Diesen Song hatten die Herren offensichtlich lange nicht mehr gespielt, denn es dauerte - nach einer kleinen Absprache innerhalb der Band - etwas, bis es endlich losging. Es hatte trotz der anfänglichen Bedenken relativ problemlos geklappt. Der letzte Song des Abends war "The Small Print" vom neuen Album. Dieser Showcase war nur ein kleiner, grandioser Vorgeschmack auf das, was auf der richtigen Tour im Herbst auf uns zukommen wird. Freuen wir uns darauf.
Muse
NACHGEHAKT BEI: MUSE

Einen Tag nach dem Konzert stehen für Muse Interviews nonstop auf dem Programm - obwohl so etwas immer Stress bedeutet, trifft Gaesteliste.de im Maritim Hotel zu Köln auf den sehr entspannten und redseligen Bassisten Chris Wolstenholme, um ihn nach seinen Eindrücken zur Show zu fragen...

GL: Um nochmal auf die Zugaben zu sprechen zu kommen...

Chris: "Wir sind eigentlich keine Fans von Zugaben - das ist irgendwie so billig. Zugaben sind gut, wenn sie nicht geplant sind. Gestern Abend war erst unser dritter Gig, davor waren wir in Amsterdam - wo wir keine Zugabe gespielt haben - und Brüssel. Als wir dort von der Bühne gegangen sind, haben die Leute in einer Tour durchgebrüllt, und selbst als wir schon oben in unserem Backstage-Raum waren, konnte man sie noch hören! Da dachten wir, dass es wohl richtig unverschämt von uns wäre, wenn wir nicht nochmal rausgehen würden. Also haben wir das genau wie gestern gemacht, eine ungeplante Zugabe inkl. Zuschauerwünsche. Gestern hat jemand 'Hyper Music' gerufen, und das letzte Mal, als wir das Stück gespielt hatten, war beim Leeds Festival 2002! Wir haben zwar jetzt viel Zeit im Proberaum verbracht, aber genau dieses eine Stück haben wir nie geprobt. Nunja, wir haben es gestern trotzdem gespielt, ziemlich beschissen und lausig - fanden wir zumindest. Es war aber auch sehr lustig, denn wir haben uns gegenseitig die ganze Zeit während des Songs mit diesem 'Ohje, ich habe vergessen, wie man das spielt!-Ausdruck angesehen! Das hat die Sache aber gewaltig aufgelockert, und so sollte es bei Zugaben auch sein, sie sollten einfach Spaß machen - wenn man sie denn unbedingt machen muss. Der Sinn einer Zugabe ist es ja, dass die Leute dich nochmal auf der Bühne sehen wollen. Manchmal haben sie aber auch einfach genug, und wollen nicht noch mehr ertragen müssen..."

GL: Waren diese Showcases eigentlich geplant, um den ganzen Promotion-Stress auszugleichen, oder was steckte dahinter?

Chris: "Wir wollten einfach den Großteil der Promo vor der eigentlichen Tour hinter uns bringen, denn wir werden recht große Venues spielen, bei denen wir vorher auch ziemlich nervös sein werden. Es ist immer seltsam, wenn man sich auf einen großen Gig vorbereitet und man vorher viele Interviews geben muss - man ist offensichtlich nervös, man kann sich nicht richtig konzentrieren, man denkt den ganzen Tag nur an den Gig. Deswegen machen wir den Großteil der Promo jetzt, vor der großen Tour, und spielen zwischen den Interview-Tagen den ein oder anderen Gig. Wir haben in diesen kleineren Clubs sehr lange nicht mehr gespielt, und wir dachten, es wäre klasse, wenn wir dann direkt ein paar neue Songs spielen und die Reaktionen der Leute beobachten könnten. Das ist auch ein gutes Aufwärm-Programm zur Tour für uns, denn wir haben jetzt über ein Jahr nicht mehr live gespielt, und es wäre recht seltsam gewesen, direkt mit den großen Hallen anzufangen. Ich mag diese kleinen Gigs sowieso sehr gerne, denn da ist diese gewisse Energie, die man in den größeren Venues einfach nicht bekommt. Wenn man die Songs spielt, ist man so nah dran am Publikum, dass man sehen kann, was die Leute denken, wie sie reagieren. Das macht es alles viel persönlicher."

GL: Seit der ersten richtigen Tour 1999 ging es stetig aufwärts mit den Zuschauerzahlen - zuerst waren da die kleinen Clubs, dann die etwas größeren Hallen, im November 2003 steht die Wembley Arena auf dem Programm. Was soll denn danach folgen?

Chris: "Es ist definitiv bizarr - jede Tour, die wir absolviert haben, wurde immer ein Stück größer. Zuerst haben wir vor 200 Leuten gespielt, dann ging es rauf bis auf 1 000, 5 000, in Paris spielen wir diesmal vor 18 000 Leuten, was einfach richtig groß ist. Ich kämpfe immer noch damit, mir soviele Menschen in einer Halle vorzustellen... Manchmal scheint es einfach viel zu viel zu werden, aber wenn man dann diese großen Gigs spielt, und man sieht, dass so viele Leute nur gekommen sind, um dich auf der Bühne zu sehen, dann ist das auf jeden Fall ein unbeschreibliches Gefühl! Was danach kommt? Hm, danach können eigentlich nur noch Stadion-Gigs vor 80 000 Leuten kommen. Aber ich bezweifle, dass wir so groß werden. Bands werden heutzutage einfach nicht mehr so groß - ältere Bands, z.B. die Rolling Stones, die haben das geschafft, aber mit neuen Bands wird das nicht mehr passieren..."

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Surfempfehlung:
www.muse.mu
www.musefan.de
www.musemania.com
Text: -David Bluhm-
Fotos: -Carsten Wohlfeld / Pressefreigabe-


 
 

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