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Konzert-Bericht
 
Zeitreise

Life Of Agony

Hamburg, Docks
22.10.2003
Life Of Agony
Life Of Agony! Live auf der Bühne. In Originalbesetzung. Es ist soweit, es soll passieren. Die Spannung im ausverkauften Docks ist merklich zu spüren, man fragt sich, ob die Band es noch drauf hat. Denn sind wir doch mal ehrlich: Reunions sind fast immer Käse. Warum sollte es bei Life Of Agony also anders sein? Machen auch sie es nur für Geld oder haben sie wirklich Bock? Das Licht geht aus, die Band kommt, sie spielt "River Runs Red", der Club kommt augenblicklich in Bewegung, alles tanzt, springt und jubelt. Die Band gibt Gas und sofort sind sich alle einig: Alles wird gut!
Die Vorbands haben keine Chance. Erstens, weil sie beide langweilig sind und zweitens, weil sie keiner sehen will. Sie können einem leid tun. Dann kommen die vier Brooklyner zum legendären Anrufbeantworter-Text der "River Runs Red"-Scheibe auf die Bühne. Die Bars sind verwaist, vor der Bühne wird gedrängelt, geschoben, zu spät Kommende versuchen nach vorne zu gelangen. Unendlich viele Fäuste werden in die Höhe gestreckt, die ersten Töne von "River Runs Red" ertönen. Nichts geht mehr, keiner sitzt still. Es folgen "This Time" und das fantastische "Underground" mit Alan Robert und Joey Z. an den Mikros. Hardcore der alten Schule, die frühen 90er leben wieder, vergessen sind Whitfield Crane, Stereomud und was es so alles gab. Die Zeitreise ist im vollen Gange und alles, was nach 1997 geschah, ist vergessen. Passend dazu trägt Keith Caputo wieder die Frisur vom Debüt, hat sich von seiner Matte getrennt. Als ob es die Trennung nie gegeben hätte. Es ist atemberaubend schön. "Manche werden bemerkt haben, dass es sich um eine Old School Show handelt" wird Joey später sagen. Ungefähr die Hälfte der Stücke stammt vom Debüt, die letzte Platte, "Soul Searching Sun", wird mit Ausnahme von "Weeds" (Keith: "Im nächsten Stück geht es nicht um Marihuana") und "Hope" komplett ignoriert, kein "My Mind Is Dangerous", kein "Heroin Dreams", keine ruhige Minute. Es würde auch nicht passen.
Natürlich ist der Sound manchmal etwas scheppernd, natürlich bringen Keith Caputo und Joey Z. die nahezu identischen Ansagen wie auf der neuen Live-CD/DVD, natürlich ist die Stimme live manchmal nicht ganz so kräftig wie auf Platte. Aber ja und? All das spielt heute keine Rolle. Wichtig sind die Songs. "Ugly"-Kracher wie "How It Would Be", "I Regret" oder "Other Side Of The River" und "RRR"-Hits der Marke "My Eyes" werden in die wogende Masse geprügelt. Nach einer Stunde ist Schluss. "Ist müsst eine Menge Lärm machen, dann kommen wie gleich wieder", lacht Joey. Ein fast 1000-köpfiger Chor singt sich Fahrt und wird als Dank von Joey und Alan musikalisch begleitet. Es folgt das kräftig Popo tretende Instrumental "Plexi Intro" (vom "River"-Digipak). Mitten in den Magen. "Wir spielen jetzt einen neuen Song", kündigt der kleine Mann am Mikro an. Aufhorchen. Wirklich? Nach wenigen Sekunden ist Schluss. Die Band lacht sich scheckig, Jetzt ist wieder "River"-Zeit. "Through And Through", Wahnsinn, Euphorie. Möge der Song niemals enden. "Bad Seed". Die Band verausgabt sich, die Zuschauer auch, Begeisterung. "Underground". Caputo singt "If You Don't Walk With Me", der Chor singt "I Will Walk Alone". Gänsehaut. Besser kann es nicht werden. Wird es nicht, das Konzert ist zu Ende und jeder weiß: Es gibt Reunions, die Sinn machen.
Surfempfehlung:
www.lifeofagony.com
Text: -Mathias Frank-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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