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Konzert-Bericht
 
Geschichte mit Karate-Joe

Le Charmant Rouge
Contour

München, Orange House
11.10.2003
Le Charmant Rouge
Mit dem zeitgleich in der Muffathalle stattfindendem FM4-Fest (mit Attwenger, Naked Lunch u.a.) war an diesem Abend die Konkurrenz aus der eigenen Heimat wohl doch etwas zu groß für die beiden österreichischen Instrumentalbands Contour und Le Charmant Rouge. Die zwei Fixsterne aus dem Wiener Karate-Joe-Universum strahlten so zwar leider nur für ein kleines, interessiertes Publikum im Münchner Orange House, es zeigte sich aber rasch, dass all jene, die sich für die konkurrierende Muffathallenveranstaltung entschieden hatten, einen schönen, wirklich mitreißenden Konzertabend verpassen sollten.
Contour
Den Anfang machten Contour. Mit Bedacht trug die Band die Titel ihrer schönen CD "Horizons" vor und verwob dabei geduldig zwei Gitarren, Bass, Vibraphon und Laptop zu einem wellenartig sich verdichtenden und wieder zerfallenden Klangteppich. Die dabei geflochtenen Klangmuster und Assoziationsstränge verknüpften spielerisch Steve Reich und Repetitive Music mit Godspeed und Post Rock. Während der Pausen verbanden meist einzelne Laptop-Loops oder sanfte Gitarrenfeedbacks die Stücke miteinander und sorgten so für einen ununterbrochenen, soundtrackhaften Fluss.
Im Anschluss daran betraten Le Charmant Rouge die Bühne und begannen ihr Set mit "June", dem ersten Stück ihrer 2002 erschienen, tollen CD "Winzer". Darauf verquirlen und zitieren Le Charmant Rouge kunstvoll mit Bass, Schlagzeug, Gitarre und Synthie / Sampler die neuere Musikgeschichte - von Düsseldorf bis Chicago, von Krautrock über Bowies 77er-Berlin-Phase bis hin zu neuerer deutscher Elektronik Kölner Prägung und Postrock - ohne dabei die eigene Sprache oder den eigenen Sound zu vernachlässigen. Mit viel Spielfreude modellierte die Band auch an diesem Abend ihre pulsierenden Soundhybride. Das Konzert fand schließlich seinen Abschluss und Höhepunkt in einem wahren Bastard, dem tollen "Hallo Schneider" - einer Neu!-Reminiszenz samt perfektem 4/4-Schlagzeug und Michael-Rother-Gitarre, die nach ungefähr der Hälfte in sich zusammenbricht, zum Post-Rock-Pattern mutiert, um sich dann zum Schluss hin wieder in den 4/4-Hypno-Beat hoch zu pitchen. Musik, die man einfach lieben muss, weil man hört, dass die Menschen, die sie machen, Musik einfach lieben. Le Charmant Rouge unterbrachen für diesen Auftritt in München ihre Studiosessions in Österreich. Sie arbeiten gerade an neuen Aufnahmen für ihr zweites Album, das Anfang 2004 auf Karate-Joe erscheinen soll. Bis dahin sei jedem jetzt schon das kleine, aber bemerkenswerte Label aus Wien ans Herz gelegt, das definitiv wesentlich mehr Zuhörerschaft verdient hat als an diesem Abend im Orange House anzutreffen war.
Surfempfehlung:
www.charmant-rouge.com
www.karate-joe.at
Text: -Norbert Graeser-
Fotos: -Dirk Ducar-

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Mehr über Le Charmant Rouge:
Tonträger


 
 

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