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Konzert-Bericht
 
Amazing Songs in unschöner Reihenfolge

Spiritualized

Köln, Bürgerhaus Stollwerck
26.09.2003
Spiritualized
Spiritualized sind bekanntlich mit dem neuen Album "Amazing Grace" zum Wesentlichen zurückgekehrt, die großen Arrangements sind einer straighten Aufnahme gewichen, aber trotzdem hatte man alle Facetten des Spiritualized-Sounds auf einer Scheibe vereinigt - allerdings mit einem etwas größeren Augenmerk auf die rockigeren Töne. Anfang 2002 deutete sich diese Ausrichtung schon beim Konzert in Köln an, wo Jason Spaceman mit einer "Mini"-Besetzung von insgesamt sieben Leuten auf der Bühne stand und der versammelten Menge die Songs in recht ruppigen und außerordentlich rockigen Versionen um die Ohren fegte und somit für ein unvergessliches Ereignis sorgte. Dies galt es nun mit der neuen LP im Gepäck zu toppen.
Ebenso wie die Platte ist nun diesmal auch der Veranstaltungsort größenmäßig im Vergleich zum letzten Aufenthalt von Spiritualized in Köln reduziert worden, aber das schöne Bürgerhaus Stollwerck sollte sich schnell füllen, und allen Anwesenden sollte ein absolut perfekter Sound präsentiert werden - da gebührt den Mischern wirklich größtes Lob, selten hat man dort solch einen brillianten und klaren Bühnensound erleben können. Nachdem traditionell das Konzert mit der "Pure Phase"-Keyboard-Sequenz eröffnet wurde, schlurften Jason Spaceman und seine sechs musikalischen Begleiter auf die Bühne. Früher hatte Jason dem Publikum wenigstens noch die Hälfte seines Gesichts am rechten Bühnenrand im Halbdunkel gezeigt, diesmal positionierte er sich fast komplett mit dem Rücken zum Publikum, anscheinend damit er seine Band besser im Blick hat - was dem Gerücht neue Nahrung gab, dass Spiritualized-Bedienstete wirklich unter der Fuchtel des großen Meisters stünden und nichts zu sagen hätten. Eine optische Aussage, die aber komplett gegenteilig zur verbalen Aussage Jasons vor der Show stand, als er die Band gegenüber Gaesteliste.de in den höchsten Tönen lobte. Jedenfalls war die Band bestens eingespielt und legte direkt los mit "This Little Life Of Mine" vom aktuellen Album "Amazing Grace", das übrigens bis auf "The Power And The Glory" komplett an diesem Abend dargeboten wurde. "Come Together" als zweiter Song setzte die Zeichen weiter auf Rock, das mit dem anschließenden "Walking With Jesus" weitergeführt wurde - einem Song, den man eigentlich lieber später im Set genießen möchte, womit wir schon bei einem Problem des Abends angekommen wären: Die Setlist. Über die Song-Auswahl konnte man sich wahrlich nicht beschweren, wohl aber über die Reihenfolge - sie wollte einfach nicht so recht funktionieren. So mutete es schon etwas seltsam an, als mit dem vierten Song, "Hold On", das Tempo urplötzlich - und vielleicht auch verfrüht - herausgenommen wurde und mit "She Kissed Me (And It Felt Like A Hit)" wieder angezogen wurde, nur um dann wieder mit "Lord Let It Rain On Me" gedrosselt zu werden. Da ging es doch ein wenig zu sehr auf und ab. Nach "Oh Baby" und "Cheapster" wurde eine absolut brilliante - und die wahrscheinlich beste Version seit langem von "Medication" (das glücklicherweise wieder Einzug in das aktuelle Set gefunden hatte) dargeboten - selten zuvor waren die ruhigen Momente dieses Songs so perfekt und eindrucksvoll gespielt worden. Einfach gigantisch. Nach "Lay It Down Slow", "Never Goin' Back" und "The Ballad Of Richie Lee" wurde es Zeit für den hypnotischen Teil des Abends: "Electric Mainline" mit seinem repetierenden Muster, das in einer relativ kurzen aber dafür sehr intensiven Version mit Jason an der Mundharmonika und Gitarrist John an der Melodica angereichert gespielt wurde.
Bei "Rated X" hatte Spaceman durch einen Telefon-Hörer gesungen und mit einem Dreierpack vom "Lazer Guided Melodies"-Album in Form von "Run", "Take Your Time" und "Smiles" wurde der Abschluss des Abends eingeläutet, der dann mit dem Spacemen 3-Klassiker "Things'll Never Be The Same" endete. Es war sicherlich ein großartiges Konzert-Erlebnis, hätte aber durch eine andere Song-Reihenfolge noch viel besser werden können. Ein recht amüsantes Detail noch zu Jason Spaceman: Obwohl er sich diesmal dazu entschlossen hatte, das komplette Konzert sitzend zu absolvieren, bewegte er sich mehr als sonst. Ja, man könnte sogar sagen, er hat fast abgerockt.
Surfempfehlung:
www.spiritualized.com
Text: -David Bluhm-
Foto: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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