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Konzert-Bericht
 
Rohe Weihnachten

Terrorgruppe
Muff Potter/ The Movement

Hamburg, Grünspan
22.12.2004
Terrorgruppe
Unter dem Motto "Rohe Weihnachten" tingelte zum Abschluss des Jahres ein Mini-Festival durch Deutschland, das zwar mit The Movement und ganz besonders Muff Potter zwei tolle Bands im Billing hatte, aber doch eigentlich ganz im Zeichen der Terrorgruppe stand. Denn die hatte im Vorfeld angekündigt, dass dieses ihre letzte Tour sei und sie in Zukunft nicht mehr live spielen wolle. Das ist schade und wir werden die putzigen Kreuzberger sicher vermissen. Tschüss Jungs, hat immer Spaß gemacht!
Doch bevor der letzte Vorhang fiel, versuchten sich The Movement. Das Grünspan war schon gut gefüllt und die drei Dänen in ihren Anzügen mussten sich nicht groß anstrengen, um die Punks und Punkinnen zum Tanzen zu bewegen. Dabei war die Musik gar nicht mal so spannend und aufregend, wie man es erwartet hatte. Denn live klangen die Songs doch recht austauschbar, manchmal sogar beliebig und nur selten kamen die Mod- und Soul-Einflüsse der Band durch. Nach einer halben Stunde gab es zwar Rufe nach einer Zugabe, doch eigentlich war keiner traurig, dass diese ungehört blieben.

Anders bei Muff Potter. Die kamen nach 45 Minuten erneut auf die Bühne und nachdem sich Brami darüber beschwerte ("Ich will endlich saufen!") und ihm Nagel schmunzelnd zurecht wies ("Kaum spielen wir mit der Terrorgruppe, da holt der seine Deutschpunk-Sprüche wieder raus!"), gaben sie eine großartige Version von "Young Until I Die" zum Besten. Davor lag ein klasse Gig der vier Sympathen aus Münster. Neben zwei neuen, überaus ansprechenden und recht punkigen Nummern, gab es das Beste aus zehn Jahren Muff Potter. Und einen Nagel am Mikro, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die betrunkenen Punks zu verarschen. "Ihr seid ja schon eher hässlich, ne?", fragte er grinsend. "Ich sehe mich dagegen da hinten im Spiegel und merke, wie geil ich bin." Und als jemand im Publikum lautstark nach Slayer rief, schaute Nagel hinter sich: "Wenn da hinter mir Süden ist, dann müsste das ja 'South Of Heaven' sein oder?" Zwischendurch wird 15 Sekunden das Converge-Schlagzeug gecovert, über Brüste und Banner gefachsimpelt und mit "Wir sitzen so vorm Molotow" der schönste Song des Abends gespielt. Und das alles kam bestens an. Ein riesiger Mob feierte die Band mächtig ab und als Drummer Brami am Ende erschöpft von der Bühne humpelte, hatte nicht nur er sich sein Bier redlich verdient.

Die Terrorgruppe bot anschließend das, was man von ihr erwartet hatte. Hits, Klassiker und jede Menge Blödsinn. Sie ließen sich anspucken und beschimpfen, lästerten über Köln und Politik, zündeten Pyros, erzählten Geschichten und machten einfach Party. Nach dem ansprechenden Beginn mit "Gestorben auf dem Weg zur Arbeit" und der neuen Single "Fischertechnik" konzentrierte sich die Band auf neuere und selten gespielte Nummern und brachte nur selten Semi-Hits wie "Hedonistische Heilsfront" oder "Adolf Hitler (dem sein Bart)". Auf die ganz großen Hits wie "Schöner Strand" oder "Der Rhein ist tot" musste man leider lange warten. Was einigen auf die Stimmung schlug ("mehr als solide war das nicht", sagte einer), erfreute die große, überwiegend betrunkene Masse. Der Blutpogo wurde ausgiebig getanzt und nach 90 Minuten war der letzte Hamburg-Auftritt der Terrorgruppe beendet. Es sein denn...

Surfempfehlung:
www.terrorgruppe.com
www.muffpotter.net
www.themovement.dk
Text: -Mathias Frank-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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