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Großes auf engstem Raum

Broken Social Scene
Stars

Münster, Gleis 22
02.06.2004
Broken Social Scene
Reichlich eng dort oben auf der Gleis 22-Bühne. Zum Teil mit zehn Musikern auf rund 20 Quadratmetern, da bleibt wohl nicht viel Platz für wilde Spielereien. Sollte man meinen, ist aber nicht so. Den Leuten von Broken Social Scene zumindest ist das anscheinend ziemlich egal. Trampeln sie sich eben einfach gegenseitig auf die Füße oder schubsen sich abwechselnd in den Backstageraum. Und selbst das tun sie noch mit Freude.
So wie ihnen eigentlich alles Spaß macht an diesem Abend. Noise und Pop, Horn und Gitarre, Wah-Wah und Handclapping - ein Hurrah auf die Vielseitigkeit. Der Gesang gerät da absichtlich mächtig ins Hintertreffen, um das scheinbar wirre, aber doch konstruierte Zusammenspiel der Instrumente zu betonen. Auf stilistische Vorgaben legen sich die Musiker erst gar nicht fest. Da folgt ein kruder Soundteppich auf ein balladeskes Singalong, ein New Order-Klang auf Delgados-Gesang. Mit drei Gitarren, Posaune, Trompete und Keyboard ist ja auch allerhand möglich, das haben schon Bands wie Godspeed You Black Emperor oder Do Make Say Think mit ähnlichem Aufgebot bewiesen. Dabei sind Broken Social Scene keineswegs ein belangloser Abklatsch vermeintlicher Hypes, sondern entwickeln sich zu einer ganz eigenen Musikcollage. Die sie auf der aktuellen Platte "You Forgot It In People" zwar schon konsequent ausbreiten, auf der Bühne jedoch erst fest verankern. Besonders die Live-Specials wie Hall oder Feedback unterstützten ein Gänsehaut-Gefühl, das auch Stunden später noch zu euphorischen Stimmungen führt. "It's magical!", ruft denn auch Sänger Kevin Drew überschwänglich in die Runde. Mit einem glückseligen Lächeln der Zufriedenheit im Gesicht. Und selbst als er später gemeinsam mit seinen "Lovely Boys" an der Theke Unmengen von Rotwein genießt, lässt sich sein permanentes Schmunzeln nicht abstellen.

Diese Sorglosigkeit überträgt sich nicht nur auf die knapp 80 begeisterten Zuhörer - auch die Stars machen sich dieses bescheidene Glück zu Eigen. Mit ihrer unaufdringlichen Art zu verzaubern zieht die Band, die sich zum Teil aus Mitgliedern der Broken Social Scene zusammensetzt, das Publikum in ihren Bann. Ihr Gitarren-lastiger Synthie-Pop erinnert schon fast an die unaufgeregten Momente von They Might Be Giants, um zur passenden Zeit doch wieder in eigenwillige Powerpop-Melodien zu verfallen. Nur etwas müde wirken sie insgesamt. Nun, bei dem knapp einjährigen Tour-Marathon kein Wunder. Eine Pause haben sich die Kanadier damit wohl redlich verdient. Aber wiederkommen!

Surfempfehlung:
www.brokensocialscene.com
www.arts-crafts.ca/stars/
Text: -Annette Kessen-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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