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Konzert-Bericht
 
Der Pop-Star

Seal

Hamburg, CCH
29.03.2004
In letzter Zeit konnte er einem wirklich leid tun. Von seiner Beziehung zu Heidi Klum stand jeden Tag etwas in der Presse, von seiner angeblichen Vaterschaft, von seinen prominenten Verflossenen. Er wurde sogar als "Narbengesicht" betitelt. Von seiner Musik war selten die Rede. Von der Musik von Seal. Von seinen Hits, von seinen wunderschönen Pop-Balladen, von seinem Soul und seiner Stimme. Seal war auf Tour und spielte im ausverkauften CCH vor einigen tausend Pop-Fans, die eher selten Konzerte besuchen.
Das Licht geht aus, ohrenbetäubender Jubel, Damen und Herren in Abendkleidern und feinen Anzügen erheben sich, johlen, klatschen, kreischen und bereiten Seal einen großartigen Empfang. Er beginnt mit "Crazy", seinem Hit aus den Jahre 1991. Nostalgie, Erinnerungen, Spaß. Die Leute klatschen nicht immer im Rhythmus, doch das macht nichts. Der Sound ist fantastisch, das Licht auch. Seine vierköpfige Band spielt tight, laut, punktgenau. Und Seal lächelt, macht ein paar Schritte, freut sich. Bei "Killer" stehen die Zuschauer das erste Mal auf. Sie klatschen erneut nicht immer im Takt. Es stört nicht. Das hier ist Pop. Pop für reiche Leute. Eine Karte kostet 50 Euro und mehr. "Killer" ist ein wahnsinnig guter Song. Er sorgt für Stimmung und klingt modern, nicht wie ein Song aus den 80er Jahren. Die Fans sind begeistert. Sie klatschen nach jedem Song. Manchmal auch während der Nummern. Das ist nett gemeint und manchmal macht das auch Sinn. Nicht so bei "Love's Divine", Seals aktuellem Schmuse-Hit. Ein so schöner Song, der leider kaputt geklatscht wird. Die Zuschauer erheben sich mal wieder. Johlen, klatschen, kreischen. Das volle Programm. Sie klatschen erneut nicht immer im Takt. Der Song ist nur noch Nebensache, seine Schönheit erstickt im Keim. Seal ist trotzdem dankbar. Er freut sich über die Begeisterung, bedankt sich für die Treue der deutschen Fans.

Seal ist sicher ein Popstar. Aber er ist echt. Er hat Soul, er singt den Blues und er hat eine Stimme, die auch auf der Bühne schlicht großartig klingt. Er hat das recht ungemütliche, da an einen Uni-Hörsaal erinnernde CCH voll im Griff. Doch häufig wünscht man ihn sich in eine kleine Kneipe. Auf den Barhocker neben dem Klavier. Seal mit dem Whiskey-Glas in der Hand. Die Luft ist vernebelt und er singt seine traurigen Balladen. Keine kreischenden und neben dem Takt klatschenden Zuschauer in Abendgarderobe, keine Mouse-Pads für zehn Euro. Nur Seal, seine Stimme und ein "Kiss From A Rose".

Surfempfehlung:
www.seal.com
www.seal-online.de
Text: -Mathias Frank-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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