Das lag vor allem daran, dass der deutsche Schlagzeuger Lars Plogschtieß bei den letzten Auftritten der diesjährigen Gastspielreise fehlte und dem Frontmann Hiraga und dem Bassisten Jeff Brown dafür die dänische Pedal-Steelerin Maggie Björklund zur Seite stand, die bei einer ganzen Reihe altbekannter Songs für völlig neue Nuancen sorgte. Vielen anderen Bands, die ähnlich wie Downpilot im Randgebiet des weiten, ausgefransten Americana-Genres unterwegs sind, hätte der Verlust des Drummers vermutlich den Todesstoß versetzt und viele Unzulänglichkeiten, die man ansonsten bequem mit Lautstärke und Wumms überspielen kann, zutage gefördert. Im Falle der Band aus Seattle, Washington, dagegen führte die Beschränkung auf halbakustische Kammermusik-Besetzung dazu, Hiragas Qualitäten als Songwriter noch zu unterstreichen. Dass sich der Vordenker der Band zudem auch gesanglich wunderbar mit seinem Bassisten ergänzt, war bisher oft ein wenig untergegangen. Dieses Mal stand der Gesang der beiden (plus dem des "Neuzugangs" an der Pedal Steel Guitar) bei vielen Stücken im klanglichen Mittelpunkt, als stünden dort Simon, Garfunkel und Björklund auf der Bühne... Herrlich!
Natürlich gab es vereinzelt Lieder, bei denen man das Schlagzeug schon ein wenig vermisste, bei "My Sunshine" zum Beispiel, dafür gab es einige alte Songs völlig neu zu entdecken. Das wunderbare "True" vom ersten Album "Leaving Not Arriving" zum Beispiel hatte Hiraga bisher eigentlich nur am Piano gerne gespielt. Dieses Mal gab es den Song in Duo-Besetzung (Stromgitarre und Pedal Steel) zu hören, und dabei klang er so herrlich gespenstisch, dass man fast glauben konnte, es würde sich um ein neues Lied handeln. Außerdem wichen die drei in Dortmund etwas vom sonst üblichen Programm ab, spielten das im Gaesteliste.de-Interview ausführlich diskutierte "28 1/2" - ein Highlight aus der feinen aktuellen LP "They Kind Of Shine" -, und bei der zunächst von Hiraga solo bestrittenen Zugabe gab es sogar noch eine Coverversion zu hören, obwohl die Band - mit inzwischen drei kompletten Alben und einer EP im Gepäck - auf dieser Tournee eigentlich nicht auf die Songs anderer zurückgreifen wollte. Ausgesucht hatte sich der sympathische Amerikaner zudem eine nette Obskurität: "Tell Me Why" von Neil Young, einen der oft überhörten Diamanten aus dem "After The Goldrush"-Album.