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Konzert-Bericht
 
Adaptierte Repetition

Salvatore
Kobi

Dortmund, FZW
15.01.2004
Salvatore
Trotz der kleineren Sturmwarnung fanden sich einige wetterfeste Leute im Dortmund FZW ein, um einen Abend mit Instrumental-Musik zu verbringen. Und die wurden dann zunächst mit den Klängen von Kobi empfangen, einem eigentlich Ein-Mann-Projekt mit Kai Mikalsen als Hauptperson, der sich allerdings zu Live-Auftritten und anderen Jam-Sessions verschiedene Gäste einlädt. So standen zwei Salvatore-Mitglieder Kai zur Seite, um mit ihm ausufernde und äußerst atmosphärische Soundkollagen live darzubieten. Kai bedient dabei allerlei elektronisches Gerät, greift auf vorher definierte Sounds und Sequencen zurück und alles andere ist mehr oder weniger Improvisation.
Viel umgebaut werden musste daher nicht, allein Kais Gerätschaften mussten beiseite geschafft werden, und schon war die Bühne und das Publikum bereit für Salvatore, dem Musiker-Kollektiv aus Oslo, das sich in der Ecke Post-/Krautrock zu Hause fühlt. Zu den Mitgliedern zählt u.a. Ola Flottum von The White Birch. Normalerweise sind sie mit zwei Schlagzeugern unterwegs, doch der andere wollte lieber mit St. Thomas auf Tour gehen. So gab es also "nur" das 6er-Line-Up, bei dem - mit Ausnahme des Schlagzeugers - auch fleißig die Instrumente (Gitarre, Bass, Keyboard, Kuhglocke, Xylofon, sonstige Electronica) und Positionen getauscht wurden. Dargeboten wurden Songs u.a. aus dem aktuellen Album "Tempo" sowie brandneue Tracks, die es auf das kommende Album namens "Luxus" schaffen sollen - das Tempo der Songs variierte, die instrumentalen Song-Gebilde lebten von Wiederholungen, der Veränderung der Wiederholung und der Wiederholung der Veränderung. Verwirrt? Passt schon, denn dieses Gefühl kann ein Salvatore-Konzert leicht erzeugen, vor allem wenn man sich ganz den Tönen widmet - ganz so wie es die Anwesenden den Abend über getan haben. Erfreulicherweise nahm niemand die Spielzeit von ca. 75 Minuten zum Anlass, mit seinen Weggefährten den nächsten Shopping-Trip lauthals zu planen. Hier war Aufmerksamkeit gefordert (und wurde beim Zugabenblock mit einem eindrucksvollen Lauten-Solo belohnt). Das hört sich jetzt vielleicht alles etwas starr an, doch es ging durchaus heiter zu - zwischen den Songs, wenn freundliche Danksagungen in die sonst unbenutzen Mikrofone gesprochen wurden. "Heiter" deswegen: Wenn Norweger die englische Sprache benutzen, klingt das immer ein wenig putzig. Man muss einfach über die Aussprache schmunzeln. Wenn dabei auch noch der Bassist verarscht wird, umso mehr: "Der nächste Song folgt sogleich - wir müssen aber noch kurz warten, bis der Bassist fertig ist. Er kann sich die Melodie einfach nicht merken und muss nun kurz sein Diktaphon benutzen!" Kurzes Gelächter. Aber der Bassist hatte wirklich sein Ohr am Diktaphon. Oder zum Schluss des Konzertes: "Ihr könnt natürlich gerne noch CDs von Kobi oder von Salvatore kaufen...oder natürlich Bier." Ein sympathischer Haufen, der dazu auch noch spannende Musik kreiert.
Surfempfehlung:
www.racingjunior.com/salvatore.htm
www.looop.no/kobi/#
Text: -David Bluhm-
Foto: -Jon Hjerting-


 
 

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