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Leben auf anderen Planeten ist schwierig

Einstürzende Neubauten

Düsseldorf, 3001
30.03.2004
Einstürzende Neubauten
Es hat sich viel getan im Laufe der Jahre - die Einstürzenden Neubauten von "früher" sind auf keinen Fall mehr die von "heute". Blixa Bargeld & Co. haben sich in vielerlei Hinsicht verändert bzw. einfach weiterentwickelt - man kann ja nicht immer nur Krach machen. Songs mit interessanten Texten schreiben und Krach machen, mal mehr in Richtung Krach, mal mehr in Richtung Song - das ist die magische Mixtur, die die Neubauten so einzigartig macht. Die Anziehungskraft scheint jedenfalls nach wie vor zu bestehen, denn das neue Album "Perpetuum Mobile" fand vielerorts großen Anklang und sorgte für ein ausverkauftes Konzert in Düsseldorf.
Der Bühnenaufbau lässt auf jeden Fall auf ein Rock-Konzert der etwas anderen Art schließen - ein "normales" Schlagzeug sucht man natürlich vergebens, man kann immerhin eine Bass-Drum ausmachen, drumherum viel metallisches Allerlei, Röhren hier und da, Kanister, und dann doch noch "normale" Gitarren- und Bass-Verstärker. Und natürlich Mikrofone. Ohne großes Brimborium schleicht die Band auf die große Bühne, Blixa scheint gut gelaunt und erklärt, dass der erste Song im "Folk-Sound" dargeboten werden müsse, weil einige der Röhren, die nun mittels Luft-Kompressoren zum Klingen gebracht werden, dazu neigen, ein extremes Feedback zu erzeugen. So eine Warnung hätte es natürlich "früher" nicht gegeben. Aber "Ich gehe jetzt" mit Feedback würde auch einfach nicht passen. Blixa versprach, nach dem ersten Song würde die Lautstärke nach oben korrigiert - auch aus dem Grund, weil die Luft-Kompressoren wieder aufgeladen werden mussten und dieser Sound direkt in den nächsten Song eingebaut wurde. Sound-Recycling in Perfektion. In den folgenden knapp 2 3/4 Stunden dominierten natürlich die Songs des aktuellen Albums "Perpetuum Mobile", doch es fanden sich auch einige Überraschungen und Klassiker im Programm wieder. So gab es z.B. "Neun Arme" vom "Zeichnungen des Patienten O.T."-Album, einen Song, den Blixa als "Uptempo-Nummer" ankündigte, sowie das immer wieder großartig knallende "Haus der Lüge", das nahezu ohne Pause überging in "Armenia". Und ja, Blixa kann seine Stimme immer noch kreischen lassen, dass einem die Ohren klingeln. Und ja, wo bei anderen Bands die Instrumente getauscht werden, wird bei den Neubauten immer noch de- und montiert. Eine Bass-Drum muss einer Kiste weichen. Oder der "Air Cake" wird in Bewegung gebracht (ein alter Plattenspieler, auf dem ein "Kuchen" aus Styropor und diversen offenen Dosen und Flaschen montiert wurde - durch den Luft-Kompressor lassen sich damit nette Wind-Geräusche erzeugen). Einiges hat sich verändert, vieles ist doch gleich geblieben. Die Anziehungskraft ist immer noch vorhanden.

Kleine Randbemerkung: Bleibt nur die Frage offen, wie es passieren konnte, dass dieses Konzert im unpassenden 3001 hat stattfinden müssen. Ein äußerst hässlicher Neubau, über den Blixa während des Konzerts auch seinen Kommentar abgegeben hat. Auch war es viel zu hell in der Halle - da kam leider keine richtige Konzert-Stimmung auf.

Surfempfehlung:
www.neubauten.org
Text: -David Bluhm-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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