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Konzert-Bericht
 
Nothing Like A Song

Azure Ray
Paul Dimmer Band

Hamburg, Molotow
08.02.2004
Azure Ray
Es war wohl das ruhigste Konzert, das das Molotow jemals gesehen hat. Und bestimmt auch das erste bestuhlte. Während oben ein kalter Wind über den erstaunlich leeren Kiez fegte, machte sich unten im leider nicht heimelich warmen, sondern wie eh und je stickigen Molotow die Paul Dimmer Band bereit. Zeitweise unterstützt von Azure Ray-Leuten, schwebten die drei, von denen übrigens niemand Paul Dimmer heißt, durch eine Hand voll deutschsprachiger Songs mit trocken-melancholischen Texten. Ein wenig fühlte man sich bei den allesamt geschmackvoll gitarrenlastigen und angenehm laid-back arrangierten Stücken gar an vergleichbar ruhige amerikanische Bands wie Low oder Sparklehorse erinnert. Und obwohl im Publikum niemand vorzeitig eingeschlafen war, wäre dies die einzig überzeugende Erklärung, warum keiner das Nirvana-Cover "In Bloom" zu erkennen schien.
Die beiden ehemaligen Kunst-Studentinnen Maria Taylor und Orenda Fink, die den Nucleus von Azure Ray bilden, sind zerbrechliche und scheue Gestalten, denen ihre Gitarren auf den ersten Blick zu groß und schwer scheinen. Auf der kleinen Bühne des Molotow entfalteten ihre Songs jedoch eine kaum definierbare Schönheit, die den Besuchern leuchtende Augen beschehrte und sie an ein Zuhause denken ließen, wo eine alte Couch und heißer Tee zum zweisamen Dahinträumen einladen. Aber erst nach dem Konzert, versteht sich. Denn selbiges wusste mit seinem Nebeneinander von melancholisch-etherischer Poesie und zu Musik gewordener Weiblichkeit zu verzaubern, und das obwohl die Ventilatoren im stickigsten Keller von ganz Hamburg die Akustikgitarren mitunter zu überdecken drohten. Dabei bildeten gerade die ruhigsten Nummern wie das nur zu zweit vorgetragene "November" aus der gleichnamigen Debüt-EP die intensivsten und ergreifendsten Momente des Abends. Nicht minder beeindruckend wirkten auch das überraschende aus der Zusammenarbeit mit Moby stammende "Great Escape" oder die Single "The Drinks We Drank Last Night". Als sich der Abend jedoch seinem Ende neigte, Maria und Orenda nach langem Applaus zu einer seltenen Zugabe wieder auf die Bühne gekommen waren und mit "Beautiful Things Can Come From The Dark" ihren wohl wundervollsten Song spielten, da geschah es: Kälte wurde zu Wärme, Distanz zu Nähe und Unsicherheit zu Anmut. Und schließlich verschmolz alles zu reiner Schönheit.
Surfempfehlung:
www.azureraymusic.com
www.imkleinenkreis.de
Text: -Christian Spieß-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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