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Phoenix

Köln, Eins Live Café
13.04.2006

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Phoenix
Die Radiokonzerte im Eins Live Café stellen zweifelsohne die beste Gelegenheit dar, den Star deiner Wahl in einem wahrlich intimen Rahmen live zu erleben. Auge in Auge steht man in dem bühnenlosen Raum den Musikern gegenüber und kann diese bei der Arbeit beobachten. Pech nur, wenn - wie im Fall von Phoenix - diese nicht besonders groß sind, denn so haben die Zuschauer ab der zweiten Reihe kaum noch eine Chance, einen Blick zu ergattern. Das dachte sich auch Thomas Mars, der agile Phoenix-Sänger und kletterte so oft es ging auf einen Monitor oder hangelte sich an der - nicht sehr vertrauenerweckenden - Decken-Struktur entlang. Phoenix waren angetreten, ihr kommendes Album "It's Never Been Like That" zu präsentieren.
Um es kurz zu machen: Sie hätten dem neuen Werk keinen bessere Promotion bescheren können. Wie uns Gitarrist Christian Mazzalay im kommenden Interview erläuterte, hatte man sich für die Aufnahmen des neuen Materials neu aufgestellt: Anstatt wieder über ein Jahr im Studio herumzufrickeln - wie bei "Alphabetical" -, hatten die Jungs beschlossen, sich eine Deadline von zwei Monaten zu setzen und innerhalb dieser Zeit alle Stücke zu schreiben und aufzunehmen. Diese Spontaneität schlug natürlich auf das neue Material durch. Ein gutes Beispiel ist z.B. der Opener, "Napoleon Says", das das um zwei Band-Musiker erweiterte Quartett auch gleich als erstes spielte. Wie viele der neuen Stücke ("Rally", "One Time Too Many", "Sometimes In A Fall"), die Phoenix auch spielten, ist dies ein No-Nonsense Pop-Rock-Song, der mehr der Tradition klassischer Schrammelrock-Bands wie Velvet Underground verpflichtet ist, als dem bisherigen, recht funkige Oeuvre der Franzosen. Das Publikum nahm die neuen Songs nach allerkürzester Zeit an und ging prächtig mit. Ermuntert von Thomas Mars, der immer wieder auffordernd sein Mikro ins Publikum hielt, um die Menge anzustacheln. Ach wenn die Fans natürlich die bekannten Songs wie z.B. "Run Run Run" besser mitsingen konnten: Ob die neuen Sachen gut ankommen werden, brauchte sich die Band spätestens ab diesem Konzert nicht mehr zu fragen.
Ein weiterer neuer Einfluss, dem sich die Herren verpflichtet sehen, ist eine gewisse, unerbittliche Krautrock-Motorik. Christian Mazzalay nannte die Band NEU! als spezielle Inspirationsquelle. Dies äußert sich - neben der erwähnten Schrammelrock-Ästhetik - in einem stetig marschierenden, durchgezogenen, mitreißenden Rhythmus - der wie gemacht ist für Live-Situationen. In Anbetracht dessen, dass die neuen Stücke eben alle tatsächlich neu sind (also nicht vorher live erprobt wurden), spielte die Band äußerst exakt - oder "tight", wie der Franzose sagt. Was besonders bemerkenswert ist, da das komplexe Material voller kleiner Haken und Ösen steckt, an denen Geringere hängen hätten bleiben können. Es scheint, dass man die Zeit seit der Aufnahmen für unermüdliches Proben genutzt hatte. Ein Beleg für die unbedingte Professionalität der Jungs. Die Band ging dabei so effektiv zu Werke, dass sie fast zu früh fertig wurde und das letzte Stück, "Second To None" regelrecht auswalzen musste, um im Zeitrahmen bleiben zu können. "Danke, danke, danke", verabschiedete sich Thomas Mars schließlich nach der üblichen knappen Stunde beim begeisterten Publikum. Seine wenigen in Berlin (wo die neue Scheibe aufgenommen wurde) angesammelten Deutschkenntnisse klangen dabei übrigens fast besser als das gesprochene Englisch der Phoenixe. Aber sie sollen ja auch nicht sprechen, sondern singen... Fazit: Mit dem Material im Rücken können die Jungs der Veröffentlichung ihrer neuen Scheibe und der Zukunft im allgemeinen beruhigt entgegen blicken. Um noch einmal Christian Mazzalay zu zitieren: "Wir sind jetzt seit einem Jahr auf der Überholspur..."

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Surfempfehlung:
www.wearephoenix.com
www.myspace.com/wearephoenix
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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