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Konzert-Bericht
 
Geben und Nehmen

Mother Tongue
Freakout Family

Hamburg, Knust
18.10.2003
Mother Tongue
Erst traf es den Raider, der plötzlich auf den Namen Twix hören musste, und nun heißt der Hamburger Schlachthof seit ein paar Tagen Knust. Bis auf ein paar fehlenden Sofas hat sich aber eigentlich nicht viel geändert, der Club glänzt immer noch mit einem bunten Programm verschiedenster Bands und netten Partys und begrüßt weiterhin ein gemischtes, durch die Bank sympathisches Publikum und hatte sich mit dem Gig von Mother Tongue eines der Konzerthighlights des Monats in seine Räumlichkeiten geholt.
Überraschender Weise war das Knust aber nicht komplett überfüllt. Dabei hatten Mother Tongue für ihre Scheibe "Ghost Note" doch nur die besten Kritiken eingeheimst, gelten als eine mitreißende Liveband und haben den Ruf einer Kultband. Also mussten die Lüneburger der Freakout Family vor einem vielleicht zu 2/3-gefüllten Saal spielen und ihren nicht besonders aufregenden Mix aus Rock'n'Roll, Grunge und Heavy-Metal-Vocals präsentieren. Da wären Smoke Blow, die ebenfalls einige MT-Gigs eröffnen, sicherlich aufregender.

Langsam füllte sich der Laden, langsam stieg die Spannung und langsam merkte man, dass nicht wenige der Zuschauer nicht nur wegen irgendeiner Band da waren. Sie wollten die Helden ihrer Jugend, die endlich wieder da sind. Sie wollten eine Band sehen, die sie seit langer Zeit oder sogar noch nie gesehen hatten. Sie wollten Mother Tongue. Die lösten sich 1996 auf, weil ihnen die Hysterie und der Medienrummel zu groß wurde, und meldeten sich drei Jahre später auf der musikalischen Bühne eindrucksvoll zurück. War schon "Streetlight" ein starkes Album, haben sie dieses Jahr mit "Ghost Note" ein Meisterwerk aus Funk, Rock'n'Roll und Blues geschaffen, mit dessen Opener "Dark Side Baby" sie auch den Abend eröffneten. Sofort war Stimmung, sofort wurde allerorts gewippt, gelacht und getanzt und sofort war klar, dass ein wundervoller Abend bevor stand. Bei besten Sound-Verhältnissen sorgten Sänger und Bassist David "Davo" Gould und Drummer Sascha Popovic für treibenden Rhythmus und ordentlich Power und ein Querschnitt der Mother-Tongue-Geschichte beschallte das inzwischen sehr ordentlich gefüllte Knust. Es war ein Geben und Nehmen, je mehr Gas die Band gab, desto begeisterter war das Publikum. Und je begeisterter das Publikum wurde, desto mehr Gas gab die Band. Symptomatisch: David Gould bedankt sich beim Publikum und bekommt ein "Danke, dass ihr hier seid" zurück. Damals waren es unter anderem auch solche enthusiastischen Reaktionen, die zum Ende der Band führten. Doch heute ist das anders. Im Gespräch mit Gaesteliste.de-Redakteurin Laura Scheiter sagte Gitarrist Chris auf die Frage, ob sie sich mit zu viel Lob schwer tun: "Wir haben eine harte Zeit hinter uns und darum sollten wir dankbar sein für das, was uns an positiver Reaktion entgegen gebracht wird. Ich sehe das mehr als Lohn und es besteht keine Gefahr, dass uns das irgendwie negativ aufstoßen könnte."

Der Abend wurde später, der Abend wurde besser. Die Band wurde einfach nicht müde und auch die Fans hatten keine Lust, den Freitag noch wo anders ausklingen zu lassen. Also wurde fleißig gefeiert und ein wirklich begeisterndes Konzert wurde länger und länger. Ob Raider oder Twix, Knust oder Schlachthof - hätten die Red Hot Chili Peppers noch ihre jugendliche Power aus den Anfangstagen, würden sie wie Mother Tongue klingen.
Surfempfehlung:
www.mothertongue.net
www.freakoutfamily.com
Text: -Mathias Frank-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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