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You've got a friend

Friend 'N Fellow

Köln, Stadtgarten
14.04.2004

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Friend 'N Fellow
Friend 'N Fellow aus Weimar garantieren einen Abend mit dem Besten aus Jazz, Soul, Blues. Hatten wir uns zuvor noch etwas bang gefragt, wie sich die Ausdrucksstärke des auf Platte gebannten Vortrags in eine Clubatmosphäre wurde überführen lassen, so zeigt sich in der intimen guten Stube des Stadtgarten alsbald, dass sich diese Musik überhaupt am besten auf der Bühne erfüllt.
Das hat vor allem mit der Intensität zu tun, mit der Constanze Freund und Thomas Fellow permanent "aufeinander zu spielen" - wie Frischverliebte geradezu, und das nach 13 gemeinsamen Jahren auf der Bühne! - und dennoch immer wieder direkten Kontakt mit ihrem Publikum aufnehmen, ja mit diesem (später am Abend) sogar direkte Tuchfühlung aufnehmen. Geboten wird ein mehrstündiges, von einer Pause unterbrochenes Programm, das sich erfreulicherweise stark an der vorzüglichen aktuellen Doppel-CD "Live" anlehnte, aber auch einige Überraschungen bietet. Eingangs wird das zunächst noch etwas reserviert wirkende Auditorium von "Wake Up" wachgeküsst - eingeleitet von einer nachdenklichen Anmoderation seitens Constanze über die Umerziehungsversuche, die sich häufig in Freundes- und Liebesbeziehungen finden. Auffällig ist auch, wie wunderschön die Bewegungen der ohnehin atemberaubend attraktiven Sängerin die Musik mit zusätzlichen Bedeutungsebenen auflädt. Sie "lebt" diese Stücke auf der Bühne aus, tanzt und wirbelt dabei den einen Moment und versinkt im nächsten in meditatives Wiegen. Einen ersten Höhepunkt bringt das ihrem Mentor, dem verstorbenen Luther Allison gewidmete "You". "One More Day" zeigt Thomas, der seiner Akustischen ganze Orchester zu entlocken vermag, auch mit stimmungsvollem Hintergrundgesang. In der Beatles-Sektion des Abends wissen die beiden nie geahntes Potenzial aus - ausgerechnet! - "Honeypie" zu erwecken, das in "Money Can't Buy Me Love" gipfelt.

Nach der Pause belegt Constanze zu Bill Withers' "Grandma's Hands", dass sich ihr Scat-Gesang vor keinem Al Jarreau oder Bobby McFerrin zu verstecken braucht. Der eigene Song "Taxi" wird als Blues zelebriert, bis dann "Fly Like An Eagle" besser abhebt, als es Steve Millers alter Hit je zuvor getan hat. "Kiss The Rain" bezaubert wieder mit großer Zartheit. "September" - Thomas' Solospot - bietet von exzellentem Fingerpicking bis hin zu einem kleinen Schlagzeugsolo auf der Gitarre alles auf, was diesen Ausnahmegitarristen auszeichnet. Luther Allisons "Bad Love" schließlich beendet mit großartigem Spannungsbogen den offziellen Teil. Die vehement eingeforderten Zugaben umfassen das in ganz tiefem Register, vibrierend gesungene "What A Wonderful World" von Satchmo sowie "Angel". An diesem Abend hat sich dieses Traumduo nicht nur einen ganzen Haufen neuer Freunde gemacht, sondern diesen auch das Gefühl vermittelt, selbst (musikalische) Freunde gefunden zu haben.

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Surfempfehlung:
www.friendnfellow.com
Text: -Klaus Reckert-
Foto: -Bettina Reckter-


 
 

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